Wir haben beschlossen, nicht wie letztes Jahr eine Reihe von Mock Drafts aufzubauen, sondern lieber gemeinsam an einem einzigen zu arbeiten. Hierfür haben Chris und Nik sich zusammengesetzt und sind jeden einzelnen Pick durchgegangen. Manche Picks hatten wir schnell geklärt, bei anderen waren wir uns sehr uneinig – am Ende sind wir zu einem ansehbaren Resultat gekommen.

Was ist ein Mock Draft?

Ein Mock (engl. “Pseudo-/Schein-“) Draft ist einfach ein simulierter Draft. Man geht die Picks durch und versucht, vorherzusagen, was die Teams tun könnten oder sollten. Hierbei gibt es selten richtig oder falsch, denn allzu viele Treffer wird kaum ein Mock Draft haben – dafür ist der Draft zu unausrechenbar. Ein unvorhergesehener Trade (wir haben uns entschieden aufgrund der unglaublich weitreichenden Ratereien auf Trades zu verzichten) oder auch nur ein Pick aus der Reihe kann den ganzen Mock Draft zum Einstürzen bringen. Deshalb seht diesen Mock Draft bitte als das, was er ist: Eine Spielerei, die als Start für eine Diskussion zum Draft genutzt werden kann.

Die Regeln

Wie bereits erwähnt, wird es bei unserem Mock Draft keine Trades geben. Wir hatten zwar während des Diskutierens noch darüber nachgedacht, uns aber schließlich dazu entschieden, bei unserer Entscheidung zu bleiben – dementsprechend ist unsere Draft Order die derzeitig (Montag, 22.04.) gültige und daran ändert sich im Laufe des Mock Drafts nichts. Anstatt wie andere abwechselnd und “gegeneinander” zu picken, haben wir uns gemeinsam zusammengesetzt, unsere Gedanken beide miteinander verschmolzen und so versucht, den idealen Pick für jedes Team zu finden. Hier sei natürlich nochmal dazu gesagt, dass wir nicht alle Teams so gut kennen wie die Packers, es können Picks dabei sein, die vielleicht aus irgendwelchen Gründen nicht so passend sind, die man aber als “Team-Fremder” nicht unbedingt weiß.

Der Mock Draft

Pick 01: Arizona Cardinals – Kyler Murray (QB, Texas A&M)

Finale Entscheidung (Chris): Die seit langem offensichtliche Wahl bleibt in diesem Fall die richtige. Kingsburry bekommt zum Start seiner Ära den Wunsch erfüllt und kann mit Murray optimal sein Offensive Scheme umsetzen. Auch Murrays Absage zum Pre-Draft Visit an die Redskins deutet darauf hin, dass seine vorherigen Visits gut verliefen, sprich er sich sicher ist, dass er, wenn die Redskins an 15 am Zug sind, nicht mehr auf dem Board ist.

Zweitmeinung (Nik): Auch wenn die Cardinals hier lange drauf hinspielen und immer wieder Gerüchte aufkommen, kann ich mir diesen Pick nicht vorstellen. Sie haben Josh Rosen, ich empfinde Murray nicht als gut genug für diesen Pick und außerdem glaube ich immer noch, dass Kingsbury diese “Ich würde Murray an 1 nehmen”-Aussagen als Coach des Spielers getroffen hat und nicht als Coach des Teams mit dem Nr 1-Pick; das war Support und keine ehrliche Fachmeinung.

Pick 02: San Franciscio 49ers – Nick Bosa (Edge, Ohio State)

Gemeinsame Entscheidung: Quinnen Williams ist hier natürlich ebenfalls eine Option, Nick Bosa füllt den Need der 49ers hier aber zu gut. Sieht man beide Spieler qualitativ auf derselben Stufe, hat Edge (bei den 49ers Defensive End) auch einen höheren Position Value. An Nick Bosa führt eigentlich kein Weg vorbei.

Pick 03: New York Jets – Quinnen Williams (DT, Alabama)

Finale Entscheidung (Chris): Auch wenn Allen hier das perfekte Fit der Jets darstellt, ist Williams schlicht zu gut, um ihn zu passen. Die Jets kriegen an 3 den besten Spieler im Draft und stellen ihn an die Seite von Leonard Williams, wodurch sie umgehend eine der besten Interior D-Lines der NFL hätten.

