Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Wir sind in der zehnten und letzten Dekade dieser tollen Geschichte. Eine Dekade, die mit dem Super Bowl toll begann, zuletzt aber viel Geduld erforderte.

Der Triumph im SB XLV

Die Offseason 2010 war dann doch recht ereignisreich. Im Draft wurden mit Bryan Bulaga, Mike Neal, Morgan Burnett und Marshall Newhouse gleich vier Spieler geholt, die mindestens zwei Saisons als Starter bei den Packers verbrachten. Hinzu kam der ungedraftete Sam Shields. Auch der Großteil der Free Agents wurde gehalten. Die Saison erwies sich als zäh. Zwar waren die Packers immer konkurrenzfähig, allerdings sorgte erst ein Schlussspurt von zwei Siegen für eine 10-6-Saison. Unglaublich: alle sechs Spiele wurden mit vier oder weniger Punkten verloren – ein Novum in der NFL-Geschichte. In den Playoffs zeigte man sich auswärtsstark. Sowohl in Philadelphia (21:16) wie auch in Atlanta (48:21) und Chicago (21:14) gewannen die Packers. Im Super Bowl XLV warteten dann die Pittsburgh Steelers. Dank Aaron Rodgers (111,5 QB-Rating), guter Receiver und eines nervenstarken Mason Crosby gewann Green and Gold mit 31:25. Die 13. Meisterschaft der Geschichte war unter Dach und Fach.

Drei Division-Titel in Serie

Im Anschluss an den Triumph wurden die Verträge von GM Ted Thompson und Headcoach Mike McCarthy verlängert. Die wichtigen Free Agents wurden gehalten, im Draft wurden mit Randall Cobb und Davon House gute Spieler geholt. Was folgte war eine absolute Wahnsinnssaison. Nur den Chiefs musste man sich beugen und schloss die Saison mit 15-1 ab. Der erste NFC North-Titel seit 2007 war unter Dach und Fach. Umso enttäuschender war die Divisional Round, wo man gegen die Giants mit 20:37 ein Debakel erlebte.

Nach dem die Defensive so enttäuschte, war er Fokus für den 2012er Draft klar. So wurde die Defensive um Nick Perry, Mike Daniels und Casey Heyward im Draft verstärkt. Allerdings hatte die Offensive Probleme, denn alle drei Running Backs verpassten Spiele, dazu fiel Bulaga die halbe Saison aus. Dennoch reichte es dank zweier längerer Siegesserien erneut zum Division-Titel. 11-5 hieß es am Ende. In den Playoffs wurden die Vikings in die Schranken gewiesen (24:10), ehe es in der Divisional Round eine herbe 31:45-Pleite gegen die 49ers gab.

Für die 2013er-Spielzeit folgte dann vor allem in der Offensive ein Umbruch. Donald Driver ging in Rente, Greg Jennings wechselte zu den Vikings und auch zwei von drei Running Backs mussten gehen. Auch das Linebacker-Korps wurde umgestaltet. Im Draft kamen illustre Namen wie Eddie Lacy, David Bakhtiari und Micah Hyde. Dieser Umbruch blieb nicht ohne Folge. Trotz eines 5-2-Startes mussten die Packers lange zittern. Erst am letzten Spieltag besiegte man die Bears mit 33:28 und ließ den alten Rivalen bei einer 8-7-1-Bilanz knapp hinter sich. Offensiv haperte es, was sich im Wild Card-Game gegen die 49ers bemerkbar machte. So musste man sich kurz Verschluss mit 20:23 geschlagen geben.

Kurz vor dem Ziel gescheitert

Zur 2014er-Saison verließ James Jones die Packers ebenso wie Jermichael Finley. Als Ersatz kamen Devante Adams und Richard Rogers im Draft. Ebenso konnte man Haha Clinton-Dix, Jeff Janis per Draft bekommen und Julius Peppers über die Free Agency. Und die Packers spielte eine starke Saison, sicherten sich im letzten Saisonspiel gegen die Lions (30:20) erneut die Division-Krone. Dank der starken 12-4-Bilanz reichte es zu Rang zwei in der NFC. In den Playoffs wurden dann die Cowboys mit 26:20 geschlage, ehe man dann den Seahawks die Conference-Championship überlassen musste. Aufgrund taktischer Fehlentscheidungen verspielten die Packers ein 19:7-Führung und unterlagen nach Overtime mit 22:28.

