Zum Ende unserer Reihe “Rückblick auf die Positionsgruppen” für die letztejährige Saison möchten wir euch noch einmal einen kleinen Gesamtüberblick geben, die Free Agency-Bewegungen hinzufügen und daraus einen kleinen Schluss auf potentielle Needs für die restliche Free Agency, den kommenden Draft und potentiell auch Trades geben. Die einzelnen Positionsberichte der Rückblicke sind jeweils hinter den Positionen verlinkt, damit ihr euch bei Interesse dort die Langfassungen durchlesen könnt.

Quarterbacks (Rückblick ’18)

Aaron Rodgers ist immer noch Aaron Rodgers. Für einen potentiellen Nachfolger wäre es ebenfalls zu früh. Mit Kizer und Boyle hat man einiges an Potential in der Hinterhand, fraglich ist, ob man Rodgers wirklich erneut zwei Potential-Backups zur Seite stellen will oder ob man es vielleicht mit einem Veteran versucht. Für den Draft wohl eher uninteressant, vielleicht könnte ein FA-Veteran interessant werden.

Wide Receiver (Rückblick ’18)

Mit Davante Adams hat man einen Star-Receiver in den eigenen Reihen, dahinter klafft aber ein Loch. Mit Allison wurde ein Rodgers-Liebling für ein weiteres Jahr an die Packers gebunden. Nach dem Abgang vom verletzungsgeplagten Cobb wird sowohl die Veteran Leadership als auch die Position des Slot Receivers vakant, letzteres könnte über den Draft gelöst werden, da MVS, Moore und EQ alle nicht unbedingt die physische Form von Spielern für den Slot sind. Interessant zu beobachten wird also, ob hier ein Veteran kommt, man einen Slot-Receiver im Draft holt oder Gutekunst auf die Second Year-Wide Receiver vertraut – alles ist möglich. Außerdem könnte jemand geholt werden, der als Returner und Gunner den Abgang von Trevor Davis auffängt.

Tight Ends (Rückblick ’18)

Jimmy Graham wird definitiv bleiben, er hat 2018 eine gute, wenn auch etwas enttäuschende, Saison hingelegt und muss sich jetzt deutlich steigern, um seinem Gehalt gerecht zu werden. Mit Marcedes Lewis hat man einen Blocking Tight End für LaFleurs Zone Running Scheme resignt und mit Robert Tonyan steht ein junger Receiving-Tight End in den Startlöchern, der aber noch viel zu lernen hat. Ein junger Franchise-Tight End (bevorzugt einer, der gut im Blocking ist) könnte eine hohe Priorität im Draft haben.

Runningbacks (Rückblick ’18)

Mit Aaron Jones haben die Packers einen hervorragenden Runner in den eigenen Reihen, der sich in der Pass Protection stark verbessert hat und diese Offseason an seinen Receiving Skills arbeiten möchte. Jamaal Williams dahinter ist sehr stark in der Pass Protection und ein solider bis guter Runner. Danach fehlt es an Qualität, ein dritter Runningback in den mittleren bis späten Runden des Drafts wäre also nicht verwunderlich, besonders wenn vielleicht jemand etwas weiter fällt und der Wert des Spielers über dem derzeitigen Draftpick liegt. Ebenfalls möglich wäre, dass mit einem späten Pick ein Fullback gezogen wird, da diese Position in LaFleurs Zone Running Scheme wieder deutlich vakanter wird als bei den Packers in der nahen Vergangenheit üblich.

Offensive Line (Rückblick ’18)

Mit Bakhtiari und Linsley haben wir zwei super Spieler auf Left Tackle und Center im Roste. Lane Taylor ist zwar nicht der beste Guard der Liga, aber definitiv ok. Bulaga ist ebenfalls ein guter Right Tackle, jedoch sehr verletzungsanfällig und teuer – spätestens nächstes Jahr mit auslaufendem Vertrag wird seine Zeit abgelaufen sein. Und da die Right Guard-Position mit Byron Bell total ungefüllt war, ist vorallem die rechte Seite für den Draft vakant. Mit Billy Turner hat man ein Schweizer Taschenmesser der Offensive Line in der Free Agency verpflichtet, könnte jedoch trotzdem eine Verstärkung auf Guard im Draft suchen – möglicherweise kommt hier ein Spieler in Frage, der dieses Jahr in die Right Guard-Position rückt und dann nächstes Jahr (oder bei Verletzung dieses Jahr) Bryan Bulaga als Franchise Right Tackle beerbt.

