Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Die Reise geht in die 1980er Jahre. Sportlich war dies ebenfalls ein schwieriges Kapitel, doch viele Weichenstellungen für die aktuelle Packers-Gegenwart wurden in dieser Zeit getätigt.

Die letzten Starr-Jahre

Trotz der Enttäuschungen der Vorjahre gingen die Packers 1980 mit Bart Starr als Headcoach in die Saison. Obwohl die Bears zum Auftakt besiegte und auch gegen den späteren Division-Champion aus Minneapolis beide Spiele gewann, reichte es wieder nicht für die Playoffs. Mit einer 5-10-1-Saison war es wieder der letzte Platz.

1981 drafteten die Packers mit Rich Campbell einen hoffnungsvollen Quarterback. Doch der Mann aus Kalifornien konnte sich nicht durchsetzen. Fun Fact: Campbell war der letzte Quarterback, der von den Packers in der ersten Runde gezogen wurde, bis 2005 Aaron Rodgers den Weg nach Wisconsin fand. Dennoch gelang den Packers zumindest mal ein 8-8-Saison. So landete man nur knapp hinter den Buccaneers und den Lions.

Die durch den Spielerstreik verkürzte Saison 1982 brachten den Packers nur neun Spiele. Doch von diesen neun Partien gewann das Team von Bart Starr fünf und qualifizierte sich erstmals seit der Saison 1972 für die Playoffs. Hier schaffte man den Sprung in die zweite Runde. Zum Auftakt wurden die St. Louis Cardinals mit 41:16 demontiert, ehe man danach den Dallas Cowboys mit 26:37 unterlag.

Wechsel an der Spitze

Ein Mann alter Schule: Dominic Olejniczak war 24 Jahre lang Präsident der Packers

Viel wichtiger war aber vor der Saison der Wechsel an der Spitze der Packers-Franchise. Dominic Olejniczak, Präsident von Green and Gold, gab seinen Posten nach 24 Jahren und mit ihm übernahm Richter Robert Parins das Kommando. Unter seine Ägide wurde es sportlich nur bedingt besser, doch abseits des Football-Feldes lief es dafür umso besser. Das Lambeau-Field wurde sukzessive ausgebaut. Auch dadurch bedingt erwirtschafteten die Packers in der Mitte der 80er Jahre ordentlich Gewinn. Ferner wurde 1986 die Packers Foundation gegründet. Diese unterstützt Charity-Organisationen in ganz Wisconsin. Dies sind im Rückblick wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Packers, die teilweise noch bis heute Auswirkungen haben.

Zurück zum Sportlichen: 1983 verpassten die Packers wieder die Playoffs. Man landete mit einer 8-8-Saison knapp hinter den Lions. Die Spielzeit war geprägt von großer Spannung. Fünf Spiele der Packers gingen in die Overtime, weitere fünf Spiele endeten mit sechs oder weniger Punkten Unterschied. Dennoch war man nicht zufrieden und nach dem letzten Spiel wurde Bart Starr als Headcoach abgelöst.

Ein unglücklicher Forrest Gregg

Mit Forrest Gregg übernahm eine weiter Spielerlegende der Packers das Kommando an der Seitenlinie. Doch auch unter ihm wurden die Playoffs nicht erreicht. Sowohl 1984 wie auch 1985 landeten die Packers mit einer 8-8-Saison auf dem zweiten Division-Platz. Zufriedenheit kam damit nicht aus und Gregg probierte zur Saison 1986 den radikalen Wandel.

Der Rebuild war schon sehr krass. Mit Quarterback Lynn Dickey, Tight End Paul Coffman und Tackle Greg Koch mussten langjährige Stützen gehen. Insgesamt 20 Spieler mussten Green Bay verlassen. Mit neuem, sehr jungen Personal wurde die Saison 1986 zum Desaster. Mit 4-12 landeten die Packers auf dem vorletzten Platz der NFC Central.

Daraufhin besetzten die Packers den vakanten GM-Posten mit Tom Braatz, einem ehemaligen GM der Falcons. Trotz solider Auswahl im Draft und eines passablen Saisonstarts (3-2-1) wurden die Playoffs wieder klar verpasst. Die 5-9-1-Saison war daher nur bedingt besser. Dennoch hielten die Packers an Gregg als Headcoach fest. Doch dieser verließ die Packers im Januar 1988, um an seiner Alma Mater SMU als Coach zu arbeiten.

Aufbruchstimmung unter Infante

Lindy Infante (Bild oben), zuvor Offensive Coordinator der Bengals, übernahm seinen ersten Cheftrainerposten. Allerdings landeten die Packers wieder nur bei einer 4-12-Saison. Jedoch konnte man im Draft Spieler holen, die in der Folge stützen werden sollten. Sterling Sharpe und Chuck Cecil stehen hier wohl ganz oben. Damit wurde die Grundlage für die kommenden Jahre gelegt und man konnte daher auch den Missgriff 1989 ausgleichen. Denn Tony Mandarich, an Nummer zwei gezogen, ist wohl einer der größten Draft-Busts der NFL-Geschichte.

Die Saison 1989 selbst war ein Erfolg. Zum Zweiten Mal in dieser Dekade gelang eine Winning-Season. Mit 10-6-Season musste man den Vikings nur aufgrund des Tiebreakers den Vortritt in Sachen Playoffs lassen. Herausragend war dabei die Achse zwischen Quarterback Don Majkowski und Receiver Sharpe.

Der Grundstein für die erfolgreichen 90er Jahre wurden vor allem in der zweiten Hälfte der Dekade gelegt. Die Packers hatten einen guten Grundstock an Spielern, die sie dann sukzessive ergänzten. Was dann daraus folgte, ist Teil der nächsten Folge.

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