Es folgte ein eher suboptimaler Draft 2015. Da man mit Davon House und Tramon Williams gleich zwei Cornerbacks in der Free Agency verlor, legte man auf diese Position den Fokus. Doch weder Rollins noch Randall konnten voll überzeugen. Dafür kehre James Jones zurück. Dennoch gelang den Packers ein überragender Saisonstart (6-0), ehe dann das große Zittern anfing und man sich mit 10-6 in die Playoff rettete. Hier gewann man das Wild Card-Game bei den Redskins mit 35:18, ehe man den Cardinals mit 20:26 in der Overtime unterlag. Erneut waren die Packers den hohen Erwartungen nicht gerecht geworden.

Für 2016 kündigte sich dann ein größerer Umbruch. Langjährige Stützen wie John Kuhn, Jones, Andrew Quarless oder BJ Jari traten zurück oder wechselten den Club. Im Draft konzentrierte man sich auf die Defense, holte Kenny Clark, Blake Martinez und Dean Lowry, hinzu kam WR Geronimo Allison als Undrafted Free Agent sowie einige Spieler für die breite des Kaders. Bei einer 4-6-Bilanz verlief die Saison mehr als holprig, doch zum Ende gewann sechs Spiele in Serie. So sicherte man sich dank des 10:6 in Detroit wieder mal die Krone der NFC North. In die Playoffs startete man klar mit einem 38:13 gegen die Giants, ehe man dramatisch in Dallas mit 34:31 gewann. Im Championship Game waren die Falcons aber zu stark und die Packers nach desaströser erster Hälfte mit 21:44.

Viel Geduld gefordert

Zu 2017 verließen erneut wichtige Stützen die Packers. Micah Hyde, Datone Jones, Eddie Lacy, TJ Lang und Julius Peppers gingen weg, dazu auch noch Jared Cook. Dafür kam House zurück, ebenso holte man Martellus Bennett, Lance Kendricks und Ahmad Brooks. Im Draft kamen u.a. Aaron Jones, Kevin King und Jamaal Williams. Der Saisonstart war mit 4-1 sehr gut, doch in Woche sechs brach sich Aaron Rodgers das Schlüsselbein. In der Folge gewannen die Packers nur drei Spiele und verpassten mit 7-9 erstmals in dieser Dekade die Playoffs.

Dieses Ergebnis hatte zur Folge, dass in der Off-Season 2018 Ted Thompson gehen musste. Sein Nachfolger als GM wurde Brian Gutekunst, der Muhammad Wilkerson, Jimmy Graham, Tramon Williams und Marcedes Lewis in der FA holte. Hinzu kam ein Draft mit Jaire Alexander, Josh Jackson, Marquez Valdez-Scandling und EQ St. Brown, der als sehr hoffnungsvoll galt. Einige Spieler konnten ja schon Ausrufezeichen setzen. Nach passablem Start (trotz eines verletzt spielenden Rodgers) gewann man von Ende Oktober bis Anfang Dezember nur eines von sieben Spielen. Daraufhin musste Mike McCarthy als Headcoach gehen. Bis Woche 15 waren die Packers noch im Playoff-Rennen, am Ende war die Bilanz auch aufgrund vieler Ausfälle mit 6-9-1 mehr als dürftig. Erstmal seit 2006 verpasste Green and Gold in zwei Jahren in Folge die Playoffs.

Das letzte Jahrzehnt war insgesamt erfolgreich, wenngleich es den Höhepunkt mit dem Superbowl-Triumph schon am Anfang hatte. Danach waren die Packers Dauergast in den Playoffs, ehe es dann in den letzten beiden Jahren eine eher zähe Angelegenheit war. Was für 2019 drin ist, wird man sehen. Damit endet die Übersicht über 100 Jahre Packers. Alle Folgen zu diesem Thema gibt es hier.