Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben, denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. In Teil zwei geht es in die zweite Dekade, von 1929 bis 1939.

Threepeat

Nach der ersten Meisterschaft 1929 folgte für die Saison 1930 die erste Zäsur. „Curly“ Lambeau hing seine Buffer an den berühmten Nagel und konzentrierte sich auf seinen Job als Headcoach. Als Kopf auf dem Spielfeld wurde ein echter Hometown-Boy verpflichtet. Arnie Herber, der nach seiner College-Zeit als „Mädchen für alles“ im Packers-Klubhaus arbeitete, bekam einen Try-Out-Vertrag. Der damals 20-Jährige nutzte diese Chance eindrucksvoll. Der spätere Hall of Famer führte die Packers zum zweiten Titel in Serie mit einem 10-3-1-Record vor den Giants. Dabei reichte im letzten Spiel ein 6:6 bei den Portsmouth Spartans.

Auch 1931 konnten die Packers ihren Titel verteidigen (12-2-0-Record), diesmal im drittletzten Spiel gegen die Providence Steam Roller. Der Endstand war 38:7. Die 1931er Packers-Mannschaft muss wohl rückblickend als eine der Besten, wenn nicht gar als die Beste in der Geschichte bezeichnet werden. Mit Herber, Mike Michalske, John McNally, Cal Hubbard und Coach Lambeau wurde gleich fünf Akteure aus dieser Zeit in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen. Weitere neun Spieler wurden in die Packers-HoF aufgenommen.

Die ganz große Zeit der Packers war dann aber erst einmal vorbei. 1932 gelang den Packers zwar ein ein 10-3-1-Record, allerdings beendeten sie die Saison nur auf Rang drei. Da die Spielpläne noch nicht angepasst waren und Unentschieden nicht in die Statistik zählten, zogen die Bears (6-1-6) und die Portsmouth Spartans (6-1-4) in das erstmals ausgespielte NFL Playoff Game ein. Nach diesem Jahr begann eine große Zäsur im Team. Mit den Centern Jug Earp und Nate Barragar sowie Allrounder Verne Lewellen verließen wichtige Stützen das Team. Bereits 1931 waren Bernard „Boob“ Darling, HL „Whitey“ Woodin und Joseph „Red“ Dunn in den Sonnenuntergang geritten.

Schwache Jahre

So war es wenig verwunderlich, dass die Saison 1933 für Packers-Verhältnisse ein Desaster wurde. Erstmals schlossen Grün und Gold eine Saison mit einem negativen Record (5-7-1) ab. In einer Zeit des Umbruchs, auch aufgrund von Regeländerungen seitens der NFL, war aber keinem Bange. Bis heute hält sich das Gerücht, dass die Packers die Saison bewusst „abgeschenkt“ haben, um das Team ein Jahr später verbessert ins Rennen zu schicken. Belegt ist dieses Gerücht aber nicht. Gesichert ist dafür eine Premiere: Am ersten Oktober spielten „The Bays“, wie sie damals genannt wurden, erstmals ein Heimspiel in Milwaukee. Knapp 13000 Zuschauer sahen im Borchert Field ein 7:10 gegen die Giants.

1934 gelang dann ein erster Turnaround, die Packers verbesserten ihren Rekord auf 7-6-0. Die Detroit Lions und die Chicago Bears waren in dieser Saison eine Hutnummer zu groß, so dass man die Spielzeit in der Western Division auf Rang drei beendete. Ansonsten ist die Saison recht ereignislos verlaufen. Einzig erwähnenswert ist, dass die Packers wieder ein Spiel in Milwaukee spielten – diesmal im Wisconsin State Fair Park. Bis 1951 sollte Green Bay mindestens ein Spiel in der Anlage westlich von Milwaukee spielen.

Der Beginn der Hutson-Ära

In der Folgesaison standen die Zeichen bei den Packers wieder auf Angriff. Mit Don Hutson, der sowohl als Receiver wie auch im Backfield und stellenweise sogar in der D-Line agierte, wurde eines der größten College-Talente der damaligen Zeit unter Vertrag genommen. Dazu kehrten Hubbard (nach einem Jahr als Coach bei Texas A&M) und McNally (spielte 1934 in Pittsburgh) nach Green Bay zurück. Und mit Center George Svendsen hatte man wieder einen richtig starken Kopf für die O-Line. Trotz einer 8-4-0-Saison reichte es nicht für die Playoffs, denn die Lions (7-3-2) hatten halt weniger Spiele verloren und holten sich dann auch den Titel.

1936 stand einem Triumph der Packers nichts mehr im Weg. Im ersten NFL-Draft überhaupt holte man sich mit Russ Letlow das letzte Puzzleteil für die O-Line. Diese sollte Arnie Herber genug Zeit für Pässe verschaffen, so dass dieser als erster Spieler überhaupt die 1000yards-Passing in einer Saison übertreffen konnte. Mit 10-1-1 sicherte man sich die Western Division und traf im Championship Game auf die Boston Redskins. Herbert und Hudson führten die Packers zu einem 21:6-Erfolg und damit zur vierten Meisterschaft.

Anknüpfen konnten die Packers 1937 allerdings nicht. Zwar spielte „The Pack“, wie sie mittlerweile genannt wurden, eine passable Saison, doch ein 7-4-0-Record und zwei Niederlagen in den letzten beiden Saisonspielen reichten nur zu Rang zwei hinter den Bears.

Auf dem Weg zu Titel Nummer fünf

Ein Jahr später wurde es allerdings wieder besser. Der bereits im Vorjahr gedraftete Running Back Ed Jankowski und der 1938er 1st Round Pick Cecil Isbell sowie zahlreiche herausragende Spieler wie Carl Mulleneaux, Pete Tinsley, Andy Uram oder Baby Ray verstärkten das Team. Mit einem 28:7 über die Lions sicherte man sich am vorletzten Spieltag den Einzug ins Championship Game. Im Duell zweier Teams mit ähnlichem Record unterlagen die Packers (8-3-0) den Giants (8-2-1) mit 17:23.

Nach einem erfolgreichen Draft und einer guten Free Agency (so würde man es wohl heute bezeichnen) gingen die Packers mit neuem Elan in die Saison 1939. Angeführt von Don Hutson, welcher mit 846 Yards der Receiving Leader der NFL wurde, erreichten die Packers einen 9:2-Record. Erneut wurden im entscheidenden Spiel die Lions besiegt. Nach dem 12:7 ging es ins Championship Game. Mit dem Heimvorteil von Milwaukee siegte die Mannschaft von „Curly Lambeau“ mit 27:0.

Mit Titel Nummer fünf geht eine sehr erfolgreiche Dekade zu Ende. Aber nicht nur in dieser Beziehung war das Jahrzehnt erfolgreich. Die Packers hatten sich endgültig als DIE Football-Franchise in Wisconsin etabliert und das Passing-Game war endgültig ein Teil der American Footballs geworden. Insgesamt sieben Spieler und Coaches aus dieser Dekade wurden in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen.

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