Zweimeinung (Nik): Die Alternative zu Quinnen Williams wäre hier Josh Allen. Der ist auf meinem persönlichen Edge-Board zwar weiter hinten einsortiert, trotzdem glaube ich, dass er der perfekte Fit für die New York Jets wäre. Die Jets wollten in der Free Agency Anthony Barr signen und ihn wieder zu seiner College-Position des 3-4-OLB transferieren – alles, was Barr hier könnte, kann Allen besser. Quinnen Williams ist definitiv schwer zu übergehen, ich hätte den Positional Fit aber wohl vorgezogen, Williams ist aber eigentlich der bessere Pick.

Pick 04: Oakland Raiders – Devin White (LB, LSU)

Gemeinsame Entscheidung: Hier haben wir das erste Mal richtig lange diskutiert. Josh Allen wäre zwar naheliegend, passt aber absolut nicht in die 4-3-Defense der Raiders – im Gegensatz zu Khalil Mack ist Josh Allen nicht so variabel, auch in der Line spielen zu können, dafür ist sein Pass Rush zu schlecht. Als finale Optionen standen Ed Oliver und Devin White zur Auswahl. Ed Oliver als Best Player Available, Devin White als sofortiger Füller für einen dringenden Need. Da die Linebacker-Klasse nach den beiden Devins sehr rasant bergab geht und die Defensive Line-Klasse sehr tief ist, haben wir uns letztendlich dafür entschieden, Devin White zu den Raiders zu wählen.

Pick 05: Tampa Bay Buccaneers – Josh Allen (Edge, Kentucky)

Gemeinsame Entscheidung: Nach ein paar Überlegungen mit beispielsweise einem Quarterback zu den Bucs standen am Ende ILB Bush, OT Taylor und Edge Allen zur Auswahl. Bush wäre ein bisschen gereacht, außerdem ist der Wunsch-Linebacker mit Devin White gerade vom Board gegangen, deshalb haben wir ihn eher ausgeschlossen. Am Ende fiel die Entscheidung dafür, die Defense aufzustocken und Josh Allen zu nehmen, um den Pass Rush weiter nach vorne zu bringen, das war aber sehr knapp.

Pick 06: New York Giants – Jawaan Taylor (OT, Florida)

Gemeinsame Entscheidung: Für die meisten wäre an dieser Stelle eindeutig Dwayne Haskins die logische Wahl. Giants GM Gettleman hat jedoch bereits mehrfach durchblicken lassen, dass man wohl 2019 weiter Eli Manning vertraut. Mit Taylor bekommt man den besten OT der Draft Class und einen potentiellen Pro Bowler, um die vielleicht schwächste O-Line der NFL zu stärken und Barkley in seiner zweiten Profisaison noch besser aussehen zu lassen.

Pick 07: Jacksonville Jaguars – T.J. Hockenson (TE, Iowa)

Gemeinsame Entscheidung: Ebenfalls ein schwieriger Pick, weil die Jaguars zwar sehr Defense-lastig spielen, aber in der Offense mehrere dringende Needs haben. Außerdem wird man Nick Foles ein paar Waffen zur Verfügung stellen (müssen). Nach Überlegungen, hier eins der Athletik-Monster Rashan Gary oder Ed Oliver in diese Defense zu werfen, landete unsere finale Auswahl zwischen Jonah Williams, um die Offensive Line zu stabilisieren, oder T.J. Hockenson, der zum einen der OLine helfen würde, zum anderen aber auch dieser klare Top-Tight End, den Foles mit Zach Ertz in Phili hatte. Jonah Williams wäre hier ein richtig guter Pick, Nick Foles liebt aber seinen Top-Tight End und dieser Wunsch wird deshalb hier mit T.J. Hockenson bedient.

Pick 08: Detroit Lions – Brian Burns (Edge, Florida State)

Gemeinsame Entscheidung: Da die Lions einige Needs haben, waren wir uns hier erst unsicher. Man könnte eventuell nach dem Signing von Flowers an Bush oder sogar Greedy Williams denken. Im Endeffekt haben wir uns aber mit einem Edge Rusher für die größte Need Position entschieden und mit Burns an 8 auch einen guten Value. Auch Ed Oliver wäre hier immer noch verfügbar gewesen, die Interior D-Line der Lions ist mit A’Shawn Robinson und Damon Harrison aber gut aufgestellt, weshalb er hier etwas verschwendet wäre. Burns auf der einen, Flowers auf der anderen Seite werden bei gegnerischen Quarterbacks für viel Ärger sorgen und Matt Patricia in seinem zweiten Jahr als Head Coach noch mehr Waffen in der Defense bieten. 

