Noch in der letzten Ausgabe der Packers-Historie war Forrest Gregg als Headcoach ein wichtiger Bestandteil der 1980er Jahre. Doch auch als Spieler ist er eine echte Legende. Nun trauern die Packers, seine Familie und die Fans um den vielleicht besten Offensive Tackle der NFL-Geschichte. Denn er starb am heutigen 12. April im Alter von 85 Jahren in Colorado Springs.

Bester Offensive Tackle der Geschichte

Alvis Forrest Gregg, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 18. Oktober 1933 in einem verschlafenen Nest in Texas geboren. Nach seiner High School Zeit ging es an die Southern Methodist University in Dallas. Bereits an der SMU entwickelte sich Gregg zu einem starken Spieler. 1956 schlugen die Packers an 20. Stelle im Draft zu, allerdings wurde er als Defensivspieler verpflichtet. Doch Coach Lisle Blackburn schulte ihn zum Offensiv Tackle um – eine Position, die Gregg für immer prägen sollte.

Vor allem Coach Lambeau hielt große Stücke auf den 1,93m großen Modellathleten, forderte und förderte ihn. Das Resultat ist bekannt: Die Packers holten in den 1960er Jahren fünf Meisterschaften und zwei Superbowls. Forrest Gregg gelang noch mehr. Sein Spielstil, sein Runblocking, aber auch die Verteidigung von Quarterback Bart Starr machten Gregg zu einem der drei besten Tackles der NFL-Geschichte. Daher hagelte es auch persönliche Auszeichnungen für ihn. Neun Pro Bowls, siebenmal All Pro im First Team, zweimal im Second Team – viel mehr geht für einen Offensive Lineman wohl nicht. Wenig überraschend ist die Wahl ins 1960s All-Decade-Team sowie ins 75th Anniversary Team. Dabei sei bemerkt: auch als Guard, sowohl auf der linken wie auf der rechten Seite, machte Gregg eine gute Figur.

NFL-Analyst Elliot Harrison beschreibt die Nummer 75 der Packers in seinem Nachruf als Runblocker „von dominanter und technischer Gestalt“. Auch Coach Lombardi war von ihm schlicht und ergreifend begeistert: „Forrest Gregg is the finest player I ever coached!“ Die Sportjournalisten honorierten auch lange nach seinem Karriereende die Leistungen. In einem Ranking der Sporting News von 1999 wurde er als Offensive Tackle auf Platz zwei hinter Anthony Munoz gewählt. Dieser wurde übrigens von Gregg gecoacht.

1971 wechselte Gregg zum Abschluss seiner Karriere in die Heimat. Mit den Dallas Cowboys feierte er seine sechste Meisterschaft. Nur drei weitere Spieler schafften dies in ihrer Karriere. Herb Adderley feierte dabei alle Titel zusammen mit Gregg. „Fuzzy“ Thurston als Nummer drei auf der Liste gewann ebenfalls fünf Titel mit den Packers sowie einen mit den Baltimore Colts. Einziger „Nicht-Packer“ in der Liste ist Tom Brady.

Als Coach an der Linie

Im Anschluss an seine Spielerkarriere wechselte Gregg unverzüglich an die Seitenlinie. Bereits 1975 wurde er Headcoach bei den Cleveland Browns, wo er bis 1977 blieb. Bei den Cincinatti Bengals (1980-83) hatte er seine erfolgreichste Zeit als Trainer. 1981 schaffte er mit seinem Team den Sprung in den Super Bowl. Diesen verlor er allerdings gegen die 49ers. Danach ging es zurück zu den Packers (auf dem Foto unten rechts), die Gregg bis 1987 coachte. Diese Zeit war etwas unglücklich, dennoch leitete er den Umbruch ein, der die Packers nach und nach wieder in Richtung Playoffs führen sollte. Davon bekam Forrest Gregg allerdings wenig mit, denn 1988 ging er als Coach an die SMU. 1995 beendete er seine Trainerkarriere in der CFL.

Seinen Ruhestand verbrachte Forrest Gregg in Colorado Springs. Dort erkrankte er 2011 an Parkinson, vermutlich ausgelöst durch mehrere Gehirnerschütterungen in seiner aktiven Karriere. Doch seine Spielerzeit bereute er nicht, wie er in einem Interview mit ESPN 2013 bekanntgab. Mit den diversen Regeländerungen, die vor allem die Offensivspieler schützen, kam er nur bedingt klar. So bezeichnete Gregg zwar alles als gut, was die Spieler schützt. Doch gleichzeitig bezeichnete er es als unmöglich, Defensivspielern zu zeigen, wie sie korrekt tackeln.

Nun ist Alvis Forrest Gregg, einer der größten Packers aller Zeiten, von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und Freunden.