Der 11. August 2019 ist der Tag, den sich viele Packers-Fans bereits im Kalender angestrichen haben. Denn dann wird der geilste Football-Club dieses Planeten exakt 100 Jahre alt. Grund genug für uns, einen Blick auf zehn bewegte, ereignisreiche, erfolgreiche und auch nicht so erfolgreiche Jahrzehnte zu werfen. Den Anfang macht die erste Dekade von 1919 bis 1929.

Der Anfang

Im Grunde genommen gibt es sogar zwei Geburtsdaten für die Packers: zum einen der bereits genannte 11. August, zum anderen der 14. August, als in den Räumen einer lokalen Zeitung die Gründung fixiert wurde. Die wichtigsten Personen dabei waren der Zeitungsredakteur George Whitney Calhoun (1890 – 1963) und der damals 21-Jährige Halfback der University of Notre Dame, Earl Louis „Curly“ Lambeau. Während Lambeau das Team als Kapitän und Trainer auf das Feld führen sollte, war Calhoun der Mann im Hintergrund. Der Teamname ergab sich durch Sponsoring. Lambeaus Arbeitgeber, die Indian Packing Company, gab die entscheidenden 500 Dollar zum Kauf der Ausrüstung. Damit waren die Packers geboren.

Finanziell ging es den Packers in den Anfangsjahren alles anderes als rosig. Immer wieder plagten die Franchise finanzielle Probleme. Bedingt wurde dies durch Eigentümer-Wechsel beim Sponsor, der zunächst das Geld weiter bezahlte, sich dann aber Stück für Stück zurück zog. Hinzu kam, dass es kein richtiges Stadion mit Zaun gab und so jeder für „Nuppes“ Football gucken konnte. Eine Gruppe von örtlichen Persönlichkeiten, welche „The Hungry Five“ genannt wurde, sammelte Geld und verkaufte Aktien. Diese Fünf – neben Lambeau waren dies Andrew Turnbull, Gerald Clifford, Dr. William Webber Kelly und Lee Joannes – legten damit den Grundstein für die Besitzstruktur der Packers. Gründungsdatum der Green Packers Inc. als None-Profit-Organisation erfolgte 1923. Ab diesem Tag gehörte die ganz großen finanziellen Probleme endgültig der Vergangenheit an.

Die ersten Jahre

Das erste Spiel der Packers fand dann am 14. September 1919 im Hagemeister Park zu Green Bay statt und man begann die glorreiche Historie mit einem 53:0-Sieg gegen das Team von Menomiee North End A.C.. Überhaupt: die ersten vier Spiele der Packers-Geschichte waren allesamt Shutouts und nur in einem von acht Heimspielen konnte der Gegner Punkte erzielen. Am Ende stand eine 10:1-Saison zu Buche. Auch die 1920er Spielzeit beendeten die Packers mit nur einer Niederlage (Record 9-1-1). Ironischerweise gab es beide Niederlagen gegen die Beloit Fairies.

1921 erfolgte dann die Aufnahme in die American Professional Football Association, dem direkten Vorgänger der NFL. Hier gewann die Mannschaft von Lambeau, welcher nach wie vor als Spielertrainer agierte, die erste Partie in der neuen Liga und brachte am Ende einen 3-2-1-Rekord aufs Papier. Hier begann auch die Packers-Bears-Serie mit dem ersten Spiel, welches die damals noch als Staleys bezeichneten Kuscheltiere mit 20:0 für sich entscheiden konnten. Am Ende heimsten die Bears auch den Titel ein. Die große Rivalität der kommenden Jahrzehnte zog ihre Brisanz allerdings weniger aus den sportlichen Duellen als aus dem Winter 1922.

In ihrem letzten Spiel der Saison, einem Non-League-Spiel gegen Racine setzten die Packers mehrere College-Spieler ein. Dies war nach den Statuten der APFA verboten. Daraufhin wurden die Packers aus der Liga ausgeschlossen. Als „Petze“ wird Bears-Legende George Halas genannt, der somit die große Rivalität im Norden in Gang setzte – neben den teils spektakulären sportlichen Duellen, die in den kommenden Jahren folgen sollten. Nach einer Zahlung von 50 Dollar erreicht „Curly“ Lambeau im Juni aber die Wiederaufnahme der Packers.

Etablierung in der NFL

Sportlich ging es ab jetzt aufwärts, wenn auch wirklich langsam. Nach einer 4-3-3-Spielzeit 1922 folgten bis 1927 Winning-Seasons, wirklich in Meisterschafts-Nähe kamen die Packers aber nicht. Immerhin reichte es 1927 zum Vizemeister-Titel (7-2-1) hinter den alles überragenden New York Giants (11-1-1). Die wirklich wichtigen Aktionen liefen aber abseits des Football-Feldes ab. Neben der Gründung der Non-Profit-Organisation, angeführt vom ersten Präsidenten Andrew Turnbull, bekamen die Packers endlich ein richtiges Stadion. Im City Stadium, das zwischenzeitlich bis zu 25.000 Zuschauer fasste, sollten die Packers bis 1956 große Erfolge feiern. Das Stadion kann man heute übrigens immer noch besichtigen. Die Green Bay East Red Devils spielen immer noch High School-Football in diesem altehrwürdigen Ground.

Der erste Titel

Zurück zum Sportlichen: nach den Jahren des Aufwinds war die 1928er Saison eine absolute Ernüchterung. Nur sechs Siege gelangen in 13 Spielen. Die selbstgesteckten Ziele von Coach Lambeau wurden klar verfehlt. Und so wurde das Team im Sommer 1929 umgebaut. Mit John McDonald alias „Johny Blood“ kam ein weiterer erstklassiger Running Back. Dazu kamen mit Cal Hubbard als Tackle und Fullback Mike Michalske zwei weitere Hochkaräter. Hubbard gilt auch heute noch als einer der besten Runblocker der NFL-Frühzeit. Zusammen mit Lambeau und seiner Taktik, die für die damaligen Verhältnisse schon stark auf Passspiel setzte, gelang den Packers eine Saison ohne Niederlage. Dennoch wurde die Meisterschaft erst im letzten Spiel festgemacht, eindrucksvoll mit einem 25:0 bei den Chicago Bears. Bemerkenswert sind neben einer 12-0-1 Statistik sicherlich weitere Daten: Achtmal gelang der ersten Packers-Meistermannschaft ein Shutout, darunter in fünf der letzten sechs Spiele. In Anbetracht der Tatsache, dass die letzten acht Spiele auswärts stattfanden, sicherlich doppelt großartig.

Nach der Saison hing „Curly“ Lambeau seine Football-Schuhe an den Nagel und war fortan nur noch Trainer. Doch das soll dann Teil der nächsten Ausgabe der Packers-Historie sein.

Übrigens: die Packers sind zwar „nur“ die drittälteste Franchise der NFL nach Einstieg in die Liga. Allerdings sind sie die Zweitälteste überhaupt, die noch existiert und die älteste NFL-Franchise, welche noch nie umgezogen ist.

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