Pick 09: Buffalo Bills – Ed Oliver (DT, Houston)

Gemeinsame Entscheidung: Hier gab es unter anderem einige Überlegungen, DK Metcalf zu verpflichten. Da wir uns aber einig waren, dass das eigentlich zu hoch wäre, reicht auch der Fit des schnellen Metcalf zu Josh Allens “strong arm” nicht, um uns zu überzeugen. Die Offensive Line der Bills war letztes Jahr ein Graus und deshalb ist wieder Jonah Williams in der Diskussion. Zu Jonah steht Ed Oliver zur Auswahl, der die Defense der Buffalo Bills zu einem Nummer 1-Anwärter machen könnte. Jonah Williams ist sehr verlockend, mit Sean McDermott hat man aber einen defensive minded Head Coach und deshalb haben wir uns letztendlich dafür entschieden, der Defense mit Ed Oliver einen der Topspieler dieses Drafts zu geben. Have fun, Bills!

Pick 10: Denver Broncos – Devin Bush Jr (LB, Michigan)

Gemeinsame Entscheidung: Bei den Broncos ist es nicht unwahrscheinlich, dass im Draft ein Quarterback (hier wäre wohl Haskins die Wahl, man hörte aber bereits mehrfach, dass Elway Interesse an Lock hat) gewählt wird. Nach einiger Diskussion sind wir aber zu dem Schluss gekommen, dass vermutlich mehr Vertrauen in Flacco gesteckt wird, als es die meisten erwarten. Deshalb kriegt Vic Fangio an dieser Stelle einen der besten Defense Spieler der Draft Class, der zugleich ein riesen Need in Denver beseitigt. Mit Bush hat die Defensive einen wahren Leader für die kommenden Jahre, der die Broncos Defense möglicherweise umgehend wieder ins Gespräch um die #1 Defense der NFL bringt.

Pick 11: Cincinnati Bengals – Dwayne Haskins (QB, Ohio State)

Gemeinsame Entscheidung: Hier waren wir uns tatsächlich sehr schnell einig. Auch wenn die Bengals mehrere Needs haben, die Erstrunden-Optionen für Linebacker sind weg, außerdem hat sich der neue Head Coach bisher noch in keiner Weise zu einem schwachen Andy Dalton bekannt – seine Zeit ist abgelaufen. Mit Dwayne Haskins draften die Bengals seinen Nachfolger.

Pick 12: Green Bay Packers – Jonah Williams (OT, Alabama)

Chris: Sollten die ersten 11 Picks tatsächlich in der Art verlaufen, wäre an dieser Stelle so ziemlich das Horrorszenario der Packers eingetreten. Alle Spieler, die ich an 12 in Betracht ziehen würde, sind bereits vom Board gegangen. Leider ist es in der Realität gar nicht besonders unwahrscheinlich, dass der Fall eintrifft. Ich hoffe sehr, dass die Packers in dem Szenario ein paar Positionen zurück traden würden. Da Trades bei unserem Mock jedoch ausgeschlossen sind, war Williams hier die einzige logische Wahl, auf die wir uns schnell geeinigt haben. Sehr wahrscheinlich wird Bulaga seine letzte Saison in Green Bay verbringen. Danach wäre Williams ein extrem starker Nachfolger, der in seiner Rookie Saison vorerst als Guard eingesetzt werden könnte, wo er von vielen Experten ohnehin stärker eingeschätzt wird. Da Bulaga immer verletzungsanfälliger geworden ist, könnte Williams aber auch 2019 schon mehrere Spiele auf Right Tackle auflaufen.

