Nach der zurückhaltenden ersten großen Welle der Free Agency am Montag schlugen die Packers am Dienstag gleich viermal zu. Da das ganze innerhalb von nur knapp drei Stunden passierte, gab es nicht wenige Fans, die den Überblick verloren haben. Einer der vier Neuzugänge ist der ehemalige Chicago Bears Safety Adrian Amos. Im Folgenden werden wir uns einige persönliche Daten, seine spielerische Vergangenheit, sowie seine zukünftige Rolle bei den Packers genauer anschauen.

Adrian Gerald Amos Jr. ist derzeit erst 25 Jahre alt (wird am 29. April 26) und wurde im NFL Draft 2015 in der fünften Runde von unseren Rivalen aus Chicago gedraftet. Er spielte zuvor für das College Penn State, wo er lange als Cornerback agierte, bevor er im dritten College Jahr (Junior Year) zum Safety umgeschult wurde.

Für die Bears lief Amos in seinen vier NFL Saisons in 60 von insgesamt 64 möglichen Spielen auf. Seine Zuverlässigkeit und geringe Verletzungsanfälligkeit waren möglicherweise sogar seine stärksten Eigenschaften in Bezug auf die Verpflichtung, da die Secondary der Packers in den vergangenen Spielzeiten doch stark mit Verletzungen zu kämpfen hatte (man siehe beispielsweise Kevin King). In der vergangenen Saison bestritt er jedes Spiel als Starter neben Eddie Jackson.
Ebenfalls für Amos spricht, dass er sowohl als Strong Safety, sowie als Free Safety bereits Erfahrung hat. In seinen ersten beiden Saisons spielte er ausschließlich als Free Safety, bevor im dritten Jahr der Wechsel zum Strong Safety stattfand.
2017 konnte er schließlich auch seine erste Interception für sich verzeichnen, die er sofort für 90 Yards zum Touchdown zurücktrug.
Insgesamt war die Saison 2018 eindeutig seine beste in der NFL. Der 25-jährige wies in jeglichen Statistiken seiner Karriere Bestwerte auf: 73 Tackles, ein Sack, neun verteidigte Pässe und zwei Interceptions.

Anhand der Zahlen erkennt man, dass Amos nicht der klassische Playmaker auf der Safety Position ist, der durch großartige Statistiken auffällt (wie z.B. Earl Thomas, Eddie Jackson usw.). Vielmehr zeichnet unseren Neuzugang seine enorme Konstanz aus. Laut Pro Football Focus Safety Rankings über die letzten drei Jahre liegt er auf Platz 3 (!) aller Safeties der NFL. Lediglich Harrison Smith und Earl Thomas können eine bessere Bewertung über diesen Zeitraum aufweisen.
In der vergangenen Saison belegte er in diesem Ranking den achten Platz, was ebenfalls stark ist, vor allem wenn man bedenkt, dass er durch Eddie Jacksons und Kyle Fullers überragende Saisons doch sehr in den Schatten gestellt wurde im Defensive Backfield der Bears.

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Adrian Amos’ Vertrag bei den Packers besitzt eine Laufzeit von vier Jahren und einen Gesamtwert von 36 Mio. $. Betrachtet man andere Verträge, die in der diesjährigen Free Agency abgeschlossen wurden, erscheint der Vertrag des Safeties insgesamt angemessen.

Ein auffälliges Merkmal bezogen auf seinen Spielertyp ist, dass er sehr oft versucht einen harten Hit zu setzen, was oft zu Drops der Receiver führt. Aufgrund dieser Risikobereitschaft beim Tacklen verpasst man jedoch auch hin und wieder leichtsinnig einen Gegenspieler zu Boden zu bringen, was auch auf Amos zutrifft.

Bezüglich seiner Rolle bei den Packers lässt sich definitiv sagen, dass Amos vor allem in der Passverteidigung eine Schlüsselrolle einnehmen soll. Noch ist unsicher neben wem er spielen wird, da die Situation auf der Safety Position in Green Bay momentan recht unklar ist. Durch die Verpflichtung von Amos scheint es wahrscheinlich, dass Tramon Williams wieder als Cornerback spielen wird. Sicher ist es jedoch auf keinen Fall. Kentrell Brice ist momentan Free Agent und konnte sich mit den Packers, trotz gegenseitigem Interesse, bisher nicht auf eine Verlängerung einigen.
Auch spekuliert wird darüber, ob Josh Jackson in seinem zweiten Jahr eventuell zum Safety umgeschult werden soll, aufgrund seiner Geschwindigkeitsdefizite gegenüber Wide Receivern.

Abschließend kann man wohl sagen, dass die Packers mit Adrian Amos eines ihrer größten Needs beseitigt haben. Mit dem jungen Safety bekommt die Secondary von Mike Pettines Defense genau das, was seit langem fehlte: Konstanz und Zuverlässigkeit. Man darf sehr gespannt darauf sein, wie groß der Einfluss des 25 – jährigen sein wird.