Nein, das war nichts. Gegen „Preseason-Gigant“ Baltimore Ravens unterlagen die Packers mit 13:26 (6:13). Es war eine völlig verdiente Niederlage. Ansehnlich war das Spiel von beiden Seiten nicht. Dazu unterliefen beiden Seiten vor allem offensiv viel zu viele Fehler. So war das Spiel vor allem von den Puntern geprägt. Die Packers spielten dazu, im Gegensatz zur Ankündigung von Headcoach Matt LaFleur, offensiv nicht in Bestbesetzung. So nahm Aaron Rodgers aufgrund von Rückenproblemen nicht mal auf der Bank Platz. „Ich wollte Aaron keinem Risiko aussetzen, wenn er nicht 100% fit ist“, so Coach LaFleur zur Vorsichtsmaßnahme. Auch Aaron Jones sowie Jamaal Williams waren nicht dabei.

1. Quarter: Tucker mit zwei Field Goals

Die Partie selbst begann so, wie man es von einem Duell gegen die Ravens erwarten konnte. Baltimore lief fiel und passte kurz. Und vor allem der Lauf sollte den Packers Probleme bereiten, immer wieder gelang es dem Runningback-Corps um Mark Ingram eine Lücke zu finden. Immerhin schien Ravens-QB Lamar Jackson im Sommer wenig in Sachen Passing gelernt zu haben, so dass der erste Drive der Gastgeber „nur“ zu einem Field Goal führte. Justin Tucker traf zum 3:0 nach knapp fünf Minuten.
Nach dem Kickoff bracht Darrius Shepherd die Packers dank eines 36 Yard-Returns in eine gute Position. Doch ein viel zu schnell vorgetragener Drive sorgte nur drei Minuten später dafür, dass man ein Turnover on Downs produzierte. Die Ravens ließen sich im Anschluss deutlich mehr Zeit und trugen das Ei durch Jackson sogar in die Endzone. Allerdings wurde der Touchdown durch einen Penalty zurückgenommen. Im Anschluss traf Tucker aus 27 Yards zum 6:0.

2. Quarter: Punt-Festspiele 1. Teil

Der zweite offensive Drive der Packers begann im ersten Viertel und war erneut sehr schnell vorgetragen. Lediglich etwas mehr als drei Minuten brauchten die Packers, ehe Mason Crosby aus 43 Yards per Field Goal verkürzen konnte. Ansonsten dominierten Laufspiel und Punts weite Teile des zweiten Abschnitts. Dreimal wechselte so das Angriffsrecht. Das nächste Highlight setzte dann Baltimore. Trace McSorley, der nach 15 Minuten für Jackson gekommen war, fand Chris Moore in der Endzone. Tucker vollendete den PAT zum 13:3. Die Offensive der Packers fand aber weiter nicht statt. Erst nach einer Interception von Curtis Bolton gelang den Packers ein besserer Drive. Mehr als ein Field Goal sprang aber nicht heraus, Sam Ficken verkürzte immerhin auf 6:13.

3. Quarter: Hill und Shepherd mit den einzigen Touchdowns

Quarter Nummer drei begann dann mit einem Fumble von Tim Boyle. So kamen die Ravens in aussichtsreicher Position in Ballbesitz. Justice Hill nutzte dies mit einem Lauf zum 20:6. In der Folge gingen beide Teams ihrer abendlichen Lieblingsbeschäftigung nach, dem Punten. Erst mit dem dritten Drive dieses Spielabschnitts gelang auch den Packers etwas gutes. Weil Darrin Hall einen guten Lauf hatte und Boyle konzentrierter zu Werke ging, kam auch etwas Zählbares dabei heraus. Darius Shepherd fing das Ei in der Endzone zum einzigen Packers-Touchdown des Abends. Im Anschluss erwischten auch die Raven einen guten Drive, irgendwie konnten die Packers diesen aber so gerade stoppen.

4. Quarter: Punten, Punten, Punten

Dennoch durfte Justin Tucker zu Beginn des letzten Viertels zum 23:13 kicken. Dann war es aber auch vorbei mit der Football-Herrlichkeit des Abends. JK Scott avancierte zum meistbeschäftigten Spieler des Abends und der ist? Richtig, Punter! Die Ravens brachten noch einen Drive zu Ende, allerdings war es wieder „nur“ ein Field Goal von Justin Tucker zum 26:13-Endstand. Wie schon gesagt: es war eine verdiente Niederlage.

Resümee

Ja, auch diese Partie ist natürlich ein Muster ohne Wert. Dennoch lässt sich aus dieser Partie wenig positives lesen. Die Packers waren zu hektisch, vielfach zu nervös, um die Ravens-Defense über das gesamte Spiel in Gefahr zu bringen. Oder um es mit den Worten von Mike Spofford zu sagen: „Die Packers waren nicht gut genug.“

Flops

Defense: Vielleicht tut man der Secondary etwas unrecht, denn sie hat ihr Möglichstes getan und kaum lange Pässe zugelassen. Doch der Rest war phasenweise unterirdisch. Das Laufspiel der Ravens wurde nicht gestoppt, viel zu viele Tackles verpasst. Auch das Pass Rush war wie in der Vorwoche nicht vorhanden. Die Worte von Matt LaFleur dazu gibt es hier.

DeShone Kizer: mittlerweile geht der durchaus talentierte Quarterback in sein drittes Jahr, doch man hat irgendwie den Eindruck, dass er seine Nerven immer noch nicht im Griff hat. Immer wieder agierte er zu hektisch und zu ungenau. Da machte Boyle den weitaus sichereren Eindruck.

Run Game: war Dexter Williams in der Vorwoche noch einer der Tops, so war das Laufspiel im zweiten Duell kein Faktor – unabhängig vom Fumble. Lediglich 55 Yards brachte man auf den Rasen. Wäre Hall nicht einmal für 28 Yards gelaufen, wäre die Statistik von 3,1 pro Lauf richtig katastrophal.

Tops

Kumerow, Lazard, Shepard: die drei Receiver machten Werbung in eigener Sache. Die drei sind eine ganz spannende Angelegenheit und könnten MVS wirklich den Platz als dritter Receiver streitig machen.

Offensive Line: in der Vorwoche ein guter Job und auch in dieser Woche machte die O-Line durchaus Spaß. Das Runblocking hat noch etwas Luft nach oben, aber ansonsten wurde der Quarterback gut geschützt. Vor allem die Backups zeigten, dass sie gute Alternativen sein können.

Verletzungen

Im Spiel gab es keine neuen Verletzungen. Ein ausführliches Update zu allen momentanen Ausfällen folgt am Samstag.