Im April steht endlich der Draft an. Unsere Packers haben in diesem Draft insgesamt 10 Picks, darunter 4 in den erst 78. Das gibt den Packers die Möglichkeit, viele Needs zu bedienen. Nachdem in der Free Agency bereits zwei Edge Rusher, ein O-Liner und ein Safety verpflichtet wurden, ist der Draft nun die nächste Chance, die Löcher im Roster zu schließen. Viele Experten und Fans sprechen von den S, TE, O-Linern und Edges als größte Baustellen. Dabei übersehen wird jedoch eine andere Position, die man neben der D-Line für Verstärkung im Draft in Betracht ziehen sollte. Die Inside bzw. Middle-Linebacker Group der Packers ist in der Spitze herausragend besetzt. Unsere #50 Blake „Machinez“ ist einer der besten MLB der NFL. Neben ihm fehlt jedoch eine verlässliche Größe. Vergangene Saison konnten weder Oren Burks (Draft 2018 RD. 3, Pick 88) noch Antonio Morrison (aus Indianapolis gekommen, am 8.März entlassen) oder James Crawford (undrafted Rookie) in Gänze überzeugen. Von diesen Spielern sind noch drei im Kader. Hinzu kommt, dass der FA Jake Ryan die Packers ebenfalls verlassen hat. Eine  andere Option in Pettines Scheme sind die Safeties. Auch sie kommen immer wieder in die Box, so zum Beispiel Josh Jones letztes Jahr. Das wird man auch nächste Saison erwarten können und dort hat man mit Adrian „Smash“ Amos den richtigen Safety dafür geholt.

Es zeigt sich also, dass diese Position sehr dünn besetzt ist. Der Draft bietet hier einige vielversprechende Talente, die im weiteren Verlauf genauer unter die Draftlupe genommen werden.

Devin White – College : LSU (Louisiana State University)

Größe Gewicht Armlänge Handgröße
185 cm 109 kg 82 cm 24,74 cm
40 yds Dash:   Bench Press Vertical Jump Broad Jump 3-cone drill 20 Yd Shuttle 60 Yd Shuttle
4,42 Sek. 22 Wdh. 100,3 cm 2,99 m 7,07 Sek. 4,17 Sek.  

Devin White wird von vielen Experten als Top 15 Talent gesehen. Diese Beurteilung beruht vor allem auf seinen Werten beim Combine und seinem sehr ansprechenden Tape. Er ist wie Rashan Gary oder D.K Metcalf auf ihren Positionen ein athletischer Freak. Seine Quickness, bzw. seine Geschwindigkeit sind in dieser Draftclass für die anderen Linebacker unerreichbar. Bei Betrachtung seines Tapes fällt auf, dass White ein Sideline-to-Sideline Linebacker ist. Seine Geschwindigkeit in Kombination mit seinen guten Reads der Bewegung des QBs erlaubt es ihm, das komplette Feld zu verteidigen. Dabei schafft er es einen scramblenden QB zu verfolgen und schnell zu stoppen. Seine Geschwindigkeit ist eine Waffe, wenn er erkennt, dass er blitzen kann oder wenn sich ein Gap für ihn aufmacht. Er ist dann sehr schnell beim Quarterback und kann ihn zu Boden bringen.

Eine weitere seiner Stärken ist seine unheimliche Power. Bei Runs schafft er es den blockenden O-Liner zu stoppen und mit einem Counter Move zu schlagen und somit auf die Bewegung des Ballträgers zu reagieren. Auch als Linebacker auf der Weakside hilft ihm dann, wie bereits erwähnt, seine Geschwindigkeit, den Run auf der Strongside zu stoppen und so aus einem 20 Yds Lauf „nur“ einen 8 Yds Lauf zu machen. Seine Tackles in der Nähe der Line of Scrimmage oder knapp dahinter sind sehr gut. Er ist dabei tough und strong und erlaubt dabei kaum einem Rusher ein paar Extrayards. Eine weitere Stärke ist sein Leadership, das ihm von seinen ehemaligen Teamkollegen bestätigt wird. Er war in der vergangenen Saison der Kommunikator der Defense und gab die Defense Calls weiter.

