In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends, Wide Receiver, D-Line, Quarterbacks, Runningbacks und die Cornerbacks.

Nachdem wir uns vor zwei Wochen die Cornerbacks in unserem Rückblick angeschaut haben, widmen wir uns in dieser Woche dem zweiten Teil der Defensive Backs, den Safeties. Konnte man für die Cornerbacks noch den ein oder anderen positiven Aspekt rauspicken, wird das bei den Safeties schon schwieriger. Aber der Reihe nach. Wer stand in der abgelaufenen Saison alles für die Packers als Strong Safety oder Free Safety auf dem Feld? Das waren Ha Ha Clinton-Dix, Kentrell Brice, Jermaine Whitehead, Josh Jones, Eddie Pleasant, Raven Greene, Ibraheim Campbell und Tramon Williams. Nachdem man vor der Saison bereits Morgan Burnett verloren hatte und auch während der Saison der ein oder andere Spieler auf der Safety Position das Team verlassen musste, umfasst die Liste der Spieler einige Namen, welche erst im Laufe der Saison zum Team dazu stießen.

Schauen wir uns also die Spieler der Reihe nach im Detail an. Starten wollen wir mit Jermaine Whitehead. Whitehead, der im Jahr 2016 zu den Packers stieß und immer wieder zwischen Pratice Squad und aktivem Kader hin und her wechselte, sollte zu Beginn der Saison eine größere Rolle spielen, als in seinen bisherigen Jahren in Green Bay. Bis Woche 8 stand er in sieben Spielen auf dem Feld in zwei Spielen davon sogar als Starter. Verzeichnen konnte er dabei 20 Tackles, zwei Pass Deflections und einen Sack. Warum nur bis Woche 8? Nach Woche 8 hatte sich das Thema Jermaine Whitehead und die Packers erledigt, nachdem Whitehead im Spiel gegen die Patriots deren Center eine Ohrfeige gab, wofür ihn die Schiedsrichter vom Platz stellten. Auch das Front Office der Packers machte daraufhin kurzen Prozess und trennte sich von Whitehead. Man folgte damit einer klaren Linie, welche in Green Bay spätestens seit Gutekunst Einzug gefunden hat, indem man sich von Quertreibern und Spielern trennt, die sich nicht an Regeln halten und dem Team schaden.

Der nächste, der die Saison in Green Bay nicht beendete, ist Ha Ha Clinton-Dix. Der erste Pick der Packers im 2014er Draft wurde bekanntlich im Laufe der Saison für einen Viertrunden Pick des 2019er Drafts zu den Redskins getradet. Eine Entscheidung, welche unter den Fans durchaus kontrovers diskutiert wurde. Ha Ha verzeichnete bis zu seinem Trade 27 Tackles, drei Pass Deflections, einen Forced Fumble und eine Interception. Statistiken, die für sieben Spiele sicher nicht schlecht aussehen. Warum also der Trade? Der Vertrag von unserer Nummer 21 wäre am Ende der Saison sowieso ausgelaufen. Nach dem, was man so hörte, wollte Clinton-Dix nicht in Green Bay bleiben und hatte seinen Abschied schon angedeutet. Daraufhin musste er sich die Vorwürfe gefallen lassen, nicht mehr alles für die Packers in die Waagschale zu werfen und im ein oder anderen Tackling eher halbherzig zur Sache zu gehen. In der Offseason hätten somit schwierige Gespräch mit ihm angestanden und es wäre mehr als fraglich gewesen, ob er überhaupt nochmal einen Vertrag in Green Bay unterschrieben hätte. Sicher hätte man auch die Saison mit ihm zu Ende spielen können, aber das Front Office folgte somit seiner bereits erwähnten härteren Linie und trennte sich noch während der laufenden Saison von ihm. Ob man letztendlich auch einen Compensatory Pick für ihn hätte bekommen können, war zu diesem Zeitpunkt auch noch reine Spekulation. Mehr als ein Viertrunden Pick wäre dabei vermutlich auch nicht rausgesprungen. Vor diesen ganzen Hintergründen scheint der Viertrunden Pick der Redskins für 2019 ein guter Gegenwert gewesen zu sein.

Die beiden unerwarteten Abgänge veranlassten die Coaches schließlich dazu, dass man auf der Safety-Position tätig werden musste, um die entstandenen Löcher zu stopfen. So unterzog man Veteran Tramon Williams während der Saison einem Positionswechsel von Cornerback auf Safety. Eine Lösung mehr oder weniger aus der Not heraus geboren. Williams, der zu Beginn der Saison zu den Packers zurückgekehrt war, konnte bereits als Cornerback nicht die erhoffte Leistung auf den grünen Rasen bringen. Daran änderte auch der Positionswechsel nicht wirklich viel. Williams ließ sich immer wieder von den Receivern der Gegner schlagen. Die Patriots in Woche 8 beispielweise attackierten unser Backfield immer wieder über Williams. Mit Erfolg. Im Spiel gegen die Patriots kann man ihm noch zugutehalten, dass dies sein erstes Spiel als Safety war. Aber auch in den Spielen nach Woche 8 wurden seine Leistungen nicht besser. Williams hat einen Vertrag für die kommende Saison. Die Rückkehr auf seine angestammte Position als Cornerback gilt als sicher. Aufgrund seiner gezeigten Leistung in der letzten Saison könnte er aber auch Kandidat für einen möglichen Cut sein. Die Packers würden damit ca. 6,4 Mio. Dollar an Cap einsparen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Front Office und die Coaches zu seiner Personalie entscheiden und ob der dann 36-jährige Williams eine weitere Saison für unsere Packers aufläuft.

