Es ist Draft Day in Nashville, Tennessee! Die Zeit, auf die viele Football-Fans, -Teams und -Spieler lange gewartet haben, ist nun endlich gekommen. Um 2 Uhr deutscher Zeit in der kommenden Nacht wird Roger Goodell die Bühne betreten und den NFL Draft für eröffnet erklären.

In der ersten Runde des Drafts haben die Green Bay Packers zwei Picks: Nummer 12 und Nummer 30.
Jedes Team hat ja bekanntlich maximal 10 Minuten Zeit pro Pick, jedoch können aufgrund der Vergangenheit die groben Zeiten der Picks geschätzt werden und für die beiden Picks der Packers ergeben sich folgende Zeiten:

#12: Freitag, 3:22 Uhr deutscher Zeit
#30: Freitag, 5:28 Uhr deutscher Zeit

Bekannterweise sind die Packers aber ein sehr tradefreudiges Team – vor allem nach unten geht immer viel. In letzter Zeit häufen sich aber die Spekulationen und Gerüchte, die Packers könnten sogar nach vorne traden. Wie genau das mit den Trades funktioniert und wieso man möglicherweise traden will, das hat Max für euch zusammengefasst.

Natürlich möchten wir euch auch unsere Targets für die Picks an 12 und 30 präsentieren. Was ihr aber niemals vergessen dürft: Am Ende kommt immer alles anders – und vor allem als man denkt. Nehmt diese Liste also bitte als Gedankenspiel und Ideen auf, das heißt aber nicht, dass die Packers in Person von Brian Gutekunst nicht etwas ganz anderes im Kopf haben könnten.

Die Packers an #12 – kein Highlight-Pick

Die Green Bay Packers sitzen derzeit an 12 und auf meinem Board gibt es genau 10 Top Picks dieses Jahr. Nick Bosa, Quinnen Williams und Devin White werden meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht weit genug fallen. Dwayne Haskins ist ein Quarterback und somit für uns an 12 nicht relevant. Vermutlich wird außerdem Kyler Murray vor dem Pick der Packers vom Board gehen. Sehr unwahrscheinlich ist auch die Nummer 1 auf meiner Liste, trotzdem sehe ich eine Möglichkeit – und deshalb hier jetzt meine Top-Targets für den #12 Pick:

Josh Allen, 3-4-Outside Linebacker, Kentucky
Ed Oliver, Defensive Tackle, Houston
Jawaan Taylor, Offensive Tackle, Florida
T.J. Hockenson, Tight End, Iowa
Devin Bush, Inside Linebacker, Michigan
Jonah Williams, Offensive Tackle, Alabama

Josh Allen ist auf meinem Draft Board etwas weiter unten, als bei den meisten anderen, denn ich schätze seine Edge Rushing-Qualitäten deutlich schlechter (und mMn realistischer) ein als viele, die nur sein Highlight-Tape schauen. Sehen die NFL-Scouts das ähnlich, könnte er fallen – zwar vermutlich nicht bis an 12, aber bis an eine Position, an die wir ohne zu großes Investment traden könnten.

Ed Oliver ist ein Monster eines Defensive Tackles. Er erfüllt keinen dringenden Need, aber er bessert unsere DLine von jetzt auf gleich um Längen auf – und zusätzlich füllt er ein zukünftiges Loch, sollten wir Mike Daniels nach der kommenden Saison nicht resignen.

Jawaan Taylor ist der beste pure Tackle im Draft. Jonah Williams wird von vielen etwas besser eingeschätzt, bei ihm sehen aber auch viele Scouts eher einen Guard – das brauchen wir eigentlich nicht. Jawaan Taylor ist mein Lieblingspick. Er könnte Bryan Bulaga vielleicht sogar schon diese Offseason beerben, wenn nicht, würde er es zumindest Ende der kommenden Saison tun (oder nach der ersten Verletzung in der Saison).

T.J. Hockenson ist der beste College-Tight End in diesem Draft, in diesem Jahrzent und hat das Potential den besten Tight End dieses Jahrhunderts, Rob Gronkowski, vom seinem Thron zu stoßen. Ein Tight End an 12? Sehr früh – aber für Hock lohnt es sich. Wenn er an 12 oder in Trade-Reichweite noch da ist, sollte man zuschlagen.

Devin Bush ist quasi mein Backup-Pick. Er ist ein enorm starker Spieler und sein Draft Stock ist nur relativ niedrig, weil er für einen Prototype-Inside Linebacker zu klein ist, sein Tape und seine Qualitäten lassen keinerlei Zweifel offen.

