Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. In den 2000ern etablierten sich die Packers als Dauergast in den Playoffs und holten sich vier Division-Titel. Dies gelang mit nur zwei Headcoaches und zwei Quarterbacks.

Sherman ist der neue Chef

Die Saison 2000 begann nach der Entlassung von Ray Rhodes mit einem neuen Coach. Mike Sherman, zuvor OC der Seahawks, übernahm das Kommando. Gemeinsam mit GM Ron Wolf bastelte er schon in seinem ersten Draft an der Zukunft. TE Bubba Frank, Tackle Chad Clifton und DE Kabeer Gbaja-Biamila sollten die Packers für viele Jahr prägen. Doch die Saison verlief holprig, schon relativ frühzeitig waren die Playoffs verpasst. Doch dank eines Runs von vier Siegen kam es noch zu einer 9-7-Saison.

Nach der Spielzeit ging Ron Wolf in den Ruhestand und Sherman übernahm auch den Posten des GMs. In seinem ersten Trade wurde Matt Hasselbeck abgegeben, wodurch man im Draft an Position zehn ziehen durfte. Der damit gezogene Jamal Reynolds konnte aber nicht überzeugen. Andere Spieler aus diesem Jahrgang wie WR Robert Ferguson oder TE David Martin konnten deutlich mehr auf sich aufmerksam machen. Insgesamt zeigte sich die Mannschaft weiter verbessert und schaffte eine 12-4-Saison. Nach zwei playofflosen Jahren ging es wieder in die Post-Season. Die 49ers wurden zunächst mit 25:15 besiegt, allerdings ging man dann bei den Rams mit 17:45 unter.

Drei Division-Titel in Serie

Sherman zog die richtigen Schlüsse für die kommende Spielzeit. Der Draft mit zwei Future Pro-Bowlern passte, dazu gelang in der Offensive die perfekte Mischung zwischen Brett Favres Passspiel und den Power Runs von Ahman Green. Erneut stand eine 12-4-Saison in den Büchern und damit der Titel in der neuen NFC North. Großen Nutzen konnte man nicht daraus ziehen. Schon im ersten Playoff-Spiel war Endstation. Zu Hause gab es ein herbes 7:27 gegen die Falcons. Dennoch waren die Packers jetzt Dauergast in der Post-Season.

Dennoch blieb das Team zur Saison 2003 weitestgehend zusammen. Lediglich zwei Starter mussten die Packers abgeben, mit Al Harris in der Free Agency und Grady Jackson via Waiver im November wurden wertvolle Spieler geholt. Man lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Minnesota Vikings und holte sich am letzten Spieltag den Division-Titel. Die Packers besiegten die Broncos mit 31:3, die Wikinger unterlagen gleichzeitig gegen die Cardinals mit 17:18. Doch trotz einer guten Run-Defense und einer weiteren überragenden Favre-Saison gelang wieder keine Super Bowl-Teilnahme. Die Seahawks wurden nach einem 52-yard-Interception von Harris mit 33:27 besiegt, doch in Runde zwei verspielte man eine 14:0-Führung und unterlag mit 17:20.

Das Umfeld in Green Bay wurde unruhig, der große Wurf schien den Packers nicht zu gelingen. Achillesferse war aus Sicht des Managements die Defensive, daher verlegte man sich im Draft 2004 darauf, vor allem Defense und Special Teams zu verstärken. Ein Fehler, wie viele meinten. Und sie sollten sich zunächst bestätigt sehen, denn die Packers starteten 1-4 in die Saison. Kantersiege bei den Lions (38:10) und gegen die Cowboys (41:20) warfen das Ruder rum. Mit 10-6 gewannen die Packers zum dritten Mal in Serie die NFC North. Allerdings war wieder im Wild Card-Game Schluss. Den Vikings unterlag man mit 17:31.

Als Folge daraus musste Sherman seinen GM-Posten abgeben. Ted Thompson übernahm das Kommando. Direkt beim Draft sorgte dieser für einen Paukenschlag, indem er mit Aaron Rodgers den potentiellen (und wie wir wissen tatsächlichen) Nachfolger für Favre draftete. Auch Free Safety Nick Collins schlug voll ein. Allerdings wurden Abgänge von Startern wie Marco Rivera oder Mike Wahle nicht gut genug kompensiert. Folglich verlief die Saison katastrophal. Die 4-12-Siege waren die schlechteste Bilanz und die erste Losing-Season seit 1991. Mike Sherman musste daraufhin seinen Hut nehmen.

Die Ära McCarthy beginnt

Mike McCarthy übernahm die Regie an der Seitenlinie und baute das Team um. Javon Walker musste gehen, mit Charles Woodson wurde ein routinierter DB geholt. Dazu wurden mit LB AJ Hawk und WR Greg Jennings zwei echte Granaten im Draft geholt. Eine Playoff-Qualifikation gelang McCarthy mit den Packers nicht. Immerhin war die Saison mit 8-8 aber deutlich besser.

Zumal man in der Off-Season 2007 die richtigen Assets fand. Zwar ging RB Ahman Green, doch mit Receiver James Jones bekam Favre eine neue Waffe, hinzu kam ein neues Backfield mit Ryan Grant und John Kuhn. Die Regular Season verlief wie am Schnürchen, mit 13-3 gewannen die Packers die NFC North. In den Playoffs wurden dann die Seahawks mit 42:20 überrollt, ehe dann im Championship Game verloren wurde. In einem dramatischen Spiel unterlag man den Giants mit 20:23 in der Overtime. Dies Spiel war dann das Ende der Ära Favre in Green Bay.

Rodgers folgt auf Favre

Der legendäre Quarterback wurde nach langem hin und her um sein Karriereende zu den Jets getradet. Aaron Rodgers bekam das Vertrauen zur Saison 2008. Mit Jermichael Finley und Jordy Nelson wurden neue Waffen gedraftet. Im Gegenzug musste u.a. Bubba Franks gehen. Generell war die Offseason von einem großen personellen Umbruch geprägt. Fast 60 Spieler kamen oder gingen (wieder). Entsprechend uninspiriert gingen die Packer zu Werke. Trotz eines guten Saisonauftakts hingen die Trauben zu hoch und mit 6-10 verpasste man die Playoffs.

Hauptkritikpunkt der Vorsaison war, dass Rodgers nicht stark performte – vor allem da er wenig Entlastung und Schutz hatte. Mit TJ Lang (Draft) und Duke Preston (FA) wurde die O-Line verstärkt, außerdem kehrte Ahman Green zurück. Nach einem durchschnittlichen Saisonauftakt gelang den Packers eine starke 12-4-Saison und die Qualifikation für die Playoffs. Allerdings war wieder in den Wild Card-Games Schluss. In einem Offensivfeuerwerk unterlag man den Cardinals mit 45:51 in der Overtime. Dennoch sollte diese Saison der richtige Schritt in Richtung Super Bowl sein.

Unter dem Strich waren die Packers in den 2000ern praktisch ein Dauergast in den Playoffs. Einzig tiefe Runs waren Green and Gold nicht vergönnt, es fehlten in den entscheidenden Momenten Glück und Erfahrung. Immerhin gelang der Wechsel von einem Franchise-Quarterback zum Nächsten ohne die ganz großen Probleme. Auch abseits des Feldes bewegte sich einiges. Das Lambeau-Field wurde endgültig zum Palast ohne Dach und wirtschaftlich ging es den Packers noch nie so gut wie in dieser Zeit.

Wie es in den Jahrzehnten davor war, das erfahrt ihr in den ersten Teilen der Packers-Historie.