Auch Kentrell Brice bekam in der Saison in Folge der o.g. Abgänge mehr Snaps, als man zunächst erwarten konnte. Der undrafted Free Agent, der seit 2016 zum Kader der Packers gehört, machte zum ersten Mal in der 2017er Saison mit einigen starken Tackels auf sich aufmerksam. Im Jahr 2018 verzeichnete Brice 50 Tackles, zwei Pass Deflections und einen Sack. Er startete in zehn Spielen und stand insgesamt in 14 Spielen auf dem Feld. Brice hat in der Saison den nächsten Schritt gemacht und gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann. Insbesondere als harter Hiter und damit als gute Waffe gegen den Lauf ist Brice immer eine Option, auch wenn er vermutlich nie zu den besten auf seiner Position gehören wird. Brice hat angedeutet, dass er gerne in Green Bay bleiben würde. Die Packers wissen was sie an ihm haben. Brice wird sicher den einen oder anderen Dollar mehr verdienen wollen, als in seinem letzten Vertrag. Auf einer Position, welche sowieso dünn besetzt ist, werden die Packers aber sicherlich nicht abgeneigt sein, Brice als soliden Backup im Team zu behalten.

Der nächste im Bunde ist Josh Jones. Der Zweitrunden Pick der Packers im 2017er Draft kam in seiner Rookie-Saison gut in die Saison, musste aber im weiteren Verlauf der 2017er Saison das eine oder andere Mal Lehrgeld bezahlen. Er selbst sagte von sich, dass er in der 2018er Saison den nächsten Schritt machen müsste. So richtig geschafft hat er das leider nicht. Trotz der dünnen Personaldecke auf Safety war Jones häufig nur zweite Wahl. Absolviert hat er insgesamt 13 Spiele von denen er aber nur in fünf als Starter auf dem Feld stand. Auch er zählt wie Brice zu den Spielern die ordentlich austeilen können. So stehen am Ende der Saison 55 Tackles zu Buche. Dazu kommen zwei Pass Deflections und ein Sack. Jones hatte ein weiteres Jahr Zeit, sich in der NFL und im Team zu behaupten und konnte dies leider nicht nutzen. In der 2019er Saison wird die Konkurrenz auf der Safety-Position sicherlich wieder größer werden. Es wird sich zeigen, ob Jones sich durchsetzen kann oder wieder nur zweite Wahl bleibt.

Raven Greene wurde in der 2018er Offseason von den Packers unter Vertrag genommen. Der Backup hinter Jermaine Whitehead und Ha Ha Clinton-Dix auf der Free Safety Position verzeichnete insgesamt acht Spiele für die Packers, nachdem er Anfang der Saison zunächst verletzt war und auch gegen Ende der Saison mit einer Knöchelverletzung schließlich auf der Injured Reserve Liste verschwand. Greene hat auch für 2019 noch einen Vertrag. Für ihn gilt aber ähnliches wie für Josh Jones. Ob er sich letztendlich gegen die größer werdende Konkurrenz durchsetzen kann, steht in den Sternen.

Ibraheim Campbell wurde Anfang November verpflichtet. Man reagierte damit ebenfalls auf den Trade von Ha Ha Clinton-Dix und die Entlassung von Whitehead. Campbell verzeichnete drei Spiele für die Packers (eins als Starter). Zu Buche stehen für ihn in den drei Spielen 18 Tackles und ein Forced Fumble. Bereits Anfang Dezember verletzte sich Campbell und landete auf der Injured Reserve List. Campbell, der in seinen Spielen als physisch starker Safety in der Box, im Run Stop und in Tackles im Open-Field überzeugen konnte, könnte von den Packers für ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen werden. Vor seiner Verletzung waren seine gezeigten Leistungen sehr ordentlich. Die Packers jedenfalls scheinen an einem weiteren Vertrag interessiert zu sein. Man wird abwarten müssen wie Campbell sich von seinem Kreuzbandriss erholt.

Eddie Pleasant ist der letzte im Bunde. Auch er wurde spät in der Saison verpflichtet (November) und brachte es nur auf sechs Spiele in Green & Gold. Anders als bei Campbell scheint ein weiterer Vertrag für ihn in Green Bay außer Reichweite zu sein. Für ihn stehen am Ende nur 8 Tackles in der Statistik. Dazu ließ er eine Interception in der Crunch-Time im Spiel gegen die Cardinals fallen. Insgesamt keine Leistung, mit welcher er Werbung in eigener Sache machen konnte. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Insgesamt wird sich auf der Position einiges tun in der Offseason. Wer bekommt eine weitere Vertragsverlängerung und damit eine weitere Chance? Wer muss gehen? Wen verpflichtet man eventuell über die Free Agency? Werden die Packers auch im Draft etwas für die Position tun? Alles Fragen, die wir euch in den nächsten Woche hier auf der Seite beantworten werden.