In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends, Wide Receiver, D-Line, Quarterbacks, Runningbacks, Cornerbacks und Safeties.

Heute widmen wir uns in unserem vorletzten Rückblick unserer Offensive Line. Starten wir mit der Konstanten schlechthin, unserem Center Corey Linsley. Linsley verpasste in der abgelaufenen Saison keinen einzigen (!) Offensive-Snap (wie auch schon in der 2017er Saison). Nach seiner Vertragsverlängerung zeigt er, dass er ein absolut wichtiger und zuverlässiger Baustein in unserer Offensive Line ist und rechtfertigt damit auch seine Vertragsverlängerung im vergangenen Jahr. Als derjenige, der den Ball ins Spiel bringt ist der Center in jeder Offensive Line eine immens wichtig Position.  Zweifelfrei besitzen Rodgers und Linsley mittlerweile ein blindes Verständnis. Nur dadurch ist es Rodgers immer wieder möglich die Gegner bei Auswechslungen kalt zu erwischen und ein Free Play zu generieren. Bleibt zu hoffen, dass Linsley auch in der neuen Saison von Verletzungen verschont bleibt und an seine Leistungen aus der 2017er und 2018er Saison anknüpfen kann.

David Bakhtiari ist der nächste, der aus der O-Line mit seiner Leistung heraussticht. Der Left Tackle der Packers stand ebenfalls in allen 16 Spielen auf dem Feld und wurde von den Pressevertretern völlig zu Recht in das All-Pro Team 2018 gewählt. Auch von vielen seiner Mitspieler und Gegner in der NFL wird er als der beste Left Tackle der Liga bezeichnet. Seine Stärken liegen dabei eindeutig in der Pass Protection. Das zeigen auch seine Zahlen aus der abgelaufenen Saison von nur 25 zugelassenen Quarterback Pressures bei 737 Pass Block Snaps. Doch auch seine Fähigkeiten im Run Blocking konnte er in den vergangenen Jahren stets verbessern. Genau wie Linsley ist auch er ein absolut wichtiger Baustein unserer Offensive Line und seit Jahren jemand auf den man sich zu 100 Prozent verlassen kann.

Lane Taylor war der etatmäßige Starter zwischen Bakhtiari und Linsley auf der Position des Left Guards. Taylor, der im Jahr 2013 als undrafted Rookie ins Team der Packers kam, absolvierte in der abgelaufenen Saison 15 Spiele. Taylor gilt als zuverlässige Größe in der Offensive Line. Er verletzte sich jedoch vor dem Beginn der Saison am Knöchel und hatte über die gesamte Saison trotz seiner 15 Spiele Probleme so richtig in Tritt zu kommen und seine gewohnte Leistung zu zeigen. Er steht noch bis inklusive der 2020er Saison bei den Packers unter Vertrag. Bleibt er in der Offseason gesund, kann er hoffentlich wieder zu einer festen Größe neben Bakhtiari und Linsley werden.

Bryan Bulaga wurde im Jahr 2010 von den Packers in der ersten Runde gedraftet. Der 29-jährige Right Tackle absolvierte in der abgelaufenen Saison 14 Spiele. Bulaga hatte während der Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Viele dieser 14 Spiele konnte er aus diesem Grund nicht zu Ende spielen. Bulaga ist nach Bakhtiari der zweit teuerste Spieler in der Offensive Line. Seine Leistungen waren zwar durchaus in Ordnung wenn er gespielt hat, aber für das was er an Geld verdient, sind insbesondere die immer wiederkehrenden Verletzungsprobleme nicht akzeptabel. Bulaga hat noch ein weiteres Jahr Vertrag. Über seine Zukunft wird jedoch jetzt schon spekuliert und diskutiert. Investieren die Packers in die Position einen frühen Draft Pick oder schlagen in der FA noch zu, könnte Bulaga bereits ein Jahr vor Vertragsablauf die Packers verlassen. Zu Buche würden dann „nur“ knapp 1 Millionen Dollar Dead Cap schlagen. Einsparen würden die Packers bei einem vorzeitigem Cut ca. 8 Millionen Dollar.

Der letzte Starter in der Offensive Line ist Justin McCray. McCray war vor der Saison als Starter für die Right Guard Position vorgesehen. Er verletzte sich jedoch in Woche 3 und musste ersetzt werden. Zwar kam er im gesamten Saisonverlauf noch auf insgesamt 12 Spiele fand jedoch nie richtig in die Spur. Das belegen auch die Zahlen von fünf zugelassenen Sacks (zweithöchste Wert im Team). Der Vertrag von McCray lief zum Ende der Saison aus. Die Packers haben aber mittlerweile den Vertrag zu den Mindestkonditionen um ein weiteres Jahr verlängert. Trotzdem bleibt es fraglich ob McCray weiterhin als Starter auf Right Guard in die Saison geht. Die Packers haben mittlerweile mit Billy Tuner einen Spieler verpflichtet, der McCray den Startplatz auf der Right Guard Position streitig machen könnte.