Nik: Die Nummer 12 ist eine richtig schlechte Position, um hier zu draften. Die Zielspieler (RT Taylor, DT Oliver, TE Hockenson, LB Devin White, Edge Josh Allen) sind allesamt in den Top10 vom Board gegangen. Sogar meine geplanten Backup-Picks in Edge Brian Burns und LB Devin Bush haben wir schon verteilt, an 12 bleibt dann eigentlich nichts mehr richtig übrig. Jonah Williams ist der einzige Spieler, den ich potentiell in den Top 10 sehe, der hier noch zu uns gefallen ist. Jonah würde aber sehr gerne ein Left Tackle werden, was bei den Packers zumindest in absehbarer Zeit keine Option ist. Viele NFL-Scouts werden ihn als Guard sehen, wo wir mit dem Free Agency-Signing von Billy Turner grade erst nachgelegt haben, dazu kommt der letztjährige Draftpick Cole Madison zurück. Ich hoffe hier einfach, dass Jonah Williams mit dem RT-Spot zufrieden ist und das erste Jahr (oder bis zur Verletzung) hinter Bryan Bulaga dafür nutzt, seine Schwächen aufzuarbeiten. Alternativen wie Edge Montez Sweat oder DT Christian Wilkins gefallen mir nicht und für einen Wide Receiver ist es zu früh. Jonah Williams macht mich nicht glücklich, aber es macht mich am wenigsten unglücklich.

Pick 13: Miami Dolphins – Rashan Gary (DE, Michigan)

Gemeinsame Entscheidung: Edge ist der No2-Need der Dolphins – direkt nach dem Quarterback. Drew Lock wäre hier noch zu nennen, ich glaube aber nicht daran, dass sie sich dieses Jahr einen an 13 picken, sondern eher darauf hoffen, nächstes Jahr einen höheren Pick zu haben und evtl. an Tua ranzukommen. Hätte mir hier gut vorstellen können, dass man diesen Pick für zukünftige Picks wegtradet, um dann nächstes Jahr mehr Potential zum Hochtraden zu haben. Am Ende war für uns ausschlaggebend, dass Brian Flores unter Bill Bellichick gelernt hat – und der würde das Potential von Rashan Gary lieben und aus ihm einen Superstar machen. Wir sehen Gary zwar nicht auf Edge am besten, seine Variablität könnte Flores aber gefallen, dazu ist er ein schwerer Spieler und auch das dürfte einem BB-Lehrling sehr gefallen, deshalb gewinnt für uns Rashan Gary knapp vor Clelin Ferrell, den wir hier ebenfalls in der engeren Auswahl hatten.

Pick 14: Atlanta Falcons – Christian Wilkins (DT, Clemson)

Gemeinsame Entscheidung: Zu den Falcons hätten hier noch einige Spieler gut gepasst. Zum Beispiel Ferrell wäre für die 4-3 Defense der Falcons ein sehr passender Spieler, was auch für Cody Ford gilt, der zu beiden Starting Guards der Falcons ein Upgrade wäre. Schließlich hat es aber nicht lange gedauert, bis wir uns einig waren, dass Wilkins hier das Wahre ist. Wilkins ist in der D-Line variabel einsetzbar und wäre eine enorme Verstärkung, die die schwache Defense der Falcons dringend braucht. Außerdem hat Grady Jarrett nach dem Franchise Tag noch keinen langfristigen Vertrag unterschrieben.

Pick 15: Washington Redskins – Drew Lock (QB, Missouri)

Gemeinsame Entscheidung: Eines der Picks, bei denen wir uns innerhalb weniger Sekunden einig waren, war dieses. Alex Smith Karriere scheint beendet, auch wenn natürlich erstmal an der Hoffnung festgehalten wird. Als Starter hätten die Skins momentan Case Keenum, der nach einem enttäuschenden Jahr in Denver weitergezogen ist. Wir können uns nicht vorstellen, dass die Redskins hier die Chance verpassen, wenn sie sich bietet. Lock wird neuer Franchise Quarterback in Washington.

Pick 16: Carolina Panthers – Clelin Ferrell (Edge, Clemson)

Gemeinsame Entscheidung: Hier ging es wieder recht schnell. Die Panthers haben zwar noch andere Needs, für die es Optionen gibt, aber Ferrell passt einfach viel besser. Cody Ford zum Schutz von Cam Newton wäre so einer – oder Chauncey Gardner-Johnson, um mit Eric Reid das Backfield zu beackern. Am Ende ist der Ex-Packer Julius Peppers aber jetzt in Rente gegangen und die Panthers brauchen dringend einen Nachfolger, denn außer Peppers konnte keiner der Pass Rusher letzte Saison Eindruck hinterlassen. Clelin Ferrell passt ins Scheme, ist ein super Edge Defender und außerdem ein sehr sicherer Pick, um die Nachfolge für einen Spieler wie Peppers anzutreten, das passt wie die Faust aufs Auge.

