Am 10.07.19 findet um 1pm ET/ 19 Uhr deutscher Zeit der „Supplemental Draft“ der NFL statt. Geschaffen wurde dieser Draft um Spielern die aus diversen Gründen ihr letztes College Jahr nicht antreten dürfen eine Chance zu geben gewählt zu werden. Aber auch andere Spieler dürfen sich für diesen Draft anmelden, vorausgesetzt sie sind min. 3 Jahre aus der Highschool raus und waren noch nicht für einen NFL Draft angemeldet. Allerdings muss die Liga zustimmen, einfach anmelden geht nicht.

Wie funktioniert der Supplemental Draft?

Anders als der Draft im April werden die Teams in drei Kategorien unterteilt: 1. Teams mit weniger als 6 Siegen, 2. Nicht Playoff Teams und 3. Playoff Team. Innerhalb dieser Kategorien wird die Reihenfolge gelost, wobei das Team mit den wenigsten Siegen die besten Chancen hat und das Team mit den meisten Siegen die schlechtesten. Die Ziehung selbst erfolgt nach einem Bieter-System, wobei die Reihenfolge als „Tie-Breaker“ genutzt wird. Das Prinzip ist: Das Team welches die beste Runde bietet bekommt den Spieler, verliert dafür aber seinen Pick in dieser Runde im Draft 2020. Sollten zwei Teams Runde 1 bieten wird das Team welches in der niedrigeren Kategorie ist den Spieler bekommen. Bietet ein Team Runde 1 und eine anderes Runde 2 wird immer das Team mit dem besseren Pick gewinnen, vollkommen egal aus welcher Kategorie es stammt. Die ausgeloste Reihenfolge kommt nur zum Tragen wenn zwei Teams aus der gleichen Kategorie dieselbe Runde bieten. Sollte ein Team das bieten gewinnen verliert es den Pick im Draft 2020, sollten die Packers also mit einem Erstrunden Gebot einen Spieler gewinnen, verlieren sie ihren Erstrundenpick in 2020 usw.

Dieses Jahr sind die Packers im Übrigen in der 2.Gruppe gesetzt, in der Vergangenheit haben die Packers zuletzt 1998 mit einem Zweitrundenpick Navy Guard Mike Whale im Supplemental Draft ausgewählt. Er war damals wegen Steroiden von seiner letzten College Saison suspendiert worden.

Die letzten Picks im Supplemental Draft waren 2018 Sam Beal ( 3 Rd. Giants) und Adonis Alexander (6 Rd. Redskins), davor war Isaiah Battle 2015 mit einem 5 Rd. Gebot der Rams ausgewählt worden bzw 2012 Josh Gordon mit einem 2 Rd. Gebot der Browns. Weitere Interessante Picks sind 2011 Terrelle Pryor mit einem 3 Rd. Gebot der Raiders und 2006 Ahmad Brooks mit einem 3 Rd. Gebot der Bengals.

Diese Jahr sind folgende Kandidaten zugelassen:

  1. Jalen Thompson, S, Washington State
  2. Marcus Simms, WR, West Virginia
  3. Shyheim Cullen, LB, Syracuse
  4. Bryant Perry, DB, St. Francis
  5. Devonaire Clarington, TE, Northland Community College

Die Packers sollen bereits Kontakt mit Thompson und Simms gehabt haben, Thompson war auch zum Workout in Green Bay und hat einen Medizincheck in Green Bay absolviert. Seine Universität hat nichts zu den Gründen verlauten lassen warum er nicht zu seiner letzten College Saison von der NCAA zugelassen wurde. Laut Theo Lawson vom „Spokane´s Spokesman-Review“ wurde der Regelverstoß ausgelöst durch „nicht Steroide, leistungssteigernde Substanzen“  in einem „over-the-counter“(OTC) Nahrungsergänzungsmittel. OTCs sind sowohl nicht verschreibungspflichtige Medikamente als auch sämtliche Nahrungsergänzungsmittel die ihr in Geschäften erwerben könnt (Powerbar/MyProtein um mal zwei Beispiele zu nennen).

Ich will euch mal den wohl beliebtesten Kandidaten dieses Jahr vorstellen:

Jalen Thompson, Safety, Washington State

Bei seinem Workout in Los Angeles hat der ca.1,78m kleine und 84 Kg schwere Athlet laut inoffiziellen Berichten einen 40 yd Sprint zwischen 4.47 und 4.56 Sek. hingelegt. Beim Hochsprung sollen es 33.5 Zoll gewesen sein und beim Weitsprung 10 Fuß 4. Sein 3-Cone-Drill soll bei 6.98 Sek. gelegen haben.

Während seiner drei Jahre in Washington hat er 39 mal gestartet und insgesamt 190 Tackles, 6 Interceptions, 17 „Pass Breakups“, 11.5 „Tackles for Loss“ und 6 „Fumble recoveries“ gesammelt.

Er gilt als variabel einsetzbar, auch wenn sein Körperbau aktuell eher CB ist im Vergleich zu den NFL Safeties. Trotzdem hat er im College als Safety gespielt und als Box Safety grade durch seine sicheren Tacklings in der Box überzeugt. Kleiner Kritikpunkt hier ist aufgrund seines Körpers hat ihn der ein oder andere Läufer ein Stück weit mit gezogen. Da fehlt ihm entweder die Masse oder Geschwindigkeit, um seine Gegner sofort zu stoppen. Die reine Technik scheint mir sehr sicher.

Wo er überzeugen kann ist in der Deckung. Er hat eine wirklich exzellente Geduld wenn er nicht direkt man Gegner deckt sondern ein Stück entfernt. Dabei kann er sein Timing wirklich gut auf den Pass einstellen. Dies zusammen mit seiner Fähigkeit während des Umdrehens in der Deckung keinen Schritt gegenüber seinem Gegner zu verlieren führten zu 8 „Pass Breakups“ allein letztes Jahr, zusammen mit 2 Interceptions was als eine erfolgreiche Saison für einen Safety gewertet werden kann. Auch seine Bewegungen im Allgemeinen wenn er mit dem Gegner in Manndeckung mitläuft sind absolut überzeugend.