In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends, Wide Receiver und Defensive Line.

Das in den letzten Jahren oft gescholtene Backfield der Packers sollte im vergangenen Jahr eine kleine Wiederauferstehung erleben. In der Vergangenheit wurden häufig entscheidende Spiele verloren, weil die Defense in den wichtigen Momenten zu viele Punkte zuließ. Die vielen Punkte der Offense waren so am Ende oft nichts wert, da man auf der Gegenseite häufig noch mehr Punkte kassierte.

Dies mündete letztendlich in der Entlassung des langjährigen Defensive Coordinators Dom Capers. Bei den Fans und in den Medien wurde schon weit vor einer Entlassung immer wieder Kritik am veralteten und durchschaubaren System von Capers laut. GM Brian Gutekunst machte Nägeln mit Köpfen und entließ Dom Capers nach 8 Jahren als eine seiner ersten Amtshandlungen. Neuer Defensive Coordinator wurde Mike Pettine.

Bereits im Draft 2017 gingen die beiden ersten Picks der Packers für das Backfield (CB Kevin King und S Josh Jones) drauf. Auch im Draft 2018 war dies wieder der Fall. Mit Jaire Alexander und Josh Jackson gab es an Position 18 und 45 zunächst Verstärkung für die Cornerbacks. Zusätzlich wurde im Laufe der Saison noch Bashaud Breeland unter Vertrag genommen.

Starten wollen wir mit Kevin King. Der Second Round Pick aus 2017 machte in 2018 insgesamt nur 6 Spiele für die Packers und verzeichnete dabei 14 Tackles, 2 Pass Deflections und eine Interception. Nach seiner Rookie-Season, in der er auch nur 9 Spiele bestreiten konnte, war 2018 dann nochmal ein weiterer Rückschritt, was seine Verletzungen betrifft. Dass er Potenzial hat, konnte er in den Spielen, in denen er auf dem Feld stand, durchaus zeigen. Für nächste Saison lautet die Devise deshalb für ihn: Gesund bleiben! Schafft er das, dann werden wir noch viel Freude mit ihm haben.

Weiter geht es mit Jaire Alexander. Der First Round Pick aus 2018 konnte sofort und ohne große Eingewöhnung überzeugen. Dabei sind die Zahlen von 66 Takles,  0,5 Sacks, 11 Pass Deflections und einer Interception  aus insgesamt 13 Spielen sehr nett anzusehen. Alexander war damit der beste Spieler auf seiner Position im Kader. Er spielte zudem meist gegen den besten Wide Receiver der Gegner, was seine Leistung nochmals hervorheben soll. Von ihm kann man in den nächsten Jahren sicher noch einiges erwarten und man kann wohl ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass Alexander ein absoluter Glücksgriff für das Team ist und Gutekunst im Draft (auch im Hinblick auf den Trade mit den Saints) alles richtig gemacht hat.

Josh Jackson, der von den Packers ebenfalls im 2018er Draft (Pick45) gedraftet wurde, galt zunächst als absoluter Steal. Jackson hatte eine sehr starke letzte Saison am College (u.a. 8 Interceptions) und ließ so große Hoffnung aufkommen. Leider konnte Jackson nicht an seine Leistungen aus dem College anknüpfen und hatte immer wieder mit der höheren Geschwindigkeit im Vergleich zum College zu kämpfen. Bereits in den Training-Camps zeichnete sich dies ab, weswegen Jackson zunächst auch nur an Nr. 5 der Cornerbacks gesetzt wurde. Aufgrund von Verletzungen (u.a. King und House) kam er letztendlich doch häufiger zum Einsatz und verzeichnete am Ende 49 Takles und 10 Pass Deflections und einen Defensive Touchdown (Special-Team in Woche 2 gegen die Vikings) in 16 Spielen. Für ihn gilt es in der nächsten Saison den nächsten Schritt zu machen. Aufgrund seiner fehlenden Geschwindigkeit und der anhaltenden Probleme auf der Position der Safeties, wurden bereits während der Saison Stimmen laut, die forderten, Jackson auf Safety umzustellen. Hier hat man das Spiel prinzipiell mehr vor sich und die eigene Geschwindigkeit spielt eine nicht so entscheidende Rolle. Es bleibt abzuwarten wie das neue Coaching Team um Head Coach Matt LaFleur die Situation bewertet.