Seine größte Schwäche, falls davon überhaupt die Rede sein kann, ist sein Tackling im Openfield oder gegen Passempfänger, wenn sie wieder Zeit haben Yards nach dem Catch zu machen. Seine Geschwindigkeit und seine Power sind hierbei ein Fluch und Segen zugleich. Es scheint manchmal so, als sei er zu schnell an seinem Gegner dran, sodass er ihn nicht tief, sondern oberhalb der Hüfte tackled. Dann vertraut er noch zu sehr auf die Power seiner Arme. Doch bei einem RB der mit Tempo kommt, reicht die Power manchmal nicht aus. Dadurch verpasst er dabei das ein oder andere Tackle. Im kommenden Draft wird Devin White aufgrund seiner großen Qualität innerhalb der ersten 15 Picks weg gehen. Ich halte ihn für einen tollen Partner für Blake Martinez. Dennoch denke ich, dass die Packers an 12. Stelle eher einen anderen Need bedienen, als den des ILB. Daher werden wir Devin White ziemlich sicher verpassen.

Devin Bush Jr. – College: Michigan

Größe Gewicht Armlänge Handgröße
180 cm 106 81,2 cm 24,45 cm
40 yds Dash:   Bench Press Vertical Jump Broad Jump 3-cone drill 20 Yd. Shuttle 60 Yd. Shuttle
4,43 Sek. 21 Wdh. 102,3 cm 3,14 m 6,93 Sek. 4,23 Sek.  

Devin Bush Junior ist für die NFL geboren, nämlich als Sohn von Devin Bush Sr., einem ehemaligen Safety für die Cardinals, Rams und Browns. Man kann ihm ohne weiteres also gute Gene attestieren. Doch nicht nur diese sind es, die ihn zu einem vermutlichen First Round Pick des diesjährigen Draft machen.

Wie sein Namensvetter Devin White ist Bush ein Defenseplayer, der das ganze Feld in seiner Breite verteidigen kann. Insgesamt sind sich White und Bush in Anbetracht ihrer Ergebnisse beim Combine sehr ähnlich. Auch Bush ist ein sehr schneller und wendiger Inside Linebacker. Er spielt mit einem sehr guten Auge für die Bewegung des Quarterbacks oder Ballträgers. Er verteidigt sehr gut gegen den Run, dabei schafft er sich immer wieder, sich von seinem Blocker zu lösen und in die „Lücke“ zu stoßen, in die der Rusher sich bewegt. Seine Instinkte führen in immer wieder in die richtige Richtung. Seine Reads der Offense sind gut und sein Speed ermöglicht es ihm, darauf schnell und gut zu reagieren. Sein Tackling ist gut, besser als das von White, da er, bedingt durch seine Körpergröße und seinen niedrigeren Körperschwerpunkt, seine Gegner tiefer angeht. Dabei greift er mit seinen, im Verhältnis, längeren Armen und seinen relativ großen Händen fest und sicher zu. Wenn Bush in die Coverage dropt, dann verteidigt er die mittleren und kurzen Zonen sehr gut, egal ob gegen große massive TE, schnelle WR oder wendige RB.

Zu seiner größten Schwäche zählt wohl das offensichtlichste Problem. Für einen Linebacker ist Bush „klein“. Dadurch kommt es vor, dass Bush sich aus manchen Situationen mit O-Linern zu langsam aus deren Griff lösen kann. Seine körperliche Reichweite beschränkt ihn in seinen footballerischen Möglichkeiten. Wäre er etwa so groß wie White, dann würde er vermutlich mindestens gleich gewertet werden.

Ich denke, dass Bush noch etwa besser zur Pettine Defense passen könnte. Seine Coverageskills sind ausgeprägt und er könnte dadurch Martinez sehr gut ergänzen. Eine ähnliche Rolle hätten sich viele für Clay Matthews gewünscht. Bush wird wahrscheinlich in der ersten Runde vom Board gehen. Er könnte an 30. noch da sein und wäre dort ein guter Pick, ein wahrer Steal wäre er jedoch in Runde 2.