Pick 17: New York Giants – DK Metcalf (WR, Mississippi)

Finale Entscheidung (Chris): Die Giants haben zwar noch Sterling Shepard, brauchen aber trotzdem einen neuen, echten WR1 im Roster. Mit Metcalf wählen sie den besten WR der Draft Class, ein gutes Fit und bieten Manning ein enormes Deep Threat. Somit werden auch die Fans wieder mehr ins Boot geholt, denn ich will nicht wissen, was in New York los ist, wenn man OBJ wegtradet und mit beiden First Round Picks einen O-Liner holt.

Zweitmeinung (Nik): Eigentlich will ich nur anmerken, dass Metcalf nicht mein WR1 ist. Außer Speed und einem guten Stutter Step sehe ich in ihm nicht viel. Ich würde da lieber einen OG Cody Ford nehmen und die O-Line weiter festigen, um Barkley leichtes Spiel zu gewähren und entweder doch nochmal mit Eli Manning oder dann 2020 mit einem neuen Quarterback richtig durchzustarten. Die Wide Receiver-Klasse ist breit in der zweiten bis dritten Runde, da kann man sich immer noch einen OBJ-Ersatz holen. Ich verstehe, dass zwei O-Liner in der ersten Runde definitiv nicht sexy sind und die Giants-Fans sehr traurig wären, wenn ich mir aber den Erfolg der Colts mit einem ähnlichen Konzept anschaue, wäre es für mich an Stelle der Giants die beste Wahl.

Pick 18: Minnesota Vikings – Cody Ford (OG, Oklahoma)

Gemeinsame Entscheidung: Die Vikings haben ein paar Needs, Interior O-Line ist dort aber ganz vorne. Die Auswahl steht hier zwischen Cody Ford und Garrett Bradbury. Da die Vikings zumindest in der Breite einige Center im Roster haben, ist ein Guard wohl die bessere Wahl. Cody Ford war im College zwar Tackle, ist aber vom athletischen Frame eher ein Guard. Es ist kein Jonah Williams, wie in vielen Mocks vermutet wurde, Cody Ford ist da aber ebenfalls kein großer Rückschritt.

Pick 19: Tennessee Titans – Garrett Bradbury (C, NC State)

Gemeinsame Entscheidung: Die Titans brauchen einen Center – und das relativ dringend. Montez Sweat wäre hier bestimmt auch kein schlechter Kandidat, mit dem letztjährigen Pick Harold Landry und dem Free Agent-Signing Cameron Wake ist hier aber zumindest der Need erstmal abgedeckt. Natürlich sollte man – vor allem in der ersten Runde – nicht nur nach Need draften, qualitativ ist zwischen den beiden aber wohl wenig Unterschied, weshalb man hier problemlos den Need-Spieler vorziehen und Bradbury picken kann – dazu kriegt man den Nr1-Center anstatt des Nr6-Edge Rushers.

Pick 20: Pittsburgh Steelers – Greedy Williams (CB, LSU)

Gemeinsame Entscheidung: Die Steelers würden hier bestimmt sehr gerne einen Inside Linebacker draften, die beiden Devins sind jedoch schon lange weg. Sollte es einer der beiden bis an 20 schaffen, wird das ohne Frage ein No Brainer sein. Mack Wilson als Nr3 ist jedoch ein gutes Stück schlechter, weshalb ein Reach für die Need-Position hier definitiv nicht empfehlenswert wäre. Montez Sweat wäre wieder ein interessanter Kandidat, da die Edges der Steelers auch nicht gerade wunderbar besetzt sind, ähnlich wie bei den Titans geht man hier aber lieber mit dem Nr1-Spieler der Position des größeren Needs. Ob man hier dann Byron Murphy oder Greedy Williams nimmt, wird wohl eine Scheme-Entscheidung sein. Da die Steelers überwiegend Man Defense spielen, ist Greedy Williams hier wahrscheinlich das bessere Scheme Fit.