Der nächste in der Riege der Cornerbacks ist Davon House. Die Geschichte zu ihm ist allerdings schnell erzählt. Der im Jahr 2017 von den Jaguars zurückgekehrte Veteran machte in 2018 nur 3 Spiele und verschwand dann auf der Injured Reserve List bis zum Ende der Saison. Der Vertrag von House läuft aus. Eine weitere Saison in Green Bay scheint für ihn wohl eher nicht in Sicht.

Die Verletzung von House und King ließen das Front Office noch einmal tätig werden und so verpflichtet man in Woche 3 Bashaud Breeland von den Redskins. Breeland hatte in seiner Karriere immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, was auch der Grund dafür war, dass ein bereits großer ausgehandelter Vertrag platzte. Die Packers konnten ihn so relativ günstig und mit wenig Risiko für knapp 600.000$ Gehalt für die 2018er Saison unter Vertrag nehmen. Breeland absolvierte insgesamt 7 Spiele (das erste Spiel erst in Woche 9 gegen die Patriots) und verzeichnete dabei 20 Tackles, 4 Pass Deflections und 2 Interceptions, von denen er eine zum Touchdown zurück trug. Statistiken, die sich durchaus sehen lassen können, und sicherlich würde man ihn nächste Saison gerne wieder in Green Bay sehen. Hier fängt es jetzt an interessant zu werden. Breeland wird mit Sicherheit einen längerfristigen Vertrag haben wollen. Ob sich die Packers das leisten wollen (und können), bleibt abzuwarten und ist sicherlich auch von Entscheidungen auf anderen Positionen abhängig. Schließlich hat man mit King, Jackson und Alexander schon ordentlich Potenzial auf der Position. Trotzdem muss man natürlich auch die Möglichkeit haben, auf Verletzungen reagieren zu können.

Tony Brown, der Anfang September 2018 für den Practice Squad verpflichtet wurde, rutschte durch die o.g. Verletzungen Ende September in den aktiven Kader. Fiel er anfangs noch durch mehrere unnötige und dumme Strafen auf, konnte er gegen Ende der Saison durchaus überzeugen. Am Ende stehen für ihn in 11 Spiele mit 34 Takles, 5 Pass Deflections und 2 Forced Fumbles in der Statistik. Brown hat auch für die kommende Saison noch einen Vertrag. Wenn er sich die unnötigen Strafen verkneifen kann und seine Nerven im Griff hat, ist Brown ein mehr als guter Backup auf der Position.

Natrell Jamerson und Will Redmond sind zwei weitere Backups die aufgrund von Verletzungen im späteren Saison Verlauf zum Einsatz kamen. Jamerson brachte es auf 2 Spiele (3 Tackles) und Redmond auf 5 Spiele (1 Tackle). Jamerson wurde im Dezember von den Texans verpflichtet. Redmond wurde im September von den Chiefs zunächst für das Pratice Squad verpflichtet und rutschte Anfang November in den aktiven Kader. Da beide nur durch die anhaltende Personalprobleme im Kader zum Zuge kamen und für nächstes Jahr keinen Vertrag haben, erscheint es unwahrscheinlich, dass beide nochmal zu den Packers zurückkehren.

Last but not least Tramon Williams. Der Veteran kehrte nach 4 Jahren bei den Browns und Cardinals zurück zu den Packers. Williams wurde 2006 von den Packers als undrafted Rookie verpflichtet und gehörte u.a. zum Aufgebot im SB XLV gegen die Steelers. Eine Verpflichtung, die angesichts des doch jungen Durchschnittsalters auf der Position Sinn macht, um den jungen Spielern einen NFL-Veteran an die Seite zu stellen. Der mittlerweile 35-jährige konnte während der Saison aber leider nicht an alte Leistungen anknüpfen und ließ das ein oder andere Big Play über sich zu. Williams verzeichnete bis Woche 7 23 Tackles und hatte immer wieder Probleme in der Deckung gegen schnelle und wendige Receiver. Hinzu kam dann ab Woche 7 der Positionswechsel auf Safety. Dazu aber nächste Woche im Positionsrückblick über die Safeties mehr. Williams hat auch für die 2019er Saison noch einen Vertrag und wird aller Voraussicht auch wieder auf seine angestammte Position (Cornerback) zurück wechseln.

Was bleibt abschließend zu den Cornerbacks zu sagen? Nach mehreren Jahren scheint die Position nun endgültig als Baustelle gestrichen werden zu können. Das Grundgerüst steht und lässt positiv in die nächsten Jahre blicken. Spannend wird es trotzdem in der Offseason. Was passiert z.B. mit Breeland? Bleibt Williams im Team? Schult man Jackson auf Safety um? Fragen, die es in den nächsten Wochen und Monaten zu klären gilt.

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