Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Wir gehen in die erfolgreichste Dekade, in die Jahre von 1960 bis 1969, in die Ära des großen Vince Lombardi.

Der Weg zu Lombardis ersten Titeln

Wie schon in der letzten Ausgabe geschrieben, übernahm Coach Lombardi 1959 das Zepter und führte die Packers direkt zur ersten Winning-Season nach zehn Jahren. 1960 setzte er dann mit seinem strengen Regiment noch einen drauf und schaffte mit einer 8-4-Bilanz den Sprung auf Platz eins im Westen. Im Championship-Game waren die Philadelphia Eagles dann aber noch eine Nummer zu groß. Man unterlag mit 13:17. Paul Hornung stellte als Running Back und Kicker einen Punkterekord auf. 176 Zähler hatte er in den zwölf Spielen gesammelt. Dieser Rekord hielt bis 2006.

Das Jahr 1961 begann schon im Draft gut, denn mit Herb Adderley wurde ein wichtiger Spieler gedraftet. Er wurde später wie viele andere aus dieser Zeit in die Hall of Fame aufgenommen. Die Hauptrollen spielten aber vor allem Jim Taylor und „Golden Boy“ Hornung. Die beiden Runner führten die Packers zu einer 11-3-Saison. Das Championship-Game fand dann vor heimischer Kulisse in Green Bay statt und die New York Giants wurden mit 37:0 förmlich überrollt. Allein Hornung erzielte 19 Punkte (1 TD, 3FG, 4EP). Dafür wurde er am Ende auch League-MVP.

Der Golden Boy: Paul Hornung (Foto: Wikipedia)

1962 zündete die Offensivmaschine der Packers endgültig. Green and Gold erzielten als erstes Team seit den Rams 1950 mehr als 400 Punkte in einer Saison. Dies resultierte in einem Record von 13-1. Als Lohn wurde mit Jim Taylor erneut ein Packer als MVP ausgezeichnet. Im Finale warteten wieder die Giants. Diesmal wurde in New York gespielt. Dennoch siegten sich die Packers zu Meisterschaft Nummer acht. Taylor mit einem Touchdown und Jerry Kramer mit drei Field Goals sorgten für einen 16:7-Erfolg. Hornung wird sich an diese Partie mit folgenden Worten erinnern: „Das war das härteste Footballspiel, in dem ich spielte!“

Eine kurze Durststrecke

Der “Threepeat” war den Packers nicht vergönnt. 1963 leistete man sich zwei Niederlagen gegen die Bears. Dadurch landete Chicago am Ende knapp vor Green Bay. Mit 11-2-1 war es dennoch wieder eine herausragende Saison. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Quarterback Bart Starr einen Monat wegen einer Verletzung verpasste, ist diese Bilanz beeindruckend. Im Playoff-Bowl, quasi das Spiel um Platz drei, wurden die Cleveland Browns mit 40:23 besiegt.

Im Jahr darauf hatten die Packers Probleme in den engen Spielen. Von vier Spielen, die mit vier Punkten oder weniger entschieden wurden, verloren die Packers drei. Der Zug in Richtung Championhip-Game war daher nach sieben Spielen abgefahren. Am Ende war es aber dennoch eine 8-5-1-Saison, verbunden mit dem nächsten Einzug in den Playoff-Bowl. Hier unterlag man allerdings den St. Louis Cardinals mit 17:24.

Threepeat und Super Bowl-Triumphe

Lombardi veränderte zur Spielzeit 1965 den Fokus. War vorher vor allem die Offensive herausragend, so stellten die Packers nun die beste Defensive der Liga. Man lieferte sich einen Zweikampf mit den Colts. Dies gipfelte im Playoff-Tiebreaker am zweiten Weihnachtstag. Im „Battle of the Backups“ (beide Teams spielten nicht mit ihrer nominellen Nummer eins als Quarterback) siegten die Packers mit 13:10. Im Championship-Game warteten dann die Cleveland Browns. Dank dreier Fieldgoals von Don Chandler gewannen die Packers mit 27:12.

Mit dem Rückenwind dieses Siegers und vor allem ohne größere Verletzungen flog Green Bay durch die Saison 1966. Mit 12-2 wurde die Conference gewonnen. Im Championship-Game wurden die Dallas Cowboys mit 34:27 besiegt und Meisterschaft Nummer zehn eingetütet. Im Anschluss folgte der erste Super Bowl der Geschichte. Diesen gewannen die Packers mit 35:10 gegen den AFL-Sieger Kansas City Chiefs. Überragender Spieler der Saison war Bart Starr. Er wurde nicht nur Passing Leader, sondern sowohl MVP der NFL wie auch des Super Bowls.

Keine Frage, dadurch waren die Packers auch 1967 der große Favorit. Doch im Expansion Draft wurden sowohl Paul Hornung wie auch Jim Taylor an die Saints verloren. Nun wurde die Achse aus Bart Starr und seinem Receiver Caroll Dale noch wichtiger. Diese führten die Packers gemeinsam mit dem neuen Nummer eins-RB Jim Grabowski zu einer 9-4-1-Saison und dem Sieg in der neuen NFL Central-Division. In den Playoffs machte man zuerst kurzen Prozess mit den Browns (52:14), ehe in der Neuauflage des Vorjahres-Endspiels der Threepeat perfekt gemacht wurde. Im legendären Ice Bowl bei gefühlten Temperaturen von über -35°C siegten die Packers gegen die Cowboys mit 21:17. Im Super Bowl II triumphierten Green and Gold erneut. Mit 35:14 wurden die Oakland Raiders besiegt. Spoiler: Titel Nummer elf sollte der letzte Titel für lange Zeit sein.

 

Das Ende einer Ära

1968 erfolgte dann der Absturz. Lombardi wurde nach dem zweiten Super Bowl-Triumph General Manager und unter dem neuen Coach Phil Bengtson gab es den ersten negativen Record des Jahrzehnts (6-7-1). Zwar schaffte man im Jahr darauf wieder eine positive Bilanz, doch in beiden Jahren landete man hinter den Minnesota Vikings und den Detroit Lions.

Bereits vor der Saison 1969 war die Lombardi-Ära beendet. Als GM fühlte er sich nicht wohl und nahm daher ein Angebot der Washington Redskins an. Dort schaffte er die erste positive Saison seit 14 Jahren. Doch bereits am dritten September 1970 starb Lombardi an Krebs und wurde nur ein Jahr später in die Hall of Fame aufgenommen.

Mit dem Ende der Lombardi-Ära endet nicht nur die ersten 50 Jahre der Packers, sondern auch die erfolgreichste Zeit der Franchise-Geschichte. Es sollte eine sehr lange Durststrecke folgen, ehe die Packers wieder Titel feiern durften.

1997 ehrte die US Post Vince Lombardi mit einer Briefmarke (Foto: Wikipedia)

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