Pick 21: Seattle Seahawks – Chauncey Gardner-Johnson (S, Florida)

Gemeinsame Entscheidung: Die Seattle Seahawks haben Earl Thomas verloren und brauchen hier dringend einen Ersatz. In der Defense könnten sie eigentlich überall nachlegen, die letzten Abgänge haben sie immer noch nicht so gut verkraftet, dazu wäre die Offensive Line-Position vakant – wie jedes Jahr. Und genauso wie jedes Jahr wird es wohl kein O-Liner werden, deshalb bleiben wir in der Defense. Montez Sweat als Edge, Byron Murphy als Cornerback und CGJ/Adderley als Safety sind die Optionen. Zunächst haben wir uns dafür entschieden, bei der derzeitigen Situation eher den Top-Safety des Drafts zu nehmen, da die Seahawks sehr Safety-lastig spielen und es oft schwer ist, gute Single High-Safeties zu finden, die den Ansprüchen einer Seahawks-Defense gerecht werden. Jetzt muss die Wahl zwischen Adderley und Chauncey Gardner-Johnson fallen. Adderley ist der etwas sicherere Pick, dafür hat CGJ ein deutlich höheres Ceiling. Die Seahawks sind sehr stark darin, Defensive Backs auszubilden, das höhere Ceiling gewinnt bei uns also.

Pick 22: Baltimore Ravens – Montez Sweat (Edge, Mississippi State)

Gemeinsame Entscheidung: Der größte Need der Ravens ist ein Inside Linebacker, der die Defense organisiert – der Defensive Leader C. J. Mosley hat die Ravens verlassen und diese Lücke müssen sie irgendwie füllen. Die beiden Devins sind aber weg und wie schon bei den Steelers lohnt sich ein Reach für Wilson an dieser Stelle einfach nicht. Weitere Needs wären Interior O-Line, Wide Receiver und Edge Rusher. Wide Receiver ist wohl der größte Need, hier brauchen sie aber vor allem Masse, deshalb gehen wir davon aus, dass da eher in den mittleren Runden ein paar Picks für investiert werden, anstatt die Top-Picks, zumal die Ravens eh sehr viel Laufen und Lamar Jackson nicht der beste Passing Quarterback ist. In der Offensive Line wäre es kein großer Need, außerdem wären wohl alle Spieler ein wenig gereacht, wohingegen Montez Sweat auf Edge schon weiter gefallen ist, als von vielen vorhergesagt. Montez Sweat zu den Ravens – das passt einfach.

Pick 23: Houston Texans – Andre Dillard (OT, Washington State)

Gemeinsame Entscheidung: Die Texans hatten in 2018 erneut eine mieserable Offensive Line, die sie so einige Plays gekostet hat. Auch wenn sie nach dem Abgang von Mathieu, der kurzfristig ausgeholfen hatte, einen Safety brauchen könnten, ist das Need an Beschützern für Deshaun Watson viel größer. Dazu ist Andre Dillard aufgrund seiner eher mittelmäßigen Runblocking-Skills schon relativ weit gefallen. Hier könnten die Texans den besten Pass Protector der gesamten Draft Class und gleichzeitig einen riesigen Need picken, das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Pick 24: Oakland Raiders – Byron Murphy (CB, Washington)

Gemeinsame Entscheidung: Eigentlich würden die Raiders hier bestimmt gerne einen Spieler der starken Edge-Klasse bekommen, nachdem sie mit ihrem frühen Pick für Devin White darauf verzichtet haben. Sweat ging aber gerade vom Board und ansonsten wären alle Edge Rusher sehr weit gereacht. Andere Need-Positionen sind Cornerback und Tight End, hier geht aber eigentlich jeder Spieler, den man sehr gerne hätte, so wäre bspw. Erik McCoy als Guard und Center eine Verstärkung für die Offensive Line. Am Ende gewinnen aber die größeren Needs und besseren Spieler CB Byron Murphy und TE Noah Fant das Duell um die finale Entscheidung. Da man 3 Picks später schon wieder am Zug ist, haben wir uns dafür entschieden, den vom Wert her etwas schwächeren Spieler zu nehmen, da beide Teams zwischen den zwei genannten Picks einen Cornerback brauchen und mindestens einer vermutlich Byron Murphy draften wird, wenn er nicht hier geholt wird. Vorausgesetzt, dass kein Team dazwischentradet (Packers und Patriots könnten Kandidaten sein), sollte Fant auch an 27 noch verfügbar sein.