Jonah Williams ist mehr oder weniger der Backup des Backup-Picks. Jonah Williams ist qualitativ zwar super, erfüllt aber potentiell nicht den Need, den wir haben. Er hat nur Left Tackle gespielt und will das auch mal in der NFL tun, an Bakhtiari ist aber so schnell kein Vorbeikommen. Guard, als was ihn viele sehen, hat er noch nie gespielt – genauso wie Right Tackle, für was wir ihn holen würden. Er ist ein Spieler aus der Topgruppe und könnte potentiell ein Need füllen, er wäre aber der letzte Pick, der mich hier wirklich glücklich macht.

Jawaan Taylor, Devin Bush, Jonah Williams – alles keine Namen bzw. Positionen, die viele Fans total mitreißen würden, aber definitiv grandiose Spieler und Picks an 12! Hockenson und Ed Oliver wären bestimmt Highlights, Josh Allen erstrecht, aber auch wenn nicht: Wir haben dieses Jahr viele (hohe) Picks, lasst euch nicht zu sehr stressen – der beste Spieler ist nicht immer der glamouröseste!

Die Packers an #30 – die Needs erfüllen

Natürlich verändern sich die Needs der Packers mit dem ersten Pick im Draft. Und die Situation wird hier viel bestimmen, was die Packers tun können, allerdings habe ich hier ein paar Spieler, die man aufgrund der Needs und der Position im Auge behalten sollte:

Cody Ford, Offensive Guard/Tackle, Oklahoma
Nasir Adderley, Free Safety, Delaware
AJ Brown, Wide Receiver, Ole Miss
Noah Fant, Tight End, Iowa
Dalton Risner, Offensive Tackle, Kansas State

Cody Ford an 30 ist in etwa so realistisch wie Josh Allen an 12 – eher unwahrscheinlich. Trotzdem könnte er in eine Trade-Reichweite fallen und dann wäre er ein starker Pick, sollten wir mit #12 keinen Offensive Lineman geholt haben.

Nasir Adderley ist mMn der beste Free Safety, wenn nicht sogar der beste Safety im Draft. Adrian Amos kann zwar beides spielen, ist aber definitiv besser weiter vorne an der Line of Scrimmage aufgehoben. Ihm einen Top-Partner zur Verfügung zu stellen, sollte eine hohe Priorität haben.

AJ Brown ist vielleicht nicht der bekannteste Spieler der Wide Receiver der Klasse oder der schnellste, aber er ist der vielseitigste in der Spitzengruppe. Er kann im Slot spielen, er kann den zweiten Wideout auf der anderen Seite von Davante Adams spielen – und selbst eine WR1-Rolle würde ich ihm zutrauen, sollte Adams sich verletzen oder einfach mal eine Pause brauchen. Wenn ich unter allen Wide Receivern des Drafts einen für die Packers aussuchen müsste, er wäre meine Wahl!

Noah Fant ist vermutlich der qualitativ beste Spieler auf dieser Liste für #30, aber ich sehe keinen übertrieben großen Need, einen Tight End früh zu holen. Erstrecht ein Tight End, der kein guter Blocker ist, ist für uns nur semi-interessant. Natürlich sind Graham und Lewis alt und dahinter hat man eigentlich niemanden, es gibt aber später noch Optionen, die mir in Hinblick auf die Draftposition besser gefallen würden.

Dalton Risner an 30 könnte etwas gereacht sein, er könnte aber auch schon früher gehen – je nachdem, wie der Ansturm auf die Offensive Tackles abläuft. Er ist ein guter Right Tackle. Niemand wie Jawaan Taylor, der schon vor der Saison Bulaga den Rang ablaufen könnte, aber definitiv ein grandioser Backup für die erste Saison und jemand, der in einem Jahr komplett übernehmen kann. Sollten alle Stricke reißen, wäre er hier mein Backup-Pick.

Falls ihr noch etwas Zeit bis zum Draft habt, empfehle ich euch, euch in unsere Position Scouting-Berichte einzulesen oder unseren Mock Draft anzuschauen. Außerdem ist das Draft Special-Interview mit Maggie Loney noch sehr lesenswert! Außerdem hat Marco für euch nochmal die wichtigsten Infos zum NFL Draft zusammengefasst.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Habt Spaß am Draft!
Vorverurteilt die Spieler nicht, nur weil ihr (oder ich) sie vielleicht schlechter eingeschätzt habt – Gutey wird einen Grund haben, sie zu holen.
Und nicht allzu frustriert sein, wenn wir zurücktraden, das hat doch mittlerweile Tradition. ;)

#GoPackGo