Tre Lamar – College: Clemson

Größe Gewicht Armlänge Handgröße
192 cm 114,75 kg 81,9 cm 24,13 cm

Tre Lamar hatte die vergangenen Spielzeiten die Chance, hinter einer guten D-Line aufzulaufen. Das vereinfachte sein Spiel und gab ihm die Möglichkeit, gute Stats zu generieren. Leider hat er nicht am Combine teilgenommen, sodass dazu keine Werte zu finden sind. Hier kann ich mich in der Analyse nur auf die Stats von nfl.com und sein Tape verlassen. Lamar ist für einen Inside Linebacker mit 1,92 relativ groß. Seine Spannweite und sein Frame helfen ihm dabei gut gegen den Lauf zu spielen. Wenn er die Spielzüge und Bewegungen früh genug erkennt, dann stoppt er den Run zuverlässig. Er hat nicht die schnellsten Füße und hat aufgrund seiner Körpermaße Probleme, kleine kompakte Rusher oder wendige WR zu stoppen sobald sie nach dem Catch Yards erlaufen wollen. Das gelingt ihm jedoch immer dann, wenn seine Reads gut waren und er nah genug dran ist.  Auch liegen seine Stärken nicht in der  Coverage. Gegen TE oder WR, die seine Zone durchqueren  zeigt er Schwächen, denn diese verliert er dabei manchmal aus den Augen.

Lamar verteidigt gerne und gut nach vorne. Er zeigt Potential als Rusher, dank solider Technik und mag es auch zu blitzen, wenn sein Weg zum QB frei wird. Als Rusher allerdings hat er eine Problemzone, sein Gewicht. Laut nfl.com wiegt er bei 1,92 m nur 114,75 kg. Damit ist für seine Größe nicht gerade schwer und wird als Outsidelinebacker von den RT oder LT vermutlich eher durch die Gegend geschoben. Hier gilt es dann das vorhandene Potential um Masse und Technik zu ergänzen. Dann kann er als OLB ein Rotationsspieler werden. Als ILB sehe ich Lamar frühestens in Runde 3 vom Board gehen. Für die Packers ist er jedoch an dieser Stelle noch nicht interessant. Er hat erkennbares Potential, jedoch ist ein 3rd Rounder zu wichtig für die Packers. Sollte er in Runde 5 noch da sein, dann kann man einen Pick gerne in ihn investieren.

Mack Wilson – College: Alabama

Größe Gewicht Armlänge Handgröße
186 cm 108,8 kg 82,23 cm 23,5 cm
40 yds Dash:   Bench Press Vertical Jump Broad Jump 3-cone drill 20 Yd. Shuttle 60 Yd. Shuttle
.   81,3 cm 2,97 m      

Mack Wilson hatte beim Combine nur einen  kurzen Auftritt. Er trat  wegen einer Verletzung nur beim Vertical und Broad Jump an. Dabei ist sein Vertical Wert eher unterdurchschnittlich und lässt auf weniger Explosivität schließen. Sein Broad Jump war dagegen durchschnittlich. In der vergangenen Saison war Wilson Teil eines sehr erfolgreichen Football Teams und hatte mit seinen Defensekollegen großen Anteil daran. Mack Wilson zeigte in dieser Saison bereits sein Potential als ein 3-Down-Linebacker. Er war in allen Bereichen, die ein Insidelinebacker bespielen muss, gut, aber niemals wirklich herausragend. Er war zuverlässig und sicher gegen den Run und konnte auf der anderen Seite ebenfalls seine Aufgaben in der Coverage größtenteils meistern. Ebenso zeigt er Upside, wenn er den freien Raum auf dem Weg zum QB erkennt. Dann ist in der Lage, Druck auszuüben. Seine breitegefächerten Qualitäten sind gleichzeitig auch ein wenig sein Problem. Er ist in keinem Aspekt herausragend. Weder seine Instinkte für offene Gaps noch sein Big Play Ablility sind stark ausgeprägt. Mitunter fällt es ihm schwer, sich aus einem Block zu lösen, um eine Lane für den Run zu schließen oder zur Seite auszuweichen um einen Rusher zur Sideline verfolgen.

Mack Wilson zeigt viel Talent und könnte sich bei den Packers als ILB mit Oren Burks um einen Platz neben Martinez duellieren. Dabei ist jedoch klar zu sehen, dass dadurch die Positionsgruppe kurzfristig keine besondere Aufwertung erfährt wie bei Bush oder White. Jedoch sehe ich in Wilson einen guten ILB der den Packers bei entsprechender Entwicklung gut zu Gesicht stehen würde. Meine Prognose für ihn ist 3. oder 4. Runde. Sollte er dann bei unserem Pick verfügbar sein und zuvor kein White oder Bush gepickt worden sein, dann ist er eine willkommene Alternative.