Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Die goldenen 60er gingen nicht so erfolgreich zu Ende und in den 1970er Jahren sollte es nicht besser werden – im Gegenteil. Es wurde die vielleicht dunkelste Dekade der Geschichte.

Die letzten Jahre der goldenen Generation

Phil Bengtson, der Vince Lombardi 1968 beerbt hatte, durfte auch 1970 als Headcoach an der Seite stehen. Doch die verbliebenen Stars (Bart Starr, Ray Nitschke, Forrest Gregg) hatten ihren Zenit überschnitten und das nachrückende Personal hatte einfach nicht genügend Qualität. Dennoch gelang ein guter Saisonstart, doch sechs Niederlagen in den letzten acht Spielen bedeuten erneut einen negativen Record (6-8). Unmittelbar im Anschluss an die Saison trat Bengtson zurück.

Die Devine-Jahre

1971 wurde es noch schlimmer. Obwohl man mit John Brockington im Draft einen tollen Running Back zog, kamen die Packers auf keinen grünen Zweig. Dan Devine, der als Rookie sowohl GM als auch Headcoach wurde, konnte dem Team seinen Stempel nicht aufdrücken. Nach einer erneut enttäuschenden 4-8-2-Saison waren die Playoffs weit weg. Im Anschluss an die Saison trat der große Bart Starr zurück. Fünf Meisterschaften, zwei Super Bowls, fast 25000 Passing Yards – das sind nur drei, der großartigen Statistiken der Nummer 15 der Packers. In der ganzen GOAT-Diskussion um Tom Brady wird sein Name gerne vergessen.

Im Jahr nach Starr gelang den Packers endlich der Turnaround und gleich konnte man den Division-Titel einheimsen. Zunächst wurde im Draft Willie Buchanon gezogen, ehe Coach Devine den Spielstil massiv umstellte. Die Unsicherheit von Quarterback Scott Hunter wurde durch ein intensives Laufspiel übertüncht. Damit gelang den Packers ein 10-4-Run in die Playoffs. Dort war aber direkt Schluss, man unterlag den Washington Redskins mit 3:16.

Die Herrlichkeit war aber nur von kurzer Dauer. Schon 1973 war der Negativtrend wieder da. Vor allem der Verlust von Ray Nitschke, der unmittelbar vor der Spielzeit zurücktrat, war nicht zu kompensieren. Am Ende stand ein 5-7-2-Record, erneut bedeutete dies ein klares Verpassen der Playoffs. Dan Devine durfte auch 1974 an der Seitenlinie stehen, aber erneut gelang ihm keine Winning-Season. Mit 6-8 war wieder vor den Playoffs Schluss. Im Anschluss trat Dan Devine als GM und Headcoach zurück.

Eine Legende kehrt zurück

Bart Starr, nach seiner Karriere für ein Jahr Quarterback-Coach bei den Packers, kehrte 1975 nach Green Bay zurück. Als Headcoach und GM übernahm er die darbende Franchise. Der Saisonstart war aber ein Fiasko, denn die Packers starteten mit 1-8. Am Ende war es eine 4-10-Saison und der letzte Platz in der Division. Nachdem man im Expansion Draft 1976 drei wichtige Spieler (u.a. Al Matthews) verlor, gelang 1976 keine bessere Saison. Am Ende stand ein 5-9, erneut der letzte Platz in der NFC Central.

Endgültig am Boden waren die Packers dann 1977. Zum dritten Mal in Serie stand ein negativer Record, mit 4-10 wurde es sogar wieder schlechter. Nicht überliefert ist, warum das Packers-Präsidium an Bart Starr festhielt. Am Wahrscheinlichsten ist, dass man sich nicht traute, eine Legende und Hall of Famer vor die Tür zu setzen. Dieses Geheimnis nahmen die damaligen Verantwortlichen aber mit ins Grab.

Ein Strohfeuer 1978

Oder sie glaubten einfach an Starr. Denn 1978 gelang endlich wieder eine Winning-Season. 8-7-1 stand am Ende in den Büchern, wenngleich es nicht für die Playoffs reichte. Das lag vor allem an der zwei geteilten Saison. Überragend war der Start mit 7-2. Der Rest war dann aber Grütze. Den Tiebreaker gewannen die Vikings und so schauten die Packers erneut in der Postseason nur zu.

Im letzten Jahr der Dekade machten die Packers dann wieder einen Schritt zurück. In der gesamten Spielzeit bekam Green and Gold kein Bein an die Erde. Mit 5-11 war es wieder eine ganz schwache Saison, in der erneut aufgestockten Liga belegte man den vorletzten Platz in der NFC Central.

Was bleibt von den 1970ern? Es ist bis dato die schlechteste Dekade der Franchise-Geschichte. Keine Titel, nur einmal Playoffs: die Packers waren das, was in den 2000ern die Browns waren. Kein Wunder, dass aus dieser Dekade nur ein Spieler erwähnenswert ist. Wide Receiver James Lofton, 1978 von den Packers gedraftet, schaffte es in der selben Saison erstmals in den Pro Bowl. Er sollte aber erst in den 80er Jahren ein dominierender Passempfänger werden. Ansonsten kann man über die dunkelste Dekade der Packers getrost den Mantel des Schweigens legen.

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