Defensive Line (Rückblick ’18)

Mit Kenny Clark hat man einen Franchise-Nose Tackle in den eigenen Reihen, das ist klar. Durch die in einem Jahr auslaufenden Verträgen von Mike Daniels und Dean Lowry steht der Rest der DLine aber einem Umschwung bevor. Dahinter stehen mit Lancaster, Adams und Brown drei junge Spieler in den Startlöchern, ob sie jedoch qualitativ an Daniels und Lowry (bzw. Wilkerson Anfang letzter Saison) anknüpfen können, ist noch fraglich. Frisches Blut könnte der DLine also generell nicht schaden, wenn ein Top-Defensive Tackle im Draft zu den Packers fallen könnte, wäre das definitiv eine gute Option.

Linebacker (Rückblick ’18)

Clay Matthews und Nick Perry sind weg, Zeit für die jungen Wilden. Mit Reggie Gilbert, Kyler Fackrell und Kendall Donnerson bleiben hier lediglich rotational Player für die Position des Outside Linebackers aus der letzten Saison übrig. Mit Za’Darius und Preston Smith haben die Packers gleich zwei starke Edge Rusher über die Free Agency verpflichtet, vorallem für die Rotation, die Passing Downs und Mike Pettines Blitz Schemes könnte ein Outside Linebacker mit besseren Coverage-Qualitäten als den beiden Smiths jedoch definitiv eine Option im Draft sein.

Auf er Position des Inside Linebackers haben wir mit Blake Martinez den Leader der Defense noch ein Jahr im Team. Daneben wird es mit Second Year-ILB Oren Burks, der letzte Saison eher wenig geglänzt hat, dann auch schon dünn, nachdem der letztjährige Notstöpsel Antonio Morrison entlassen wurde – Morrison zeignete nur durchschnittliche Leistungen und leistete sich ein negatives Erlebnis in einem Flugzeug. Inside Linebacker ist also trotz der viel gespielten 3 Safety-Looks des letzten Jahres definitiv eine interessante Position für den Draft.

Safeties (Rückblick ’18)

Clinton-Dix getradet, Jermaine Whitehead entlassen, Brice, Jones und Greene füllen wie bei den Outside Linebackern nur rotational Rollen (oder potentielle Rollen in 3 Safety-Paketen) und so war hier ein riesiger Need, selbst wenn Tramon Williams weiterhin Free Safety spielen würde, was nach derzeitigen Kommentaren wohl nicht geplant ist. Mit Adrian Amos hat man einen sehr vielfältigen und überall einsetzbaren Safety in der Free Agency geholt, sodass der größte Need hier erstmal gestopft ist. Einen hochqualitativen gelernten Safety als Partner für Amos zu draften, liegt aber mehr als nur im Bereich des möglichen, es ist sogar sehr wahrscheinlich. Mit Amos’ Stärken als Strong Safety wäre das am besten ein Free Safety, Amos kann jedoch beide Positionen ausfüllen.

Cornerbacks (Rückblick ’18)

Kevin King zeigte wieder stellenweise, was er zu leisten imstande wäre, wenn er denn endlich mal gesund bleiben würde. Mit Jaire Alexander hat man ein echtes Juwel im letztjährigen Draft gefunden und Tramon Williams füllt hier wohl das Trio, wenn er nicht auf der Safety-Position benötigt wird, da der Fund der letzten Saison Bashaud Breeland Green Bay verlassen hat. Mit Josh Jackson und Tony Brown hat man zwei junge Corner im Roster, die noch nachrücken könnten. Aufgrund der Verletzungssorgen um Kevin King würde mich ein weiterer Draftpick auf der Cornerback-Position nicht wundern (möglicherweise ein vielfältiger Defensive Back, der Safety und Cornerback spielen kann), aufgrund des schon sehr jungen Cornerback-Rooms würde es mich aber wundern, wenn dafür ein hoher Pick verwendet würde.

Special Teams (Rückblick ’18)

Mit JK Scott hat man letztes Jahr einen super Punter gefunden. Kicker Mason Crosby zeigte dieses Saison sein Alter und verlor sogar ein Spiel mehr oder weniger ganz alleine, außerdem läuft sein Vertrag nur noch ein Jahr. Mit Hunter-Bradley ist die Long Snapping-Position eher schwach besetzt. Außerdem gehen den Packers die Returner aus, nachdem wie oben erwähnt Trevor Davis die Packers verletzt. Ein später Kicker-Pick ähnlich wie Scott letztes Jahr würde mich nicht wundern, da Crosby auch sehr teuer ist. Erneut einen Long Snapper im Draft halte ich für sehr unwahrscheinlich. Der größte Special Team-Focus im diesjährigen Draft wird vermutlich auf einem Returner liegen. Ob man den quasi nur als Specialist holt oder er auch auf anderen Positionen spielen kann, wird wohl von der Auswahl abhängen.