Nachdem die Packers Mike Daniels gestern entlassen hatten, herrschte unter den meisten Packers-Fans vor allem eins: Unverständnis über diesen Move. Denn welche Gründe sollte es geben, einen derart starken Spieler wie Daniels zu entlassen?

In den vergangenen Jahren unter Dom Capers war er einer der Leistungsträger der gesamten Defense. Stand man ihm in den Trenches gegenüber, wusste man als Offensive Lineman, dass dieses Spiel nicht einfach werden würde. Weder beim Pass Blocking, noch beim Run Blocking.

Und trotzdem entließen die Packers Daniels gestern Abend. Doch warum?

Gründe für die Entlassung

Nun, wir können uns ziemlich sicher sein, dass die reine spielerische Fähigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielte. Im Großen und Ganzen lässt es sich auf drei Gründe herunterbrechen:

Zu viel Cap Space, der für andere Spieler benötigt wird

In der kommenden Saison sparen die Packers durch die Entlassung circa $8.3 Mio an Cap Space ein. Geld, das sie für andere – und so muss man sagen wichtigere – Spieler ausgeben können. Bei Kenny Clark steht ein Monster-Vertrag im Raum und ihn werden die Packers sicher nicht ziehen lassen, wenn sie es irgendwie verhindern können. Mit gerade einmal 23 Jahren kommt er schon in seine vierte NFL Saison und hat genug Erfahrung, um die Defensive Line auf Jahre hinaus zu “leiten”. Und er ist mit eben diesen 23 Jahren ist er ganze sieben Jahre jünger als Daniels. GM Brian Gutekunst bestätigte auch gegenüber Reportern, dass die Vertragsverlängerung mit Clark “hohe Priorität” habe.

Und nicht zu vergessen ist auch Dean Lowry, bisher ein Rotationsspieler, in dem die Packers wohl einiges Potential sehen, denn mit ihm haben sie für drei Jahre und $20 Mio verlängert.

Die D-Line ist überbesetzt, während andere Positionen eher Verstärkung brauch(t)en

Ein Grund, der auch zur Entlassung von Daniels beigetragen haben könnte, ist eindeutig die Tiefe in der D-Line: Kenny Clark, Dean Lowry, Montravius Adams, Tyler Lancaster, Kingsley Keke und Fadol Brown sind alles fähige Spieler. Dazu kommen aber auch noch beispielsweise Rashan Gary, der genauso wie Za’Darius Smith auch ab und an von innen rushen wird.

Es lässt sich durchaus sagen, dass die Free Agents Za’Darius Smith und Preston Smith, neben den Draft Picks Kingsley Keke und Rashan Gary ihren Teil zur Entlassung von Daniels beigetragen haben. Denn während auf den OLB-Positionen dringend Handlungsbedarf bestand, gab es in der D-Line fast ein Überangebot an qualifizierten Kräften. Dieses wurde nun durch die Entlassung von Daniels ausgeglichen.

Daniels’ Spielerprofil passt nicht in Pettines Scheme

Viel wurde diskutiert nach dem Artikel von Tom Silverstein im April diesen Jahres. Ich möchte nicht den ganzen Artikel wiederholen, den kann sich jeder selbst durchlesen. Im Prinzip ging es darum, dass die neuen Spieler, die für Pettines Defense geholt wurden, allesamt deutlich größer sind als Daniels und es wohl so aussieht, dass seine Größe nicht so ganz in Pettines Scheme passt.

Daniels’ Verletzungen

Auch wenn Mike Daniels noch diese Woche sagte, dass seine Fußverletzung sehr bald ausgeheilt und er “ready to go” sei, so beunruhigten seine Verletzungen die Packers wohl doch ein wenig. In den letzten zwei Jahren fehlte er in acht Spielen, sechs davon zum Ende der abgelaufenen Saison. Gutekunst gab in seinem Statement zur Entlassung zu, dass dies eine Rolle gespielt habe.

Wie geht es weiter für Mike Daniels?

Vor der Entlassung versuchten die Packers selbstverständlich, Daniels zu traden. Es hat wohl auch einige Interessenten gegeben, diese hätten sich aber – so Gutekunst – in den letzten Wochen zurückgezogen und daher habe man sich jetzt entschieden, Daniels zu entlassen. Wie Aaron Nagler (Cheesehead TV) anmerkt, kann das natürlich auch damit zusammen hängen, dass die Teams gemerkt haben könnten, dass Daniels, sollte kein Trade zustande kommen, einfach entlassen werden könnte.

Dies scheint jetzt auch der Fall zu sein, denn angeblich haben schon mindestens sieben Teams Interesse angemeldet. Nach der Entlassung können sie Daniels jetzt ohne dessen Altlasten aus dem Packers-Vertrag übernehmen und eigene Bedingungen verhandeln, die sicher unter den $8.3 Mio liegen werden.