Byron Bell übernahm von McCray die Position des Right Guards nach dessen Verletzung. Auch nachdem McCray wieder fit war, hatte Bell ihm die Rolle als Starter abgenommen. Bell kam insgesamt auf 12 Spiele (9 als Starter). Auch Bell war mit Sicherheit keine langfristige Lösung. Sein Vertrag lief zum Ende der Saison aus und mit der oben erwähnten Vertragsverlängerung von McCray und der Verpflichtung von Billy Turner ist die Zeit für Bell in Green Bay abgelaufen.

Kommen wir zu den weiteren Backups. Wie oben bereits angedeutet, ist insbesondere die zweite Garde hinter den Startern das Problem. Auf einer Position im Football die grundsätzlich verletzungsanfällig ist, braucht ein Team Spieler in der zweiten Reihe, die kurzfristig oder langfristig die Starter adäquat ersetzten können. Genau das war jedoch in der letzten Saison bei den Packers einfach nicht gegeben. Der Leistungsabfall von Starter zu Backup war schlicht zu groß. Hier sind Spieler zu nennen wie ein Jason Spriggs oder der o.g. Byron Bell. Hier besteht definitiv Handlungsbedarf.

Jason Spriggs hatte immer wieder die Gelegenheit sich zu beweisen. Er kam auf 13 Spiele und ersetzte auf Right Tackle immer wieder den verletzten Bulaga. Der ehemalige Zweitrunden-Pick der Packers aus dem Jahr 2016 befindet sich in der kommenden Saison in seinem letzten Rookie-Vertragsjahr. Spriggs hat in seiner Zeit in Green Bay nicht die Erwartungen erfüllt und konnte seine Vorschusslorbeeren, die ihm vor dem Draft 2016 zugesagt wurden nie zurückgeben. Die Anzahl seiner Spiele im Jahr 2018 lässt nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dieses Jahr kein gutes Jahr für ihn war. Das zeigen auch seine insgesamt sieben Strafen, die er kassiert hat. Die vielen Einsätze sind zudem eher auf die Verletzungen der Anderen zurückzuführen und dem Mangel an Alternativen geschuldet. Spriggs wird auch in der kommenden Saison über seine Rolle als Backup aller Voraussicht nach nicht hinaus kommen.

Zu erwähnen wäre auch noch Lucas Patrick, der in 14 Spielen zum Einsatz kam. Bis zum Spiel gegen Atlanta kam er jedoch nur zu Kurzeinsätzen und nur auf 24 Snaps. Im Spiel gegen Atlanta (Woche 14) übernahm er dann die Starter-Rolle von Lane Taylor auf Left Guard und stand in allen 65 Snaps auf dem Feld. Patrick wurde in der Zwischenzeit für ein weiteres Jahr an die Packers gebunden.

Alex Light ist ein weiterer Backup auf der Guard- und Center-Position, der nur zu kurzfristigen Einsätzen kam. Er machte sein erstes NFL Spiel ebenfalls in Woche 14 gegen die Falcons und wurde Anfang Dezember wegen der Einnahme unerlaubter Substanzen gesperrt. Light steht als Backup auch für die 2019er Saison wieder unter Vertrag.

Adam Pankey wurde ebenfalls aufgrund von Ausfällen Anfang Dezember in den aktiven Kader berufen. Er stand jedoch nur beim Sieg gegen die Falcons auf dem Feld. Der Guard, der seit 2017 vorwiegend im Practice Squad der Packers unterwegs war, hat keinen Vertrag für die 2019er Saison und wird das Team aller Wahrscheinlichkeit nach verlassen.

Auch wenn er in der vergangenen Saison kein Spiel bestritten hat und er vielleicht auch nie ein Spiel in der NFL bestreiten wird, soll auch an dieser Stelle Cole Madison nicht unerwähnt bleiben. Im Draft 2018 an 138. Stelle in der fünften Runde von den Packers ausgewählt, galt Madison als möglicher Starter auf der Right Guard Position. Viele von euch werden die tragische Geschichte um seine Person hier auf unserer Seite oder an andere Stelle verfolgt haben. Für die Packers bleibt am Ende vermutlich nur ein verschenkter Draftpick. Aber nicht nur durch die Geschichte um Cole Madsion bleibt die Position der Guards und insbesondere die des Right Guards eine eklatante Baustelle, welche es im Draft und der Free Agency anzugehen gilt.