Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Nun geht es in die dritte Dekade, in die Zeit von 1940 bis 1949, in der eine Ära zu Ende gehen sollte.

Die Zeit hinter den Bears

Titel Nummer fünf im Jahre 1939 bedeutete wieder eine Zäsur. Denn ausgerechnet Arnie Herber, der im Championship Game herausragend war, verlor zunächst seine Starterstelle an Cecil Isbell und wurde später sogar gewaived. Ansonsten war das Team weitestgehend in Takt, doch so wirklich lief in der Spielzeit 1940 nichts zusammen. Am Ende reichte es nur zu Rang zwei in der Western Division hinter den Bears – beide Spiele gingen sogar verloren.

In der Saison 1941 wurde es dann besser, vor allem, weil man im Draft einen richtig guten Griff tat. Mit Tony Canadeo kam ein Halfback, der das Spiel der Packers für mehr als ein Jahrzehnt prägen sollte. Als Allrounder trat der Mann von der Uni Gonzaga als Kicker, Running Back, Quarterback und als Defensivspieler in Erscheinung. Damit war er mitverantwortlich für den erneuten Aufschwung der Packers. „Curly Lambeau“ gelang mit seinem Team eine 10-1-Saison, womit man genau die gleichen Statistik wie die Bears hatte. Im Playoff-Game verlor man beim ungeliebten Rivalen allerdings mit 17:33, ehe dann starke Einschnitte erfolgten.

Denn am 6. Dezember 1941 war die USA als Folge des Angriffs auf Pearl Harbor in den zweiten Weltkrieg eingetreten. Zahlreiche Spieler der NFL wurden eingezogen oder meldeten sich freiwillig zur Armee. Hal van Every, George Seeman, Archie Kodros oder Bob Adkins sind nur ein paar Packers-Spieler, die ihre Karriere ab- bzw. unterbrachen. Dennoch waren die 1942er Packers ein starkes Team. Der 8-2-1-Record reichte aber nur zu Platz zwei hinter den ungeschlagenen Bears.

Wichtig wurden in dieser Zeit die Drafts, denn weiterhin wurden Spieler zur Armee eingezogen. Und die 1943er Auswahl war aus Packers-Sicht erfolgreich, denn mit Bob Forte, Irv Comp, Roy McKay und Dick Wildung wurden Spieler gezogen, welche die kommenden Jahre maßgeblich mitbestimmten. Einige spielten allerdings erst nach Ende des Krieges für die Packers. Allerdings mussten sich Green and Gold erneut den Bears beugen. Eine 7:21-Niederlage in Chicago beendete die Träume vom nächsten Titel.

Der letzte Titel für lange Zeit

1944 sollte dann endlich der große Wurf gelingen. Der Draft war zwar alles andere als erfolgreich, doch die Mannschaft zeigte sich im Gegensatz zum Vorjahr gefestigt. Vor allem Comp und der legendäre Don Hutson waren die Garanten für den Erfolg. Comp wurde Passing Leader, Hutson Receiving Leader. Zum Helden im Championship Game wurde allerdings Ted Fritsch. Der ungedraftete Wisconsin-Native erzielte zwei Touchdowns. Dies sollte dank starker Defensive zu einem 14:7 bei den New York Giants reichen.

Den Titel verteidigen konnten die Packers aber wieder nicht und 1945 musste man sich dann sogar mit einem dritten Platz begnügen. Denn die Cleveland Rams und die Detroit Lions brachen in die Phalanx von Chicago und Green Bay ein, verwiesen die Dauerabbonnenten auf den Division-Titel in ihre Schranken. Im Anschluss an die unbefriedigende 6-4-Saison beendete Don Hutson zu allem Überfluss seine Karriere. Von nun an sollte es für die Packers bergab gehen.

Die Statue von Curly Lambeau vor dem nach ihm benannten Stadion

Die letzten Jahre von Lambeau

Zwar kehrten viele Kriegsteilnehmer zur Saison 1946 zurück, doch in die Spur kamen die Packers nur bedingt. Die 6-5-Saison war nur Mittelmaß, vor allem die Offensive funktionierte hinten und vorne nicht. Nur in einem Spiel gelangen den Packers mehr als 20 Punkte. Erstmals kam auch Kritik an der Taktik von „Curly“ Lambeau auf, der unbeirrt an seiner sehr runlastigen Notre-Dame-Offense festhielt. Auch im Draft langten die Packers daneben, kaum ein Toppick konnte überhaupt verpflichtet werden. Und die Helden der Kriegsära gingen nach und nach in Rente, so dass auch die 1947er Saison unbefriedigend verlief. Zwar gelang erneut ein positiver Record. Doch der Abstand zu den Bears und Cardinals war doch sehr groß.

Noch schlimmer wurde es 1948. Erstmals in ihrer Geschichte gewannen die Packers kein Auswärtsspiel. So mussten die Packers zum zweiten Mal in ihrer Geschichte die Saison mit einem negativen Record (3-9) beenden. Noch konnte sich Lambeau im Amt halten, auch wenn 1949 die bis dato schlechteste Saison der Packers-Geschichte folgen sollte. Denn hier gelangen Green and Gold nur zwei Siege. Zum Verhängnis wurde der Legende allerdings die finanzielle Lage der Packers.

Lambeau verantwortete als Vizepräsident den Umbau und die Modernisierung von Rockwood Lodge, der Trainingsstätte der Packers in den 1940er Jahren. Hier übernahm sich die Franchise und geriet in finanzielle Schieflage. Dazu übte die NFL Druck aus, aus Green Bay wegzugehen – ohne Erfolg, wie man bekanntlich weiß. Die anderen Packers-Verantwortlichen reagierten, beschnitten Lambeaus Vertrag und Kompetenzen, so dass dieser zur Saison 1950 bei den Cardinals unterschrieb. Dass Rockwood Lodge im Sommer 1950 abbrannte und die Versicherungssumme mithalf, die Franchise zu retten, ist dann nicht ganz ohne Ironie. Soviel sei gesagt: finanziell wurde die Franchise durch Ausgabe weiterer Anteilsscheine auf eine solide Basis gestellt.

Was bleibt aus den ersten 31 Jahren

Mit dem Abgang von Lambeau endete die erfolgreichste Ära der Packers-Geschichte. Es war eine Zäsur, was sich erst in den Jahren danach bemerkbar machen sollte. Aber nicht nur Lambeau sollte allen aus dieser Zeit in Erinnerung bleiben. Cal Hubbard, Don Hutson, Johny „Blood“ McNally, Clarke Hinkle, Mike Michalske, Arnie Herber, Walt Kiesling, Tony Canadeo: diese Spieler prägten das Spiel und wurden alle in die Hall of Fame aufgenommen. Sechs Titel konnte man mit diesen Spielern erringen, nur die Bears waren erfolgreicher. Viel wichtiger aber: auf und neben dem Spielfeld wurde alles das geschaffen, was heute die Green Bay Packers ausmacht.