Endlich, die letzte Woche bevor es wieder (richtig) losgeht ist angebrochen! Heute Nacht wartet zuvor jedoch noch das letzte Preseason-Spiel gegen die Chiefs. Gespielt wird im heimischen Lambeau Field in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 2 Uhr deutscher Zeit. Verfolgen könnt ihr das Spiel ausschließlich über den Gamepass. Vor dem Auftakt in die Regular Season wartet mit den Chiefs nochmals ein echter Gradmesser.

Vergangene Woche beorderte LaFleur alle Starter kurzerhand auf die Bank, nachdem zuvor das Spielfeld auf 80 Yards verkürzt wurde. Das Spiel gegen die Chiefs bietet somit für alle Spieler die Möglichkeit sich vor dem Roster-Cut nochmals in Szene zu setzen und sich gegebenenfalls ins Team zu spielen. Üblicherweise wird im letzten Spiel der Preseason jedoch kein großes Risiko mehr eingegangen und die meisten Starter auf ihren jeweiligen Positionen bekommen dementsprechend wenig bis gar keine Spielzeit. Interessant wird es dennoch, denn hinter den gesetzten Startern sind einige Plätze für den finalen 53er Kader noch hart umkämpft.

Die umkämpften Positionen

Eine stark umkämpfte Positionen ist dabei die des Backup-QBs. Der letztjährige Backup QB DeShone Kizer konnte bisher nicht wirklich überzeugen. Im ersten Preseason-Spiel gegen die Texans stimmten zwar noch die nackten Zahlen, doch die Leistung in den darauffolgenden Partien waren mehr als ausbaufähig. Nach Woche 3 der Preseason stehen für Kizer lediglich ein Touchdown-Drive sowie ein Fieldgoal-Drive zu Buche. Im Kampf um den Platz hinter Aaron Rodgers hat sich Tim Boyle in Stellung gebracht. Boyle machte insgesamt einen besseren Eindruck und sieht auch auf dem Feld deutlich sicherer und stabiler aus. Insbesondere die erste Halbzeit gegen die Raiders ist hier hervorzuheben. Ob Boyle auch gegen die Chiefs den Vorzug vor Kizer bekommt, könnte ein erstes Indiz sein, wie die finale Entscheidung aussieht.  Ob sich die Packers (wie im letzten Jahr) den Luxus erlauben mit 3 QB´s in die Saison zu gehen bleibt fraglich. Sowohl Kizer als auch Boyle würden bei einem Cut vermutlich bei einem anderen Team unterkommen und damit als mögliche Kandidaten für den Practice Squad nicht mehr in Frage kommen.

Neben den gesetzten Startern in der Offensive Line mit Bakhtiari, Linsley, Turner und Bulaga ist der Kampf um Starter-Rolle des Left Guards noch offen. Der langjähriger Starter Lane Taylor kämpft um seinen Startplatz gegen den diesjährigen Zweitrunden-Pick Elgton Jenkins. Jenkins der den Berichten zufolge einen starken Eindruck in den Trainings hinterließ, bestätigte dies auch in den drei bisherigen Preseason-Spielen. LaFleur betonte zuletzt, dass die Entscheidung noch völlig offen sei. Würde man Taylor als Backup im Team behalten, falls sich Jenkins letztendlich durchsetzt? Oder überlegt man dann sogar sich von Taylor zu trennen und so sein Gehalt einzusparen?

Auch bei den Receivern ist noch Bewegung drin. Hinter den gesetzten Adams, Allison und Marquez Valdes-Scantling scheint vieles möglich. Welchen Einfluss hat beispielweise die Verletzung von EQ? Wie viele Receiver nehmen die Packers letztendlich mit in ihren 53er Kader? Trennt man sich dieses Jahr schon von einem schwächelndem J’Mon Moore oder bekommt er eine weitere Chance? Die weiteren Spieler die sich um einen Platz im 53er Kader streiten sind Allen Lazard, Darrius Shepherd, Jake Kumerov und Trevor Davis. Von den vier genannten scheint aktuell Kumerov derjenige mit den besten Karten zu sein. Rodgers hat eine gute Verbindung zu ihm und erwähnte ihn mehrfach positiv. Zudem gehörte Kumerov bereits letzte Saison zum Kader. Dahinter scheint jedoch noch alles offen zu sein. Lazard sowie Shepherd haben ordentliche Leistungen in den bisherigen Preseason-Spielen gezeigt. Das Spiel gegen die Chiefs bietet für alle die Chance sich nochmal in den Fokus zu spielen, ähnlich wie es Trevor Davis vergangene Woche getan hat. Entscheidend könnte am Ende auch sein, welchen der genannten man flexibel (Special Teams) aufstellen kann. Hier scheinen dann vor allem Davis und Shepherd die besten Karten zu haben.

Ein Blick auf die Defense

Losgelöst von einzelnen Positionskämpfen um die letzten Roster-Spots lohnt sich auch ein Blick auf die Defense im Gesamten. Insbesondere in den ersten beiden Preseason-Spielen fiel die Defense durch viel zu viele Missed Tackles auf. Auch LaFleur missfiel dies, wie er in den Interviews durchblicken ließ.  Im dritten Spiel gegen die Raiders war das Tackling-Verhalten schon besser – eventuell auch der Tatsache geschuldet, dass man das Tackling im Training adressierte. Trotzdem bleibt Steigerungspotenzial bis zum Saisonstart nächste Woche vorhanden.

Gleiches gilt für den Pass Rush. Sicherlich kann man hier, wie auch bei den Missed-Tackles, anführen, dass die Starter wenig bis kaum Spielzeit hatten. Trotzdem manifestierte sich der Eindruck, dass man wenig bis kaum Druck auf den gegnerischen QB ausüben konnte. In den drei Preseason-Spielen stehen lediglich 4 Sacks zu Buche, was dem 24. Rang im Vergleich mit den anderen NFL-Teams entspricht. Insgesamt rangiert die Defense nur auf Platz 29 was zugelassen Yards pro Game angeht. Sicherlich sollte man solchen Statistiken in der Preseason nicht allzu viel Beachtung schenken. Es wird viel ausprobiert und rotiert und nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Trotzdem kann es ein Fingerzeig auf die Saison sein, insbesondere weil der Pass Rush und die Tackling-Verhalten auch in der abgelaufenen Saison durchaus ausbaufähig waren.

LaFleur als Beobachter

Anders als in den bisherigen Preseason-Spielen gibt unsere Head Coach das Playcalling an Quarterback-Coach Luke Getsy ab. LaFleur gibt dies die Möglichkeit, sich von der Seite alles genau anzugucken und zu beobachten, ohne dass er sich auf das Play Calling konzentrieren muss.

Unabhängig vom Endergebnis bleibt abschließend zu hoffen, dass sich keine weiteren Spieler verletzten. Wie schnell die komplette Saison gelaufen sein kann, hat letzte Woche der Hit gegen unseren Receiver EQ gezeigt. Letztendlich Glück im Unglück, dass es am Ende doch nicht so schlimm war, wie es die TV-Bilder zunächst vermuten ließen. Hoffe wir, dass man nach dem Spiel keine neuen Verletzungen zu beklagen hat und alle gesund aus dem letzten Preseason-Spiel kommen.