In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an.
Aufgrund der Tatsache, dass (bis auf das zweite Viertel in Week 1) Aaron Rodgers in dieser Saison jedes Spiel als Starter aufgelaufen ist, macht es auf dieser Position mehr Sinn sehr detailliert auf das Jahr unserer Nummer 12 einzugehen. Da die Preseason Spiele in der Regel wenig bis nicht aussagekräftig sind, werden die Saisons von DeShone Kizer und Tim Boyle nur grob angeschnitten.
Während der Off- und Preseason ließ das Front Office mehrfach durchblicken, dass der Vertrag unseres Franchise Quarterbacks kurz vor der Verlängerung steht. Am 30. August war es soweit. A – Rod wurde wie erwartet mit dem höchsten NFL Vertrag aller Zeiten ausgestattet, der ihn bis er 40 Jahre alt wird bindet. Das neue Arbeitspapier enthält ein jährliches Einkommen von 33,5 Mio. US – Dollar. Dementsprechend hoch waren (eigentlich wie immer) auch die Erwartungen allerseits an die folgende Saison.
Als Aaron Rodgers im zweiten Viertel des ersten Saisonspiels gegen die Bears mit 9:17 auf der Uhr bereits auf dem Boden liegen blieb, nachdem er gesackt wurde, stand das Herz jedes Packers Fans einen Moment lang still. Nachdem er schließlich auch noch aus der Arena in die Kabine gefahren wurde, dachten die meisten die Saison wäre vorbei, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.
Was danach passierte weiß wohl jeder: Rodgers kam (deutlich) angeschlagen zurück und führte die Packers nach einem 17 Punkte – Rückstand noch zum Sieg gegen den Erzrivalen aus Chicago.
Die Saison entwickelte sich jedoch folgend sowohl für die Packers, als auch für Rodgers, nicht in diese Richtung. Es sollte sein einziger derartig heroischer Auftritt des Jahres bleiben.
Am Ende der Saison 2018 stehen für den am besten verdienenden Spieler aller Zeiten folgende Statistiken zu Buche: 25 Passing Touchdowns und 4442 Yards stehen nur zwei (!) Interceptions gegenüber, was überragend ist. Darauf bezogen gibt es aber auch die vielerseits vertretende Meinung, dass Rodgers in der vergangenen Spielzeit Risikowürfe fast durchgehend gemieden hat. Dafür sprechen würde seine enorm hohe Zahl an “Throwaways” (= Würfe, die er absichtlich out of Bounds wirft), welche sich auf ganze 59 belief. Das entspricht seit 2006 dem höchsten Wert aller Quarterbacks innerhalb einer Saison. Gründe dafür waren sicherlich unter anderem das mangelhafte Freilaufen der Anspielstationen, sowie hoher Druck des Pass Rushes. Jedoch darf man die Schuld in keiner Weise vollständig von A – Rod abweisen, da er teilweise sehr freie kurze Pässe ablehnte (vor allem auffällig bei Play Action Pässen) und dafür viel zu lange den Ball hielt, um ein Big Play zu erzielen. Ebenfalls wunderten sich viele Beobachter dieses Jahr über Rodgers verhältnismäßig ungenaue Pässe bei kurzen Checkdown und Flat Routen. Darunter litt auch sein Anteil an angebrachten Pässen, der dieses Jahr nur 62,3% betrug (zweitschlechtester Wert seiner Karriere), was deutlich unter dem Karrieredurchschnitt unserer Nummer 12 liegt.
Desweiteren wurde in den Wochen vor der Entlassung von Mike McCarthy mehrfach über die Beziehung der beiden zueinander diskutiert. Auch wenn es auf direkte Nachfrage stets dementiert wurde, war für jeden zu erkennen, dass der aus Kalifornien stammende Quarterback in vielen Fällen nicht mit dem Playcalling des Head Coaches einverstanden war. Es wurde sogar teilweise behauptet Rodgers hätte schließlich gegen McCarthy gespielt, also extra schlechter, um auf dessen Entlassung hinzuarbeiten. Soweit sollte man aber eher nicht gehen, da die beiden dafür zu lange gemeinsam erfolgreich gearbeitet haben und es in keiner Weise zu Rodgers Charakter passen würde.
Zum Schluss kann man noch 269 Rushing Yards und zwei Rushing Touchdowns hervorheben. Vor allem beeindruckend unter dem Aspekt, dass A – Rods Knie bis kurz vor Ende der Saison offensichtlich noch nicht vollständig verheilt war.
Abschließend lässt sich zur Saison 2018 von Aaron Rodgers wohl nicht sagen, welchen Anteil die einzelnen Faktoren für seine (in Rodgers Verhältnissen) mittelmäßige Leistung hatten. Trotz aller genannten Aspekte, die darauf Einfluss gehabt haben können, muss man jedoch festhalten, dass auch Rodgers ein gewisser Anteil an der schwachen Saison der Packers zukommt.
Als in der Offseason bekannt gegeben wurde, dass Damarious Randall im Tausch gegen DeShone Kizer nach Cleveland getradet wird, reagierten die meisten vorerst pessimistisch. Im Vorfeld der Preseason stieg die Vorfreude auf den neuen, vermeintlich besseren (im Vergleich zu Hundley) Backup Quarterback. Mit drei Touchdowns wusste er durchaus zu überzeugen, weshalb Brett Hundley als Reaktion darauf nach Seattle gegeben wurde. Sein Regular Season Debüt gab das ehemalige Zweitrunden – Pick bekanntlich früher, als es erwünscht war.
Als er im zweiten Viertel für Rodgers auf den Platz kam, führte Kizer die Offense bis in die gegnerische Red Zone, bevor ihm Khalil Mack wortwörtlich “den Ball aus den Armen nahm”. Im nächsten Drive fing Mack einen Screen Pass ab und trug ihn bis in die Endzone zurück. Der Einstand des neuen Backups verlief demnach eher traumatisch. Erst im letzten Saisonspiel stand Kizer wieder auf dem Platz, bestätigte den schwachen Eindruck aus Week 1 aber leider. Er warf eine weitere Interception und die Packers erzielten nicht einen einzigen Punkt.
Dennoch darf man davon ausgehen, dass der 23 – jährige in der kommenden Saison weiterhin Aaron Rodgers Vertreter bleibt und ein weiteres Jahr von ihm lernen darf. Auch das neue Coaching Staff wird positiv zu seiner Entwicklung beitragen.
Tim Boyle wurde nach dem Draft als undrafted Rookie unter Vertrag genommen und schaffte nach ordentlichen Preseason Leistungen sogar den Sprung ins 53 – Mann Roster. Dort blieb er über den gesamten Saisonverlauf, war jedoch in jedem Spiel auf der Liste der Inactives. Der aus dem College Eastern Kentucky stammende gab kürzlich in einem Interview bekannt, dass er gerne im nächsten Jahr weiterhin für die Packers spielen würde und sich weiter steigern will. Momentan spricht nichts dagegen den 24 – jährigen nächstes Jahr in Green Bay zu sehen.
Insgesamt kann man bezüglich der Positionsgruppe der Quarterbacks wohl prognostizieren, dass sie im Laufe dieser Offseason zum Großteil unverändert bleiben wird. Rodgers soll unter Head Coach LaFleur und Offensive Coordinator Hackett wieder zu MVP – Form finden. Die jungen Backups Kizer und Boyle machen hoffentlich Fortschritte, damit Rodgers bei einer (hoffentlich nicht aufkommenden) Verletzung zumindest besser als 2017 vertreten werden kann.
 
 
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