Pick 25: Philadelphia Eagles – Dalton Risner (OT, Kansas State)

Gemeinsame Entscheidung: Die Eagles brauchen Verstärkung im Defensive Backfield, in der Defensive Front und auf der Offensive Tackle-Position. Potentielle Picks wären hier Adderley oder bis vor einem Pick Byron Murphy gewesen. Soweit so selbstverständlich, jedoch war die Left Tackle-Position mit Vaitai in der letzten Saison echt schwach besetzt und Carson Wentz hatte hier unglaubliche Probleme, konstant gut zu spielen. Dalton Risner ist zwar eigentlich eher ein Right Tackle, da wir den Need hier aber deutlich höher sehen, haben wir uns für den Tackle entschieden. Dazu kommt, dass man in der zweiten Runde an dieser Stelle immer noch gute Defensive Backs finden sollte, während die Spitze der Offensive Tackle-Klasse hier zuende gehen sollte.

Pick 26: Indianapolis Colts – Jerry Tillery (DT, Notre Dame)

Gemeinsame Entscheidung: Die Colts könnten einen weiteren Starter auf der Wide Receiver-Position holen, da gefallen aber sehr viele Spieler in den mittleren Runden auch noch sehr gut, weshalb man hier wohl eher darauf verzichtet. Gedenkt man dem Motto “Best Player Available” wäre Noah Fant hier unser Pick, mit ihm und Ebron hätte man ein Monster-Tight End-Duo, jedoch muss man eventuell darauf schauen, was man dringender braucht – und das ist Unterstützung in der Defensive Line. Jerry Tillery und Dexter Lawrence sind hier die Kandidaten, aufgrund des besseren Fits (Lawrence ist eher ein Nose Tackle, Colts spielen eine sehr Basic 4-3-Defense mit zwei “normalen” Defensive Tackles) würden wir hier wohl Jerry Tillery aus Notre Dame auswählen, der auch ein großes Upgrade für den Pass Rush der Colts wäre.

Pick 27: Oakland Raiders – Noah Fant (TE, Iowa)

Gemeinsame Entscheidung: Da wir keine Trades hier integrieren, konnten wir fast sicher auf Noah Fant warten. Ob das in der Realität auch so gut funktioniert, oder man vielleicht schon an 24 für Fant geht, steht natürlich in den Sternen – Fant wäre mit Sicherheit an beiden Spots ein starker Pick, mit Byron Murphy in Kombination aber etwas besser. Wie bei den Colts wäre ein Wide Receiver eine Option, aber mit den zwei neuen Signings und der tiefen Klasse, ist Noah Fant hier als BPA und No1-Need natürlich eine einfache Wahl.

Pick 28: Los Angeles Chargers – Erik McCoy (OG, Texas A&M)

Gemeinsame Entscheidung: Die Chargers müssen an beiden Lines arbeiten. In der Defensive Line wäre Dexter Lawrence eine Option, als eigentlich eher kräftigerer Nose Tackle aber erneut eher schwierig für eine 4-3-Defense. In der Offensive Line hat man mit OG Chris Lindstrom und OG/C Erik McCoy gleich zwei Optionen auf ähnlichem Niveau. Lindstrom hat hier zwar den leichten Vorteil, jedoch ist er eher ein Guard für Zone Blocking-Offenses, während die Chargers aber ein Power Run-Scheme fahren – und da passt McCoy einfach besser rein.

Pick 29: Kansas City Chiefs – Amani Oruwariye (CB, Penn State)

Gemeinsame Entscheidung: Kareem Hunt ist weg, ein gewisser Bedarf an einem Top-Runningback wäre also definitiv da. Gleichzeitig ist die Defense aber noch dünner besetzt als im letzten Jahr – und da war sie echt schlecht, während die Offense auch ohne Hunt super zurecht kam. Cornerback und Edge Rusher wären hier die Needs, für beide müsste man etwas reachen. Auf der Edge-Position gibt es gerade niemanden, der so richtig passt – da findet man auch noch in der zweiten Runde einen Wunschspieler. Bei den Cornerbacks fiel die Entscheidung zwischen Oruwariye und Baker. Da die Chiefs eher eine Man Coverage in der Defense spielen, ist Oruwariye hier die bessere Wahl gegenüber einem Baker, der seine Qualitäten etwas variabler verteilt hat.

