In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends, Wide Receiver und D-Line.

Hey Packers Nation,

nachdem wir schon auf einige Positionsgruppen zurückgeschaut haben, widmen wir uns heute den Runningbacks.

Dabei geht es uns vor allem um unsere letztjährigen Draftpicks, Aaron Jones, der 2017 in der 5. Runde an Stelle 185, sowie Jamaal Williams, der im gleichen Jahr eine Runde früher an Stelle 134, gepickt wurde.

Schauen wir aber auch nochmal auf das Rookiejahr der beiden. In ihrer ersten NFL-Saison bei den Packers hat sich zuerst Jamaal Williams als Starter herauskristallisiert. Er absolvierte alle 16 Spiele und kam in 153 Versuchen auf 556 Yards. Dies entspricht 3,6 Yards pro Versuch, was eine ordentliche Leistung für einen Rookie ist. Außerdem erzielte er 4 Touchdowns durch den Lauf, weitere 2 durch das Passspiel und verbuchte 262 Receiving Yards bei 25 Passversuchen.

Aaron Jones hingegen kam in 12 Spielen bei 81 Versuchen auf 448 Yards, was unglaublich starke 5,5 Yards pro Versuch macht. In dieser Statistik wäre er auf Platz 2 in der gesamten NFL gelandet, diese bezieht jedoch nur Spieler mit ein, die mindestens 85 Versuche gelaufen sind. Er erzielte 4 Touchdowns durch den Lauf und kam außerdem bei 9 Passversuchen auf 22 Yards.

Aufgrund dieser Statistik und auch teils überragenden Leistungen von Aaron Jones (Big Plays, drive-rettende Spinmoves), machte er Jamaal Williams spätestens zum Start der letzten Saison den Starterplatz streitig. Diese Entscheidung wurde durch Aaron Jones dann auch gleich bestätigt. Zwar musste er die ersten vier Spiele noch zuschauen, knüpfte dann aber nach abgesessener Strafe nahtlos an seine guten Leistungen an.

Er erzielte in 12 Spielen bei 133 Versuchen unfassbare 728 Yards, womit er seinen Schnitt von 5,5 Yards per Carry aus der Vorsaison bestätigte und in dieser Statistik, nun endlich auch mit mehr als ausreichenden Versuchen, die NFL sogar anführt. Außerdem freut es mich zu sehen, dass er seine Receiverqualitäten deutlich verbessert hat, was man auch an den Zahlen von 206 Yards bei 26 Passversuchen (1 TD) sehen kann.

Jamaal Williams kam vergangene Saison auf 464 Yards bei 121 Versuchen, womit auch er sich noch einmal steigern konnte und seinen Schnitt auf 3,8 Yards per Carry verbessert hat, was auch ein guter Wert für einen Second-Year-Player ist. Dazu erzielte er 3 Touchdowns über den Lauf und ebenfalls ordentliche 210 Yards bei 27 Receptions.

Soviel zu den Statistiken unserer beiden jungen Runningbacks, dennoch muss ich leider auch ein müßiges Thema der letzten Saison ansprechen. Ich war lange Zeit ein großer Fan von Mike McCarthy, da er auch der bisher einzige Trainer in meiner knapp 10-jährigen Liebe mit den Packers war. Doch das Playcalling und vor allem, das Nicht-Einsetzen unserer sehr begabten Runningbacks (5,5 Yards Average !!!) war mir ein sehr großer Dorn im Auge.

Natürlich ist Aaron Jones kein Every-Down-Runningback, dennoch würde ich mir wünschen, dass er nächste Saison etwas mehr als die letztjährigen 11,1 Versuche pro Spiel bekommt. Vor allem da er durchaus das Potential hat, sich nochmal zu steigern und definitiv einer unserer Männer für Big Plays ist (10 mal hat er in seiner Karriere schon ein 20+ Yards Play und 2 mal ein 40+ Yards Play hingelegt, Jamaal Williams 2 mal ein 20+ Yards Play).

Ich denke in Aaron Jones und Jamaal Williams haben wir ein äußerst talentiertes und junges Runningback-Duo für die Zukunft gefunden, da sie sich sehr gut ergänzen und mit dem richtigen Playcalling noch mehr zur Entfaltung gebracht werden können.

Dadurch würde unser Passspiel auch wieder gefährlicher werden, Play-Action-Plays nicht mehr so einfach zu durchschauen sein, die Defense würde nach vorne gelockt werden und wenn wir den Draft und die Offseason richtig nutzen und eine Top-Ten-O-Line unser Eigen nennen könnten, dann könnte Aaron Rodgers auch wieder vermehrt mit tiefen Bomben brillieren.

Doch das ist Zukunftsmusik und werden wir in den nächsten Monaten genauer einordnen können. Das Hauptproblem bei den Runningbacks war meiner Empfindung nach das Playcalling. Dieses aber wird sich ja bekanntlich ändern – denn unser neuer Head Coach Matt LaFleur betont in jedem Gespräch, wie er den Fokus aufs Running Game legen will – und ich hoffe, Matt LaFleur schafft es, die Qualitäten unserer Jungs noch besser zu entfachen und in Szene zu setzen.