Es war ein guter letzter Test unserer Green Bay Packers am gestrigen Abend. Gegen die Kansas City Chiefs setzte sich die Truppe von Matt LaFleur mit 27:22 (20:10) durch und beendet die Preseason mit einer soliden 2-2-Bilanz. Vor allem der Pass Rush und das Laufspiel zeigten gute Ansätze, während das Tackling weiter zu wünschen übrig lässt. Auch DeShone Kizer dürfte weiteren Boden auf Tim Boyle verloren haben.

1st Quarter: Ohne Punkte im ersten Viertel

Entgegen erster Überlegungen zu Wochenbeginn ließ LaFleur seine Stars wieder auf der Tribüne. So war es in dieser Woche an Tim Boyle, den Part als Starting Quarterback zu übernehmen. Der erste Drive brachte, wie in der gesamten Preseason, aber nichts ein. Dann waren die Chiefs das erste Mal am Zug, angeführt von Kyle Shurmur. Und diesem gelang ein langer Drive, ehe er an der Packers-10-Yard-Linie gestoppt wurde. Kingsley Keke gelang dabei ein Sack. Harrison Butker brachte die Chiefs dann mit 3:0 in Führung. Anschließend waren wieder die Packers am Zug, aber erneut war der Drive schnell zu Ende. Nach einem Sack waren 15 Yards zu Überbrücken – in dieser Situation zu viel. So nahmen die Chiefs den Ballbesitz mit in das zweite Viertel.

2nd Quarter: Die Defense dreht auf

Allerdings dauerte dieser nicht lang. Marcus Jones hatte die Hände an einem Pass-Versuch von Shurmer und Ty Summers griff sich das trudelnde Ei. Der Linebacker lief los und lief und lief und beendete seinen Run erst mit einem Lambeau Leap. Pick 6 über 74 Yards! Den Extrapunkt setzte Mason Crosby allerdings daneben. Und weil es so schön war, endete auch der nächste Drive der Chiefs ganz schnell. Beim zweiten Play verlor Marcus Marshall das Ei und Jones brachte die Packers wieder in Ballbesitz.

Der folgende Drive kann dann als solide beschrieben. Mit freundlicher Unterstützung der Chiefs-Defense (3 Penaltys für 36 Yards) brachte Boyle seine Offensive in die Red Zone und fand dann Jace Sternberger zum 13:3 (PAT Ficken). Die Chiefs-Offensive hingegen war zu diesem Zeitpunkt weitestgehend abgemeldet, erst eine Interception von Kizer (die Zweite in der Preseason) brachte Kansas City wieder in brauchbare Reichweite. Shurmer fand Jody Fortson aus kurzer Entfernung und es war wieder ein One-Score-Game (10:13/PAT Butker). Die Packers rissen sich aber am Riemen, spielten die Uhr gut runter und boten Kizer die Möglichkeit, zu glänzen. Dieser nutzte dies zu einem Lauf und fand sieben Sekunden vor der Halbzeit Tight End Evan Baylis zum 20:10 (PAT Crosby).

3rd Quarter: Packers verdaddeln die Führung

Viertel Nummer drei ging dann schleppend los. Beide Teams punteten ihren ersten Drive, ehe dann die Chiefs loslegten. Chase Litton führte mit vielen kurzen Pässen über das Feld. Schließlich fand er Nick Keizer in der Endzone und die Partie war wieder eng (20:17 Packers/PAT Butker). Richtig katastrophal wurde es aus Packers-Sicht danach: nach einem langen Kickoff verlor Shepherd beim Return das Ei und brachte die Chiefs in aussichtsreicher Position wieder in Ballbesitz. Glücklicherweise passte die Defense auf, allen voran der frisch verpflichtete James Folston. So konnten die Chiefs nur durch Butker ausgleichen.

4th Quarter: Wilkins führt das Team zum Sieg

So ging es völlig offen in den Schlussabschnitt. Nach dem beide Teams jeweils einen Ballbesitz nicht nutzen konnten, legten die Packers los. Angeführt von Manny Wilkins, der selbst einen spektakulären Hurdle hinlegte, kamen die Packers in die Redzone und Dexter Williams trug das Ei über 3 Yards zum 27:20 (PAT Crosby) in die Endzone. Im Anschluss passte die Defense wieder auf, so dass die Packers gegen Ende die Uhr runterspielen konnten und sich den zweiten Preseason-Sieg sicherten.

Resümee

Die Statistik sieht die Chiefs etwas vorne, unter dem Strich war es aber ein verdienter Erfolg der Packers. Denn diese machten weniger Fehler und hatten vor allem deutlich mehr Big Plays. Dennoch sind noch einige Baustellen offen, wenngleich man natürlich nur zu den zweiten und dritten Anzug gesehen hat. Aber der zweite Sieg in der Preseason ist auf jeden Fall gut fürs Selbstvertrauen.

Flops

DeShone Kizer: Auch wenn es Mike Spofford auf der Packers-Homepage anders sieht, so dürfte die Zeit von Kizer abgelaufen sein. Zwar hatte er mehr Yards auf der Haben-Seite als Boyle und auch an der Interception trug er nicht die Hauptschuld, doch unter dem Strich wirkte er wie in den anderen Spielen zu nervös und hektisch. Auch die Statistiken sprechen eine klare Sprache gegen Kizer

Tackling: Ja, in Gänze hat die Defense auch im letzten Spiel einen Schritt nach vorne gemacht, doch das Tackling bleibt ein Sorgenkind. Sehr oft fliegen Linebacker und Co gerade an den Runningbacks vorbei und sind einfach einen Schritt zu spät. Da muss der zweite Anzug noch dran arbeiten.

Darrius Sheperd: In einem Spiel, in dem du als Receiver nicht groß glänzen kannst, musst du als Returner liefern. Und das hat Sheperd nur bedingt getan – 19,7 Yards pro Kickoff-Return sind kein herausragender Wert. Oben drauf kommt noch die Interception. Dies sind Minuspunkte, die man sich in dem engen Wide Receiver-Rennen bei den Packers nicht erlauben darf.

Tops

Pass Rush: Ja ihr lest richtig. Der Pass Rush lief deutlich besser als in den letzten Wochen, was sich nicht nur in der offensichtlichen Statistik niederschlug (3 Sacks, 1 INT, 1 FF). Auch sonst hatte man das Gefühl, dass deutlich mehr Druck auf die Spielmacher des Gegners ausüben konnte. Ein richtiger Schritt!

Laufspiel: Immer wieder wird das Laufspiel geschmäht, doch -unabhängig vom Touchdown- lief es nochmal besser als in der letzten Woche. 4,1 Yards pro Lauf sind absolut in Ordnung, hinzu kommt, dass alle Läufer mindestens 3,5 auflegten. Gerne mehr davon!

Tight Ends: Da bahnt sich was an. Sowohl Jace Sternberger wie auch Evan Baylis konnten scoren und machten als Receiver eine solide Figur. Auch das Run Blocking war gar nicht so schlecht, hier haben beide Potential angedeutet. Das macht Lust auf mehr, aber beide brauchen noch Zeit.

Verletzungen

Jace Sternberger musste verletzt runter. Update folgt.