Pick 30: Green Bay Packers – Nasir Adderley (S, Delaware)

Chris: Gutekunst hätte in diesem Szenario so ziemlich alle Freiheiten, die man sich wünschen kann. Man könnte hier viele Positionen adressieren, wozu beispielsweise ein Slot Receiver (AJ Brown, Deebo Samuel) oder ein Tight End (Irv Smith Sr.) zählen. Es trifft sich jedoch perfekt, dass man sein größtes verbleibendes Need mit einem Free Safety angehen kann und zeitgleich im Prinzip auch den Best Player Availabe draftet. In meinen Augen in diesem Fall ein perfektes Pick.

Nik: Im Gegensatz zum 12. Pick hat man hier doch einige Möglichkeiten. Während ein Trade nach oben für Fant natürlich eine Option wäre, die wir nicht berücksichtigen können, hat man mit Adderley einen der Top2-Free Safeties noch auf dem Board. Gleichzeitig könnte man hier als nahezu erster den Wide Receiver seiner Wahl hinzuholen oder für einen anderen Lieblingsspieler Gutekunsts etwas reachen und dabei die Fifth Year Option behalten. Eben diese Option könnte aber auch der Grund für etwas höhere Trade-Angebote sein, das ist ebenfalls eine Möglichkeit. Am Ende ist Nasir Adderley aber einer der besten verfügbaren Spieler und füllt direkt einen vakanten Need als Partner von Adrian Amos – viel besser kann man an 30 eigentlich gar nicht picken.

Pick 31: Los Angeles Rams – Dexter Lawrence (DT, Clemson)

Gemeinsame Entscheidung: Ndamukong Suh ist schon wieder weg, die Position des Nose Tackles schon wieder offen. Dazu brauchen die Rams Edge Rusher und Verstärkung in der Offensive Line sowie bei den Cornerbacks. Während bei den Edge Rushern kein passender 3-4-OLB auf dem Board steht, der nicht ein großer Reach wäre, sind mit Dexter Lawrence ein Nose Tackle und Chris Lindstrom ein Interior OLineman an der Spitze des Draftboards, die hier interessant wären. Lindstrom ist eher ein Guard, während die Center-Position wohl vakanter ist, außerdem wäre er ein Upgrade zur bisherigen Line, während die Position des Nose Tackles bei den Rams derzeit nahezu unbesetzt ist, nachdem Suh die Rams in der Free Agency (zumindest bisher) verlassen hat. Dexter Lawrence ist ein zu guter Spieler und ein zu guter Fit, um ihn hier vorbeiziehen zu lassen.

Pick 32: New England Patriots – Zach Allen (Edge, Boston)

Gemeinsame Entscheidung: Die Patriots haben viele potentielle Needs und mindestens genauso viele Optionen, hier Spieler zu picken. Wie schon bei den Packers ist Spot 32 ein beliebter Pick, um zurück in die erste Runde zu traden und einen Wunschspieler mit Fifth Year Option einzusammeln. Neben einem First Round-WR, DeAndre Baker als Corner oder einem Tackle-Nachfolger von Trent Brown ist aber auch ein Quarterback für die Zukunft eine Option. Wenn man hier einen mag (Daniel Jones, Will Grier, etc.) wäre das der perfekte Spot für die Patriots, um auf Zukunftsmodus umzuschalten. Tom Brady macht aber immer noch keine Anzeichen, aufhören zu wollen, außerdem sind die Optionen nicht gerade die besten, weshalb das eher unwahrscheinlich ist. Neben all diesen Positionen ist aber auch die Edge-Position vakant und mit Zach Allen kommt ein Spieler in Reichweite, der ein gutes Potential hat und Bill Bellichick als Spielertyp sehr gefallen könnte. Allen ist vielleicht ein kleiner Reach, aber wir können uns gut vorstellen, dass Bill Bellichick hier jemanden holt, um seine Defense und seinen Pass Rush wieder auf Vordermann zu bringen, nachdem man Trey Flowers in der Free Agency verloren hat.