In dieser kleinen Sonderreihe zum Draft 2019 wollen wir euch ein paar Spieler vorstellen, die aus Wisconsin kommen und definitiv eine Nennung hier verdient haben. Das kann während der College-Zeit gewesen sein oder schon viel früher. In diesem Bericht geht es um Andrew van Ginkel (OLB, Wisconsin).

 

Über mehrere Transfers in die NFL – Andrew van Ginkel

Wie auch T.J. Edwards ist van Ginkel nicht in Wisconsin aufgewachsen (im Gegensatz zu Max Scharping), hat aber nicht wie Edwards 4 Jahre lang für die Badgers gespielt, sondern kam erst über mehrere Transfers nach Wisconsin. Als Wisconsin Badgers-Fan kann uns Lausi96 (@Lausi06 Twitter) einiges mehr über die Geschichte von van Ginkel sagen, deshalb überlasse ich hier einfach ihr das Wort:

Andrew van Ginkel wurde in Rock Valley, Iowa, geboren. Er besuchte die High School Rock Valley Western CC. Als Redshirt Freshman begann er am College in South Dakota. Dort spielte er auf der Position eines DE, wurde in das First-Team All-Missouri Valley Football Conference gewählt und Dritter im Voting STATS FCS National Freshman of the Year. 2016 wechselte Van Ginkel an das Iowa Western Community College. Nur ein Jahr später wurde er von der Universität Wisconsin verpflichtet und spielte von Beginn an als OLB.

Seine Stärken liegen in seiner Explosivität und Schnelligkeit. Zudem besitzt er gute Richtungswechsel und eine hohe Beweglichkeit sowie eine sehr gute Armweite für Tacklings. Er ist ein eher unscheinbarer Spieler mit Potential. Van Ginkel ist bereit, sich stetig zu verbessern und weiter zu entwickeln. Zusätzlich ist er ein sehr disziplinierter und hart an sich arbeitender Spieler.
Seine Nachteile, die es für ihn zu verbessern gilt, sind fehlende Aggressivität, Kraft und Körpermasse. Besonders hervorgehoben hat sich Andrew Van Ginkel in seiner letzten Saison am College in Wisconsin, was er auch beim Combine und am Pro Day bestätigen konnte. Von seinen Mitspielern wurde er respektiert, geachtet und sofort als ein Teil des Teams integriert.

Ein Special Teams-Spieler mit Rotationsqualitäten

Größe: 6’3″ (1,93 m); Gewicht: 241 lbs (109 kg); Armlänge: 32 1/2″ (79 cm); Handspanne: 9 3/8” (25 cm)
40 Yard Dash: 4,77sec; Bench Presses: 16; 3-Cone Drill: 6,99sec (kombinierte Combine- und Pro Day-Ergebnisse)

Andrew van Ginkel hat in seiner College-Karriere bisher nur Edge Rusher gespielt, hier jedoch in der Position variiert. Zunächst begann er als 4-3-Defensive End, ehe er in der Badgers-3-4-Defense zum OLB wurde. Letzteres entspricht seinen Fähigkeiten deutlich besser, denn als purer Rusher hat er teilweise seine Probleme. Vor allem aus dem 3-point-stance spielt er nicht gerade hervorragend, denn er ist relativ leicht und es fehlt ihm deutlich an Kraft, um an der Line mit den “großen Jungs” mitspielen zu können. Seine Handwork ist maximal mittelmäßig, wenn überhaupt. Da muss er noch enorm daran arbeiten. Seine Outside Rush ist nahezu unbrauchbar, da er ein schlechter Bender ist und so seine Rushes nicht zum Quarterback flatten kann. Im Runblocking ist er leider mit seiner Masse auch schwierig einzusetzen, weil er von den stärkeren Offensive Lineman einfach durch die Gegend geschoben wird, vermutlich würde sogar ein Tight End ihn einfach aus dem Weg schieben.

Aber van Ginkel hat auch seine Stärken. Allen voran seine starke Mentalität und Arbeitsbereitschaft. Selbst mit kleinen Verletzungen kämpft er sich durch, er gibt das ganze Spiel Vollgas und kann so vor allem zum Ende des Spiels noch einen Impact machen. Mit 98 Tackles (19,5 for Loss, 12 Sacks, 4 Forced Fumbles) hat er eine gute Production an den Tag gelegt. Dazu hat er in seinem Junior-Jahr gezeigt, was er in der Coverage kann. Mit 5 verteidigten Pässen und 2 Interceptions (1 TD) waren seine Leistungen hier ebenfalls gut. Seine Stärke im Rush sind seine Counter Moves. Auch wenn er mit dem ersten Move selten viel Erfolg hat, sind sein Inside Counter Rush und vor allem sein Spin Move durchaus vorzeigbar mit Potential, auch in der NFL von Zeit zu Zeit mal erfolgreich zu sein. Seine beste Qualität, die ihm einen Platz in einem NFL-Roster sichern könnte, ist aber in den Special Teams zu finden. Schnell, Athletisch und kann Tacklen – das sind die Qualitäten eines guten Gunners.

Andrew van Ginkel wird vermutlich über die Special Teams seinen Weg in die NFL finden. Hier wäre er in der siebten Runde durchaus ein interessanter Pick für viele Teams, viel mehr ist aber nicht drin. Wenn er nicht gedraftet wird, findet er mit Sicherheit einen Abnehmer als UDFA!
Für die Packers könnte er ein Depth-Pick mit Special Teams-Qualitäten in der letzten Rundes des Drafts sein. Ich vermute nicht, dass wir hier zuschlagen werden, komplett ignorieren würde ich seine Qualitäten aber auch nicht.