Das Football-Spiel hat viele große Quarterbacks gesehen. Tom Brady, Joe Montan, Brett Favre, Aaron Rodgers, Bart Starr – viele Spielmacher prägten ein Team, eine Ära oder waren einfach genial. Und doch sind sie fast alle aus einer modernen Zeit, gilt Starr in den 1960ern doch als erster Quarterback, um den das Spiel eines Teams aufgebaut wurde. Und doch gab es davor Quarterbacks, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückte. Einer trug auch das Trikot in Grün und Gold. Sein Name: Arnie Herber, dreimal Passing Leader der NFL, und dazu noch ein echter Boy aus Green Bay.

Badger und Tryout

Arnold Charles Herber wurde am 2. April 1910 in Green Bay geboren und besuchte später die West High School. Als Jugendlicher spielte er Basketball und Football, ehe er sich endgültig für das Spiel mit dem Ei entschied. Bei den Wisconsin Badgers sowie bei den Regis Rangers in Denver. Als diese Uni kein Football-Programm mehr hatte, kehrte der damals 20-Jährige nach Green Bay zurück. Er arbeitete als Handwerker im Packers-Clubhaus und bekam nach langem Zureden einen Tryout-Vertrag. In diesem überzeugte er Curly Lambeau und bekam einen Vertrag für die Saison 1930.

Start mit Hindernissen

Doch zunächst spielte Herber nur als Ergänzungsspieler eine Rolle, gewann dennoch den Titel 1930. Seine Karriere schien 1931 gar beendet, als er von den Packers nach drei Spielen entlassen wurde. Dennoch wird im Meisterteam des selben Jahres geführt und kehrte am 20. Augut 1932 in das Team zurück. Da Meister-Quarterback Red Dunn seine Karriere beendet hatte, bekam Herber eine größere Rolle und holte sich sowohl 1932 wie auch 1934 den Titel des Passing Leaders. Doch Erfolg hatten die Packers nicht.

Die Hutson-Herber-Magie

Dieser kehrte erst mit der Ankunft von Split End Don Hutson zurück. Er und Herber bauten eine Verbindung, die zu dieser Zeit ihresgleichen suchte. Herber wusste den Speed und die Geschicklichkeit von Hutson zu nutzen. So wurden die beiden späteren Hall of Famer das erste Passer-Receiver-Duo, das eine Ära prägte. Herber wurde nochmals Passing Leader und in der Hutson-Ära zweimal ins First-Team All-Pro gewählt. Dazu war er 1939 der erste Spieler, der mehr als 1000 Yards in einer Saison warf. Auch Titel ware die logische Folge: 1936 und 1939 feierte Herber mit den Packers die Meisterschaft. Viele Kommentatoren dieser Zeit bezeichneten das Verhältnis der beiden Spieler als magisch.

In den letzten Jahren teilte sich Herber seine Arbeit mit Cecil Isbell, führte die Packers dennoch zum Titel 1939. Isbell drängte Herber aber 1940 in den Hintergrund, so dass dieser 1941 gewaived wurde und im Anschluss seine Karriere beendete. 1944 gab er sein Comeback und führte die New York Giants ins Meisterschaftsfinale. Doch hier siegte letztmals Hutson und führte die Packers zum Titel. 1945 war die Karriere für Herber dann endgültig beendet.

Herber verändert das Spiel

Obwohl seine Karriere mit den Packers zwar erfolgreich, aber nicht immer glücklich verlief, hat Herber das Spiel verändert. Zwar gilt Sammy Baugh als derjenige Quarterback, der das Passspiel etablierte. Doch Herber, der deutlich früher in die Liga kam, etablierte dies zuvor in der Offense der Packers. Und das obwohl er im Passpiel große Schwächen hatte. „Zwischen 40 und 60 Yards war Herber der größte Passer aller Zeiten“, sagte beispielsweise Curly Lambeau 1940 und wies damit indirekt auf die Schwäche seines Quarterbacks hin. Denn das kurze Passspiel lag ihm nicht, dafür kamen die „langen Brote“ immer wieder an. Als Beispiel wäre das erste Spiel von Don Hutson zu nennen. Der machte sich auf die Reise und bekam einen 80 Yard-Pass von Herber serviert. Es sollte der einzige Touchdown beim 7:0 gegen die Bears 1935 sein.

Klar, heute schmunzelt man über 8000 Karriere-Yards im Passing Game, doch damals war das eine ganz große Nummer. Herber war auch der erste Spieler, der mehr als 1000 Yards erwarf (1936). Dies konnte er 1939 wiederholen. Übrigens: eigentlich war er kein richtiger Quarterback, denn Coach Lambeau setzte ihn als Half Back ein, der auch rushen sollte. Dank der Chemie mit Hutson musste Herber dies aber selten tun.

Nach dem Karriereende

Herber kehrte nach Green Bay zurück und betrieb ein Bekleidungsgeschäft. Kurz vor seinem Lebensende wurde er mit Ehrungen überhäuft. 1966 wurde er in die Pro Football-Hall-of-Fame aufgenommen, drei Jahre später in das 1930s All-Decade-Team. Zwei Monate danach erlag Arnold Herber einem Krebsleiden und starb im Alter von 59 Jahren am 14. Oktober 1969. Unter den großen Spielmachern bei den Packers gerät er oft in Vergessenheit. Doch das Spiel hat mehr als nachhaltig geprägt. Ohne Arnie hätte es Brett Favre und Aaron Rodgers nie gegeben.