Wie Nik in der jüngsten Folge des PackersTalk Germany schon angedeutet hast, ist Packers’ General Manager Brian Gutekunst ein großer Fan des “relative athletic score” (RAS). Der RAS ist ein Wert, der angibt, wie athletisch ein Spieler im Vergleich zu seiner Positionsgruppe ist.

Schauen wir uns das ganze doch mal bei unseren Top 3 Draft Picks an (Quelle: @MathBomb/Twitter)

Welche Werte werden in den RAS einbezogen? Nun, das sind die Werte aus dem Combine: Größe, Gewicht, 40 Yard Dash, 20 Split (die ersten 20 Yards aus dem 40 Yard Dash), 10 Split, Bench Press (wie viele Wiederholungen), Vertical Jump (Hochsprung aus dem Stand), Broad Jump (Weitsprung aus dem Stand), Shuttle-Übung und 3-cone (Hütchenlauf). All diese genannten Werte spielen eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Athletik eines Spielers: Wie sind seine physischen Voraussetzungen? Wie gut ist sein Körper für diese Position geeignet?

Hier geht man explizit NICHT auf das Können, die technischen Fähigkeiten, die “production” oder Tape ein. Es geht hier schlicht und einfach um die körperlichen Voraussetzungen.

Warum ist das dann überhaupt wichtig? Ganz einfach: Diesen Wert, der da am Ende steht, kann man nur sehr, sehr wenig trainieren. Technik lässt sich genauso trainieren wie Routen, Schemes und alles andere, das man lernen kann. Schnell rennen und hoch springen lässt sich aber nur zu einem gewissen Grad trainieren – wenn die körperlichen Voraussetzungen nicht da sind, wird es irgendwann schwierig.

Was bedeutet der RAS? Der RAS zeigt mit einem Wert zwischen 0 und 10 an, wie stark/schnell/groß ein Spieler im Vergleich zu seiner Positionsgruppe ist. Rashan Gary hat zum Beispiel einen der Top 3 RAS-Werte des Drafts. Und bei Darnell Savage sieht man sofort, dass er im Vergleich zu den anderen Safeties “elite speed” und “elite explosion” besitzt, aber etwas klein und leicht im Vergleich zu seiner Safety-Gruppe ist – ein Punkt, der auch in unserer Podcast-Folge zur ersten Runde angesprochen wurde.

Mit dem RAS werden viele Dinge sehr schnell offensichtlich, die man auch auf dem Tape sehen wird. Es ist ein einfacher Wert, der viele Feinheiten zusammenfasst. Der Wert allein steht jedoch nur für eine gute Athletik. Für ein klein wenig Analyse empfehle ich, das gesamte Diagramm mit seinen einzelnen Werten anzuschauen. Dann sieht man bereits viele Feinheiten und kann einigermaßen differenzieren, ohne auch nur einen Blick aufs Tape geworfen zu haben – etwas, das beim Scouting natürlich trotzdem unerlässlich ist.

Die Rückschau zur ersten Runde gibt’s übrigens hier: