Der zweite Tag des NFL Drafts in Amerika ist angebrochen, die jährliche Spielerauswahl geht in die zweite Runde. Um 1 Uhr deutscher Zeit beginnt die zweite Runde und es geht weiter.

In der zweiten Runde haben die Packers den 12. (#44 Overall) und in der dritten Runde den 11. (#75 Overall). Da die Giants im 2018er Supplemental Draft für Sam Beal einen 3rd Round-Pick geboten haben, wird ihnen dieser dieses Jahr abgezogen und die Packers rutschen einen Platz nach oben auf.
In der zweiten Runde hat jedes Team nur noch 7 Minuten Zeit pro Pick und in der 4. Runde verringert sich das nochmal auf 5 Minuten. Wieder gibt es Schätzungen, zu welcher Uhrzeit die Packers picken werden:

#44: Samstag, 2:00 Uhr deutscher Zeit
#75: Samstag, 4:24 Uhr deutscher Zeit

Nachdem es gestern schon Trades gab, sind sie natürlich auch jetzt nicht auszuschließen, mit den beiden Viertrundenpicks hat man aber schon ein bisschen was ausgegeben und so zeigt die Traderichtung wohl eher nach unten. Mit Rashan Gary (Defensive End) und Darnell Savage (S) wurden schon zwei Needs addressiert, trotzdem gibt es natürlich wieder eine kleine Vorschau auf potentielle Draftpicks.

Packers #44 – Die Rest aufsammeln

Jawaan Taylor, OT, Florida
Greedy Williams, CB, LSU
Cody Ford, OT/G, Oklahoma
Byron Murphy, CB, Washington
Nasir Adderley, S, Delaware
Dalton Risner, OT, Kansas State
AJ Brown, WR, Ole Miss
Deebo Samuel, WR, South Carolina
Hakeem Butler, WR, Iowa State
Jace Sternberger, TE, Texas A&M

Jawaan Taylor fällt vom potentiellen Top10-Pick aufgrund seiner Gesundheitsprobleme bis in die zweite Runde. Je nachdem, wie schwerwiegend die Packers diese einschätzen, könnte er an 44 eine Option sein, denn qualitativ ist er an 44 definitiv ein riesiger Steal!

Greedy Williams ist zwar Corner – und das ist nicht der dringendste Need der Packers. Trotzdem sollte man über ihn nachdenken, er ist qualitativ einer der besten der Draftklasse und je nachdem, wie es mit Kings Gesundheit, Tramons Alter und Jacksons Entwicklung weitergeht, könnte Corner doch vakant werden. Aufgrund der Probleme der letzten Jahre hätte ich hier lieber einen zu viel als einen zu wenig.

Cody Ford wird zwar von vielen als Guard gesehen, an 44 könnte man ihn aber definitiv auch als Tackle mal ausprobieren. Ist ein guter Spieler und man findet für einen fallenden Spieler mit hoher Projection schon einen PLatz in der OLine.

Für Byron Murphy gilt dasselbe wie für Greedy, jedoch sehe ich ihn minimal schwächer, außerdem halte ich Greedy für den etwas besseren Fit in der Packers-Defense.

Nasir Adderley – noch ein Safety? Richtig! Noch schlimmer als bei den CBs rieselten unsere Safeties letzte Saison nur so durch den Roster. Savage kann auch Slot-Corner spielen und allgemein haben wir letzte Saison viele 3-Safety-Sets gespielt. Adderley an 44 klingt immer noch nach einem guten Fit.

Dalton Risner war an 30 mein Backup-Pick, an 44 wird er ein echt solider Pick. Er würde Bulaga nicht sofort den Starting Spot streitig machen, aber zumindest bei Verletzungen und in der Zukunft könnte man hier einen Ersatz finden.

Zu AJ Brown lässt sich komplett der Text aus der letzten Preview übernehmen: AJ Brown ist vielleicht nicht der bekannteste Spieler der Wide Receiver der Klasse oder der schnellste, aber er ist der vielseitigste in der Spitzengruppe. Er kann im Slot spielen, er kann den zweiten Wideout auf der anderen Seite von Davante Adams spielen – und selbst eine WR1-Rolle würde ich ihm zutrauen, sollte Adams sich verletzen oder einfach mal eine Pause brauchen. Wenn ich unter allen Wide Receivern des Drafts einen für die Packers aussuchen müsste, er wäre meine Wahl!

Deebo Samuel ist ein ähnlicher Spieler wie AJ Brown, meiner Meinung nach aber doch qualitativ ein Downgrade von AJ Brown. Chris mag ihn sehr gerne und weil er an 44 definitiv eine Option ist, rückt auch er hier in mein Blickfeld!

Hakeem Butler ist im Gegensatz zu Brown und Samuel kein vielseitiger Receiver, er ist ein WideOut und könnte als klares Upgrade zu GMo auf WR2 und insgesmat als kleiner Steal eine Option an 44 sein, wenn man den Weg gehen möchte. Erfüllt mit Sicherheit nicht unbedingt ein Need, aber ein interessanter Spieler ist er und an 44 wäre er recht weit gefallen.

Jace Sternberger ist mein Tight End für den zweiten Drafttag. Ich mag ihn lieber als Irv Smith Jr., vor allem weil er bei ähnlicher Qualität etwas weiter fallen könnte. Wenn Sternberger hinter Graham (Receiving) und Lewis (Blocking) lernt, könnte er in Zukunft mal richtig stark werden!

In Runde 3 die Löcher füllen

Natürlich gilt für die 3. Runde erstmal, dass wieder alle Spieler, die aus Runde 2 noch nicht weg sind, immer noch interessant sind. Kandidat hierfür wäre bspw. Sternberger. Da man die beiden Viertrundenpicks abgegeben hat, halte ich einen Trade zurück für nicht ganz unwahrscheinlich, denn im Bereich 3.-4. Runde gibt es viele Spieler mit mächtigem Potential zu finden.

D’Andre Walker, EDGE, Georgia
Juan Thornhill, S, Virgnia
Max Scharping, OT, Northern Illinois
David Montgomery, RB, Iowa State
Austin Bryant, EDGE, Clemson
Anthony Nelson, EDGE, Iowa

D’Andre Walker ist ein 3-4-Outside Linebacker, der vor allem gegen den Lauf enorm stark ist. Außerdem kann er gut covern und würde dem Edge-Room der Packers definitiv gut tun, als Rotational Spieler wäre er eine Option.

Juan Thornhill ist ein sehr vielseitiger Safety, der ähnlich wie Adderley einfach den Room etwas auffüllen könnte.

Max Scharping ist ein Green Bay-Local. 5 Minuten von Lambeau Field aufgewachsen könnte Scharping nicht nur als Spieler ein Steal sein, ein Pick von ihm wäre definitiv eine Feel Good-Story. Für weiteres empfehle ich mein Local Player-Profil von Scharping.

David Montgomery ist einer der Topleute in der Runningback-Draftklasse und könnte als RB3 ein echt guter Pick sein. In der Rotation mit Jones und Williams wäre Montgomery sehr gut aufgehoben und die drei könnten eine der besten RB-Gruppen der NFL bilden.

Clelin Ferrells Gegenüber Austin Bryant ist nicht so stark wie seine Mitspieler aus Clemson, die alle 3 in der ersten Runde das Board verlassen haben, trotzdem hat er einiges zu bieten.

Anthony Nelson ist ein bisschen eine Sleeper-Empfehlung. Er hat einen hohen RAS (Relativ Athletic Score), von dem Gutekunst ein Fan ist – das hat man nicht zuletzt bei den zwei Firstroundern gesehen. Ähnlich wie Walker ist er ein Runstopper und Coverage-Guy, weniger der pure Edge Rusher. Könnte für die Rotation mit viel Potential interessant sein.